Evonik baut mit GACL HPPO-Anlage in Indien

20.01.2011 Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik will gemeinsam mit dem indischen Chemieunternehmen GACL eine Produktionsanlage für Wasserstoffperoxid und Propylenoxid bauen. Die beiden Unternehmen haben dafür eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die Anlage soll das von Evonik und Uhde gemeinsam entwickelte HPPO-Verfahren (“Hydrogen Peroxide to Propylene Oxide“) nutzen.

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Evonik baut mit GACL HPPO-Anlage in Indien

Evonik nutzt die gemeinsam mit Uhde entwickelte HPPO-Technologie für neue Anlagen und Kooperationen (Bild: Evonik)

Mit der Absichtserklärung soll eine längerfristige enge Zusammenarbeit von Evonik und GACL auf den Weg gebracht werden: Das indische Unternehmen beabsichtigt, von Uhde und Evonik eine Lizenz für die Herstellung von Propylenoxid nach dem HPPO-Verfahren zu erwerben. In unmittelbarer Nähe zu der geplanten neuen Propylenoxid-Anlage wird Evonik das für die Produktion nötige Wasserstoffperoxid erzeugen und GACL damit „über den Zaun“ beliefern. Fachleute rechnen für die kommenden Jahre mit einer deutlich steigenden weltweiten Nachfrage nach Propylenoxid. Vorbild für die Kooperation in Indien ist die weltweit erste großtechnische Anlage zur Herstellung von Propylenoxid nach dem HPPO-Verfahren: 2008 hatte sie das koreanische Unternehmen SKC mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen in Ulsan, Korea, in Betrieb genommen. Seit der Inbetriebnahme läuft diese Anlage kontinuierlich und mit maximaler Auslastung.

Vertreter von Evonik und GACL unterzeichneten jetzt für das angestrebte Projekt in Dahej, im indischen Bundesstaat Gujarat, eine entsprechende Absichtserklärung („Memorandum of Understanding“). Das geplante Projekt steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Vorstandes der Evonik Industries AG und des Aufsichtsrates. „Indien gehört zu den wichtigsten weltweiten Wachstumsmärkten. Wir wollen uns hier noch stärker engagieren. Die Regierung des Bundesstaates Gujarat hat für die chemische Industrie die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt, um ausländische Investoren willkommen zu heißen. Das beabsichtigte gemeinsame Vorhaben mit GACL kann sich zu einem echten Meilenstein für das Engagement von Evonik in Indien entwickeln“, betonte Dr. Thomas Haeberle, Mitglied der Geschäftsführung der Evonik Degussa GmbH.
„Das neue Projekt in Indien zeigt einmal mehr, dass wir mit der innovativen und umweltfreundlichen HPPO-Technologie auf dem richtigen Weg sind. Unser strategisches Ziel ist es, damit Wasserstoffperoxid neben den klassischen Anwendungen neue Märkte zu erschließen“, so Dr. Thomas Haeberle.

Klassischer Abnehmer für Wasserstoffperoxid ist die Papier- und Zellstoffindustrie. Evonik ist mit einer Jahreskapazität von rund 600.000 Tonnen und Standorten in Europa, Nordamerika, Südamerika, Neuseeland, Asien, Südafrika und Indonesien der weltweit zweitgrößte Hersteller des umweltfreundlichen Bleich- und Oxidationsmittels. Das mit Uhde entwickelte HPPO-Verfahren eröffnet einen innovativen Weg, um mit Wasserstoffperoxid Propylenoxid zu erzeugen. Im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsverfahren für Propylenoxid gibt es dabei klare Vorteile. Das HPPO-Verfahren benötigt ein deutlich niedrigeres Investitionsvolumen und bringt so eine höhere Wirtschaftlichkeit mit sich. Darüber hinaus ist es auch äußerst umweltfreundlich: Es erzielt eine hohe Ausbeute und außer Wasser entstehen keine Nebenprodukte in nennenswerter Menge. „So gelingt es, die Umwelt zu entlasten und gleichzeitig nachhaltig wirtschaftlich zu produzieren. Wir bringen auf diese Weise Ressourceneffizienz in die Praxis“, erläuterte Jan Van den Bergh, Leiter des Geschäftsbereichs Industrial Chemicals von Evonik. Dies unterstütze zudem das Ziel von GACL, grüne Technologie voranzubringen.

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