Der Verantwortung gerecht werden

Energieeffiziente Drucklufterzeugung

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30.01.2015 Nachhaltiges Wirtschaften mit den zur Verfügung stehenden Energiequellen ist in der heutigen Zeit unerlässlich. Eine Methode, die sich aus diesem Anspruch entwickelt hat, ist die EN DIN 50001, die die Einführung eines Energiemanagements vorsieht. Es ist ein geeignetes Instrument zur gezielten und strukturierten Erhöhung der Energieeffizienz in allen produzierenden Unternehmen.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

 

  • Energiemanagement nach EN DIN 50001 ist ein geeignetes Instrument zur gezielten und strukturierten Erhöhung der Energieeffizienz in allen produzierenden Unternehmen.
  • Als Einstieg wurden bei PCI alle lehrbuchbekannten Maßnahmen zur Reduktion des Druckluftverbrauchs durchgeführt, während durch ein Druckluft-Monitoringsystem nach jeder Einzelmaßnahme die Wirkung verfolgt und ausgewertet werden konnte.
  • Alle durchgeführten Maßnahmen reduzierten die Stromkosten incl. Netznutzungsgebühren erheblich.

PCI Augsburg hat 2014 ein solches System etabliert, um alle Abläufe in der Produktion, Logistik und Infrastruktur weiter energetisch zu optimieren.

Drucklufterzeugung war verbesserungsbedürftig

PCI betreibt am Standort Augsburg eine Pulver- und Dispersionsfertigung für Fliesenverlege- und Baustoffsysteme. Gerade bei der Pulverproduktion für zementäre Baustoffe werden für die Herstellung und Verpackung große Mengen Druckluft benötigt.

In der Vergangenheit übernahmen vier Kompressoren die Erzeugung von Druckluft, die den Netzdruck auf rund 7,2 bar aufrecht erhielten. Hierzu zählten zwei große Schrauben-Kompressoren mit je 110 kW und zwei kleinere Kompressoren mit je 45 kW Leistung. Diese wurden – abhängig von der  Anforderung und den Spitzenverbräuchen an Druckluft – reihenweise zu- und abgeschaltet.

Aufgrund dieses Effekts ergab sich bei den Laufzeiten sowie An- und Ausschaltzyklen der vier Kompressoren ein inhomogenes Bild. Die großen Kompressoren schalteten lediglich für einige Sekunden zu, liefen aber minutenlang nach, ohne wirklich einen effektiven Beitrag zur stabilen Druckluftversorgung zu leisten. Der Netzdruck unterlag deshalb ständigen großen Schwankungen; dies wiederum erzeugte Störungen in der Produktion. Dieses Problem wurde erkannt und gelöst.

Als Einstieg wurden bei PCI alle lehrbuchbekannten Maßnahmen zur Reduktion des Druckluftverbrauchs durchgeführt, während durch ein Druckluft-Monitoringsystem nach jeder Einzelmaßnahme die Wirkung verfolgt und ausgewertet werden konnte.

Leckagen beheben

In regelmäßigen Rundgängen an produktionsfreien Tagen wurden große Leckagen an den technischen Anlagen lokalisiert, aufgenommen und konsequent abgedichtet. Vor allem an pneumatisch betriebenen Anlagenteilen, wie Ventilen, Hebel, Klopfer oder Filterabreinigungen, sind Undichtigkeiten zu erwarten, die regelmäßig kontrolliert werden müssen.
Einige wenige Aggregate bliesen sogar im stromlosen Zustand zum Beispiel an Wochenenden Druckluft ab, weil ihre Ventile schlichtweg „Öffnerventile“ waren. Allein durch die konsequente Abdichtung der somit gefundenen Leckagen konnte die mittlere Ruhe-Leckage von ca. 12 m³/min auf unter 4 m³/min gesenkt werden.

Heftausgabe: Januar/Februar 2015 2015
Seite:
Thomas Wackerbauer, Leiter Betriebstechnik PCI Augsburg

Über den Autor

Thomas Wackerbauer, Leiter Betriebstechnik PCI Augsburg

Thomas Wackerbauer, Leiter Betriebstechnik PCI Augsburg

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