EU-Emissionshandel: VCI kritisiert Marktstabilitätsreserve

07.05.2015 Der VCI hat das Ergebnis der Verhandlungen zur Einrichtung einer Marktstabilitätsreserve (MSR) im EU-Emissionshandelssystem kritisiert. Durch zusätzliche, zu hohe Zertifikatepreise würden der deutschen Chemie Mehrkosten in Milliardenhöhe jährlich drohen. Der Verband fordert daher eine Anpassung der Carbon-Leakage-Regeln und spricht sich für eine Industriereserve an Zertifikaten aus.

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EU-Emissionshandel: VCI kritisiert Marktstabilitätsreserve

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann befürchtet einen Wettbewerbsnachteil der deutschen Chemiebranche und fordert eine Industriereserve an Zertifikaten (Bild: VCI)

Die Marktstabilitätsreserve, die das von der EU-Kommission wahrgenommene Ungleichgewicht zwischen zwischen Angebot und Nachfrage nach Zertifikaten im EU-Emissionshandelssystem beheben soll, sei mit dem Marktsystem des Emissionshandels unvereinbar und treibe die Zertifikatepreise künstlich in die Höhe, findet VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann: „Auf energieintensive Branchen kommen durch die Marktstabilitätsreserve massive Mehrbelastungen zu. Alleine in der deutschen Chemie drohen Mehrkosten bis 2,2 Mrd. Euro pro Jahr, wenn die Prognosen der EU-Kommission stimmen. Dadurch hätte unsere Branche einen krassen Wettbewerbsnachteil, wenn es keine entsprechende Kompensation gibt.“ Daher fordert er von der EU-Kommission, diese Folgen für die Industrie durch Anpassen der Carbon-Leakage-Regeln abzuwenden sowie eine Industriereserve im Emissionshandel einzuführen: „Die Marktstabilitätsreserve wird für erhebliche Verunsicherung und geringere Investitionsbereitschaft in der europäischen Industrie sorgen, wenn nicht schnell klar ist, wie die Kosten aufgefangen werden. Nur so kann man verhindern, dass Jobs und Investitionen an Länder mit niedrigerem Klimaschutzniveau verloren gehen.“ Bis ein global gültiges System greift, müsse die heimische Industrie für ihre Prozesse Zertifikate weitgehend kostenlos erhalten, so Tillmann.

Der EU-Ministerrat hatte sich am 5. Mai 2015 dem EU-Parlament in Bezug auf die Reform des Europäischen Emissionshandels angenähert und einigen Punkten zugestimmt – unter anderem dem früheren Beginn der Überführung überschüssiger Zertifikate in die Reserve im Jahr 2019, statt zuvor 2021.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Position des VCI zum Thema Emissionshandel.

(su)

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