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Evonik kauft Spezialadditiv-Sparte von Air Products

09.05.2016 Evonik Industries übernimmt für 3,8 Mrd. US-Dollar (ca. 3,5 Mrd. EUR) das Spezialadditiv-Geschäft (Performance Materials Division) des US-Unternehmens Air Products and Chemicals. Die Transaktion soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

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Mit ihren Produkten und ihren Positionen in den wichtigsten Märkten der Welt ergänzen sich Evonik und die übernommene Sparte: Beide Unternehmen verfügen über drei Kernmärkte: den für Beschichtungs- und Klebstoff-Additive, den für hochwertige Polyurethanschaum-Additive und den für Spezialtenside für Industriereiniger. Sie adressieren dieselben Kunden, aber mit unterschiedlichen und sich ergänzenden Produkten. So ist Evonik führend bei Stabilisatoren von Polyurethanschaum, während die Spezialadditiv-Sparte von Air Products bei Katalysatoren für Polyurethanschaum gut positioniert ist. Die Nachfrage nach diesen Produkten nimmt stark zu und der Markt für diese Additive wird künftig deutlich schneller wachsen als die Nachfrage nach Chemieprodukten insgesamt.

Regional ergänzen sich Evonik und die übernommene Sparte ebenfalls. Während das Geschäft von Air Products seinen Schwerpunkt in Nordamerika und Asien hat, ist Evonik besonders stark in Europa. Mit der Übernahme baut Evonik nun vor allem seine Stellung im nordamerikanischen Markt aus. Zugleich verringert Evonik durch das Wachstum in Nordamerika und Asien die Abhängigkeit vom europäischen Markt und sichert so das eigene Geschäft besser gegen konjunkturelle Schwankungen in einzelnen Regionen ab.

Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik, kommentiert: „Evonik zählt bereits heute zu den führenden Herstellern von Spezialadditiven. Das Spezialadditiv-Geschäft von Air Products ist die ideale Ergänzung für diesen wachstumsstarken Bereich. Durch die Akquisition erweitern wir unser Portfolio um genau die richtigen Märkte, Produkte und Innovationen und investieren weiter in unser Wachstum und unsere Profitabilität.“

Synergieeffekte, Steuereffekte und Finanzierung

Allein durch dasOptimieren von Beschaffung, Produktion, Logistik, Marketing, Vertrieb und Verwaltung rechnet Evonik mit Kostensynergien in Höhe von 60 Mio. US-Dollar pro Jahr. Diese sollen spätestens 2020 voll erreicht werden. Zudem erwartet das Unternehmen Umsatzsynergien durch gemeinsame Innovation, die Erweiterung der Kundenstämme und der Produktportfolios beider Unternehmen sowie durch den verbesserten Zugang zu neuen Märkten. Insgesamt erwartet das Unternehmen Synergieeffekte in Höhe von 80 Mio. US-Dollar pro Jahr.

Da die Transaktion teilweise als Kauf von Vermögensgegenständen strukturiert ist (Asset Deal), ergeben sich durch die damit verbundenen Abschreibungen positive Steuereffekte für Evonik mit einem Barwert von über 500 Mio. US-Dollar.

Die Transaktion wird je zur Hälfte mit unternehmenseigenen Mitteln und zusätzlichem Fremdkapital finanziert. Evonik strebt weiterhin ein solides Investment-Grade-Kreditrating an.

Zügige Eingliederung geplant

Mit dem strategischen Umbau der eigenen Konzernstrukturen und der Gründung von drei eigenständigen operativen Segmenten hatte Evonik 2015 die Voraussetzungen geschaffen, um größere Zukäufe zu integrieren. Evonik rechnet daher damit, das Spezialadditiv-Geschäft von Air Products zügig in die Wachstumssegmente Nutrition & Care sowie Resource Efficiency einzugliedern. Das kombinierte Spezialadditiv-Geschäft hat einen Umsatz von etwa 3,5 Mrd. EUR und eine EBITDA-Marge von über 20 Prozent. Zugleich baut Evonik damit seine Position in stark wachsenden, hochprofitablen Märkten mit hohem Differenzierungsgrad und geringer Abhängigkeit von Rohstoffpreisen weiter aus.

Die beabsichtigte Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden.

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