Evonik: Quartalsumsatz um 4 % auf 3,24 Mrd. Euro gesunken

07.11.2013 Der Konzernumsatz von Evonik Industries, Essen, hat im 3. Quartal 2013 um 4 % auf 3,239 Mrd. Euro abgenommen. Der organische Umsatzrückgang betrug 1 %. Dabei konnten spürbare Mengensteigerungen (+5 %) die Preisrückgänge (-6 %) weitgehend ausgleichen.

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Evonik: Quartalsumsatz um 4 % auf 3,24 Mrd. Euro gesunken

Vor 50 Jahren, 1963, hat Evonik (damals Chemische Werke Hüls) das erste nach eigenem Verfahren hergestellte Polyamid 12 (Markenname Vestamid) vorgestellt. Im Bild: Polyamid 12-Schichten in Offshore-Rohren (Bild: Evonik Industries)

Die Währungseinflüsse wirkten sich mit -1 Prozentpunkt aus. Die sonstigen Effekte von -2 Prozentpunkten betrafen maßgeblich das im Dezember 2012 abgegebene chinesische Cyanurchlorid-Geschäft.

„In einem weiterhin schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld hat sich Evonik gut behauptet“, sagte Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender des Chemieunternehmens anlässlich der Vorstellung der wirtschaftlichen Eckdaten für das 3. Quartal 2013 sowie für die ersten 9 Monate 2013. „Verglichen mit dem 2. Quartal 2013 haben sich unsere operativen Ergebnisse im Zeitraum Juli bis September leicht verbessert. Erfreulich waren die spürbaren Mengensteigerungen gegenüber dem Vorjahresquartal, während die Verkaufspreise bei einigen wichtigen Produkten weiterhin unter den hohen Vorjahreswerten lagen.“Insgesamt blieb die operative Geschäftsentwicklung im Dreivierteljahr hinter der des sehr guten Vorjahres zurück.

Für das 4. Quartal erwartet Evonik, dass sich die weltwirtschaftliche Entwicklung in seinen relevanten Märkten auf dem Niveau des Dreivierteljahres fortsetzen wird. „Trotz weiterhin herausfordernder weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen bestätigen wir unseren Ausblick für das Gesamtjahr 2013“, so Engel. Evonik erwartet unverändert für 2013 insgesamt einen mit rund 13 Mrd. Euro etwa auf Vorjahreshöhe liegenden Umsatz sowie ein bereinigtes Ebitda in der Größenordnung von 2,0 Mrd. Euro.

3. Quartal 2013: Mengen gesteigert, Preise rückläufig
Unter weiterhin schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelte sich das operative Geschäft im 3. Quartal 2013 insgesamt solide. Trotz der nur leichten Belebung in wichtigen Endkundenindustrien konnten die Absatzmengen spürbar erhöht werden. Infolge des anspruchsvollen Marktumfelds gingen bei einigen wichtigen Produkten – insbesondere bei Butadien und Aminosäuren für die Tierernährung – die Verkaufspreise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jedoch deutlich zurück. Insgesamt blieben der Konzernumsatz und die operativen Ergebnisse unter den sehr guten Werten des Vorjahresquartals. Im Vergleich zum 2. Quartal 2013 haben sich die operativen Ergebnisse im 3. Quartal 2013 aber leicht verbessert.

Die operativen Ergebnisse erreichten im 3. Quartal 2013 vor allem aufgrund der geringeren Verkaufspreise bei einigen wichtigen Produkten nicht die sehr hohen Vorjahreswerte. Insgesamt verringerten sich das bereinigte Ebitda um 26 % auf 518 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 701 Mio. Euro) und das bereinigte Ebit um 32 % auf 375 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 553 Mio. Euro). Die bereinigte Ebitda-Marge blieb mit 16,0 % unter dem außerordentlich guten Vorjahreswert von 20,9 %. Das Konzernergebnis verbesserte sich dank des Veräußerungsergebnisses der Immobilienaktivitäten von 355 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 1,470 Mrd. Euro im 3. Quartal 2013. Das bereinigte Konzernergebnis, das weder Effekte aus den Bereinigungen noch aus den nicht fortgeführten Aktivitäten enthält, verringerte sich im 3. Quartal 2013 um 38 % auf 210 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 336 Mio. Euro).

Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten 2013
In den ersten neun Monaten 2013 ging der Konzernumsatz organisch bei geringeren Verkaufspreisen (-4 Prozentpunkte) und gestiegenen Mengen (+2 Prozentpunkte) um 2 % leicht zurück. Der Währungseinfluss (-1 Prozentpunkt) sowie die Abgabe von zwei kleineren Geschäften (-1 Prozentpunkt) im Vorjahr führten insgesamt zu einem Umsatzrückgang um 4 % auf 9,739 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum: 10, 186 Mrd. Euro).

Die operativen Ergebnisse erreichten im Dreivierteljahr 2013 vor allem aufgrund geringerer Verkaufspreise bei einigen wichtigen Produkten nicht die sehr hohen Vorjahreswerte. Insgesamt nahm das bereinigte Ebitda um 19 % auf 1,622 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum: 2,014 Mrd. Euro) und das bereinigte Ebit um 24 % auf 1,196 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum: 1,577 Mrd. Euro) ab. Die bereinigte Ebitda-Marge verringerte sich auf 16,7 % (Vorjahreszeitraum: 19,8 %).

