Engineering Summit: Aufbruchstimmung im deutschen Anlagenbau

12.07.2011 Der deutsche Anlagenbau ist im Um- und Aufbruch: In großer Offenheit diskutierten 230 ranghohe Vertreter des deutschen Anlagenbaus am 5. und 6. Juli auf dem 1. Engineering Summit in München die derzeitigen Herausforderungen im internationalen Wettbewerb sowie Lösungsansätze, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

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„Die DNA des deutschen Anlagenbaus heißt: Wir bauen Qualität“, stellte Dr. Rainer Hauenschild, CEO der Siemens-Sparte Energy Solutions gleich zu Beginn der Veranstaltung in seinem Keynote-Vortrag klar und entwarf die Vision „local5“ als Weg zu andauerndem Erfolg im Anlagenbaugeschäft – ein Maßnahmenpaket bestehend aus lokalem Management, lokalen Verantwortlichkeiten, Produktmanagement, F&E, Beschaffung und Fertigung. Lothar Jungemann, Mitglied der Geschäftsleitung bei Uhde, berichtete über die Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit koreanischen Engineeringunternehmen sowie die daraus gelernten Lektionen und unterstrich die Bedeutung der Technologieführerschaft. Hans Joachim Gastel, Head of Global Procurement, Linde AG, Geschäftsbereich Engineering, vertiefte den Aspekt der lokalen Beschaffung sowie die dazu notwendige und bei Linde inzwischen implementierte internationale Organisationsstruktur. Dass sich durch moderne Ansätze und „Value Engineering“ bis zu 50 % der Kosten im Anlagenbau einsparen lassen, verdeutlichte  Thorsten Helmich, Maexpartners, am Beispiel solarthermischer Kraftwerke.

Auch die Bedeutung der Montagekompetenz wurde in Vorträgen und Diskussionen deutlich herausgestellt. Doch: „Wo bleibt der Quantensprung, mit dem die deutschen Anlagenbauer ihre Spitzenposition festigen können“, lautete eine Frage aus dem Publikum. Peter Gress, Senior Vice President Engineering, BASF SE, gab in seiner Keynote „Erwartungen der Betreiber
an den Anlagenbau“ Impulse für eine neue Betrachtungsweise im Anlagenbau: „Wertbasiertes Engineering zielt darauf, die  Lebenszykluskosten einer Anlage zu minimieren“, verdeutlichte Gress und bot den Anlagenbauern die Hand zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit.

Im Vortrag „Erfolgreiche Internationalisierung – Zentrale Steuerung vs. regionale Autonomie“ verdeutlichte Rüdiger Zerbe, Mitglied des Vorstandes der SMS Siemag AG, wie der  Aufbau von Engineering in lokalen Märkten zu Kompetenz- und Aufgabenerweiterungen im Stammhaus in Deutschland führen kann.

Das 1. Engineering Summit wurde gemeinschaftlich von der VDMA-Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau und dem Süddeutschen Verlag – vertreten durch das Fachmagazin CHEMIE TECHNIK ausgerichtet. Aufgrund des Erfolgs und des hohen Teilnehmerinteresses steht der Termin für das 2. Engineering Summit bereits fest: 20.-21. November in Mannheim. Nähere Informationen unter www.engineering-summit.de

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