Den Henne-Ei-Stillstand vermeiden

Erstes FDI-basiertes Gerätemanagement-Tool

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24.03.2015 Neue Techniken unterliegen meist dem Henne-Ei-Phänomen: Zum Beispiel dann, wenn Anwender sagen „kaufen wir noch nicht, weil das zu wenige Hersteller anbieten“, und Hersteller sagen „bieten wir noch nicht an, weil das zu wenige Anwender wollen“. Um genau diese Situation zu vermeiden, prescht ABB nun vor: mit einem Gerätemanagement-Tool, das sowohl neue FDI-Gerätebeschreibungen nutzt und auch die wichtigsten Parameter vorhandener Geräte über ein generisches Hart-Device-Package einbindet.

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Entscheider-Facts


Für Gerätehersteller und -anwender

  • Der Next Generation Device Manager ist ein Software-Werkzeug zur Parametrierung von Feldgeräten nach dem neuen Gerätebeschreibungsstandard FDI.
  • Das Werkzeug verwendet die gemeinsamen FDI-Host-Komponenten für eine integrierte Interoperabilität der FDI-Pakete zur Gerätebeschreibung.
  • Die Software zeichnet sich durch einen geringen Installationsaufwand aus und nutzt neben FDI-Device-Packages auch ein generisches Hart-Device-Package für die wichtigsten Parameter aller Hart-Geräte.

Dabei zielt das Werkzeug nicht nur auf die langfristige Geräteintegration, sondern es soll auch die Parametrierung von Feldgeräten deutlich beschleunigen.

Chemieanlagen werden im Laufe ihrer Betriebszeit ständig optimiert und verändert. Solange die in den Anlagen verbauten Feldgeräte nur einmal bei der Installation angefasst und parametriert werden, ist die Welt noch in Ordnung. In der Praxis beginnen die Probleme meist dann, wenn während des Anlagenbetriebs Geräte getauscht oder neu parametriert werden müssen. Sind die notwendigen Gerätetreiber dann alle vorhanden? Passen die Versionen für Gerät und Leitsystem noch zusammen?

Häufig ist die Suche nach den passenden Software-Werkzeugen und -Versionen dann deutlich zeitaufwendiger als die eigentliche Anpassung der Geräteparameter. „Wie benutzerfreundlich eine Software tatsächlich ist, zeigt sich erst im laufenden Betrieb“, weiß Stefan Bollmeyer, Produktmanager beim Automatisierungsanbieter ABB.

Geräteparametrierung
deutlich beschleunigen

Auf Basis der im vergangenen Jahr verabschiedeten FDI-Spezifikation für gemeinsame Host-Komponenten und der integrierten Entwicklungsumgebung für FDI-Gerätepakete stellt der Hersteller zur Hannover Messe ein FDI-gestütztes Gerätemanagement-Werkzeug vor. Dieses soll einerseits die Geräteparametrierung durch die Anwender vereinfachen, auf der anderen Seite die Basis für ein umfassendes Feldgeräte-Asset-Management bilden und schließlich auch weitere Gerätehersteller für die Vorzüge der FDI-Technik begeistern. „Das Ziel heißt: Akzeptanz für die Einführung von FDI im Markt zu schaffen“, erklärte Bollmeyer im Februar auf einer Pressekonferenz des Herstellers: „Wir wollen mit dem Tool, das in seiner Basisvariante Anwendern und Herstellern kostenlos zur Verfügung gestellt wird, den drohenden „Henne-Ei-Deadlock“ bei FDI verhindern.“

Geräteanbieter sollen mit der Software sehr einfach prüfen können, ob die Interoperabilität ihrer eigenen FDI-Device-Packages auf Basis der Common Components gegeben ist. Anwender soll die Software sehr schnell in die Lage versetzen, Geräte zu testen und zu parametrieren. „Die Installation von Software-Werkzeugen für das Gerätemanagement dauert heute in der Regel zwischen 30 und 90 Minuten. Mit unserem Field Information Manager (FIM) liegen zwischen dem ersten Installationsschritt und der Online-Kommunikation mit dem Gerät nur drei Minuten und rund 15 Mausklicks“, verdeutlicht Bollmeyer. Die Windows-Software wird nicht nur für Desktop-PC, Server und Laptop angeboten, sondern kann auch mit Windows-Tablets vor Ort in der Anlage oder in der Werkstatt genutzt werden.

Heftausgabe: April 2015
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Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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