Ethernet statt Feldbus? PNO diskutiert zukünftige Kommunikationskonzepte

22.02.2011 Der aus der Büro-IT-Welt bekannte Kommunikationsbus Ethernet ist beliebt, wird von vielen Firmen weiterentwickelt und die Komponenten sind billig. Sollten deshalb künftig auch Feldgeräte in der Industrie bis hin zur Chemie damit angebunden werden? Und: Droht nach dem Feldbus- auch ein Ethernet-Krieg? Die Profibus-Nutzerorganisation diskutierte die Frage im Rahmen der in der vergangenen Woche veranstalteten PI-Konferenz.

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In der Steuerungs- und Scada-Ebene ist Ethernet als Kommunikationsvehikel längst angekommen. „Wahrscheinlich führt kein Weg an Ethernet und PRofinet vorbei, weil das die Technologie ist, an der die ganze Welt arbeitet“ erklärte Hans-Georg Kumpfmüller, Siemens, seine langfristige Sicht. Doch vor allem die Chemie hat daran Zweifel. „Wir müssen sehr genau bewerten, ob dadurch ein Mehrwert entsteht“, hielt Michael Pelz, Clariant / Namur,  dagegen. Und während Achim Laubenstein, ABB, Ethernet ebenfalls nicht für Sensoren sondern eher für die Anbindung von Antrieben und Motorsteuerungen sieht, berichtete Dr. Raimund Sommer, Endress+Hauser von ersten Anforderungen von OEM-Kunden aus dem Maschinenbau, 4-Leiter-Durchflussmessgeräte mit Ethernet-Kommunikation zu liefern.

Allerdings, so die Befürchtung von Kumpfmüller, könnte nach dem Feldbus- und dem noch schwelenden Wireless-Krieg ein „Ethernet-Krieg“ folgen, wenn es den Anbietern nicht gelingt, sich auf ein gemeinsames Ethernet-Protokoll zu einigen, bevor ein einzelner Hersteller vorprescht.

Über die Diskussion und die Meinungen dazu werden wir ausführlich in CT 4 und in den kommenden Tagen auf www.chemietechnik.de berichten.

 

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