Die Bereinigungen von -328 Mio. Euro in den ersten neun Monaten 2013 enthalten Restrukturierungsaufwendungen hauptsächlich im Zusammenhang mit geplanten aufbau- und ablauforganisatorischen Optimierungen im Verwaltungs- und Servicebereich, Wertminderungen und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Stilllegung von Produktionsanlagen der Segmente Resource Efficiency und Specialty Materials sowie Aufwendungen aus dem Verkauf früherer Randaktivitäten.

Das Ergebnis nach Ertragsteuern der fortgeführten Aktivitäten ging aufgrund der schwächeren operativen Geschäftsentwicklung sowie höheren Einmalbelastungen aus den Bereinigungen um 42 % auf 487 Mio. Euro zurück (Vorjahreszeitraum: 834 Mio. Euro). Das Ergebnis nach Steuern der nicht fortgeführten Aktivitäten von 1,363 Mrd. Euro enthält maßgeblich das Veräußerungsergebnis der Immobilienaktivitäten, deren mehrheitlicher Verkauf im Juli 2013 erfolgreich umgesetzt wurde. Das Konzernergebnis stieg aus diesem Grund um 120 % auf 1,951 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum: 888 Mio. Euro). Das bereinigte Konzernergebnis, das weder Effekte aus den Bereinigungen noch aus den nicht fortgeführten Aktivitäten – und damit nicht das Veräußerungsergebnis des Immobiliengeschäfts – enthält, verringerte sich entsprechend der operativen Geschäftsentwicklung um 23 % auf 704 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 917 Mio. Euro).

Die Sachinvestitionen stiegen um 22 % auf 723 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 595 Mio. Euro). 36 % der Sachinvestitionen entfielen auf das Segment Consumer, Health & Nutrition, 28 % auf das Segment Specialty Materials und 21 % auf das Segment Resource Efficiency.

Das Investitionsprogramm, mit dem Evonik seine führenden Marktpositionen vor allem in attraktiven Wachstumsmärkten stärkt, kommt gut voran. So wurden im Oktober 2013 in Argentinien eine neue Anlage zur Produktion von Katalysatoren für die Biodieselherstellung eröffnet. Die erste Superabsorber-Produktion im Nahen Osten, die in Al Jubail (Saudi-Arabien) gemeinsam mit Partnern errichtet wurde, ist mechanisch fertiggestellt und wird den kommerziellen Betrieb im 4. Quartal 2013 aufnehmen. In Thailand werden die im Rahmen des weltweiten Ausbaus der Kapazitäten für gefällte Kieselsäuren vorgenommenen Produktionserweiterungen im 1. Quartal 2014 abgeschlossen sein.

Segment Consumer, Health & Nutrition
Das Segment Consumer, Health & Nutrition produziert schwerpunktmäßig für Anwendungen in Konsumgütern, in der Tierernährung und im Bereich Healthcare. Es umfasst die Geschäftsbereiche Consumer Specialties sowie Health & Nutrition.

Der Umsatz lag in den ersten neun Monaten 2013 mit 3,135 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 3,165 Mrd. Euro. Die rückläufigen Verkaufspreise wurden weitgehend vom Mengenwachstum ausgeglichen. Bei den Aminosäuren für die Tierernährung konnten die Absatzmengen ausgeweitet werden. Besonders erfreulich verlief das Geschäft mit Superabsorbern, das von höheren Verkaufsmengen profitierte. Erfolgreich entwickelten sich auch Produkte für industrielle Anwendungen sowie Pflegeprodukte für den persönlichen Gebrauch.

Die operativen Ergebnisse blieben vor allem preisbedingt sowie aufgrund höherer Rohstoffkosten unter den hohen Vorjahreswerten. Das bereinigte Ebitda ging um 15 % auf 706 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 826 Mio. Euro) und das bereinigte Ebit um 18 % auf 604 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 733 Mio. Euro) zurück. Die bereinigte Ebitda-Marge lag mit 22,5 % weiterhin auf sehr gutem Niveau (Vorjahreszeitraum: 26,1 %).

Segment Resource Efficiency
Das Segment Resource Efficiency bietet umweltfreundliche und energieeffiziente Systemlösungen. Ihm sind die beiden Geschäftsbereiche Inorganic Materials sowie Coatings & Additives zugeordnet.

Der Umsatz ging in den ersten neun Monaten 2013 um 3 % auf 2,367 Mrd. Euro zurück (Vorjahreszeitraum: 2,440 Mrd. Euro). Hierzu trugen der negative Währungseinfluss sowie das noch bis April 2012 enthaltene Colorants-Geschäft bei, während höhere Mengen bei stabilen Verkaufspreisen zu einem organischen Umsatzwachstum führten. Erfreulich entwickelte sich die Nachfrage aus dem Automobilsektor, insbesondere nach Öladditiven sowie aus der Coatings-Industrie. Auch die Nachfrage aus der Bauindustrie hat sich etwas belebt. Das Kieselsäuregeschäft zeigte sich aufgrund des breiten Spektrums der Endmärkte, die bedient werden, weiterhin stabil.

Die operativen Ergebnisse erreichten nicht ganz die hohen Vorjahreswerte, die Einmalerträge im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Fotovoltaik-Geschäfts enthielten. Das bereinigte Ebitda nahm um 5 % auf 516 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 546 Mio. Euro) und das bereinigte Ebit um 2 % auf 430 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 438 Mio. Euro) ab. Die bereinigte Ebitda-Marge lag mit 21,8 % weiterhin auf sehr gutem Niveau (Vorjahreszeitraum: 22,4 %).

Segment Specialty Materials
Im Mittelpunkt des Segments Specialty Materials steht die Herstellung von polymeren Werkstoffen sowie Zwischenprodukten vor allem für die Gummi- und Kunststoffindustrie. Es gliedert sich in die Geschäftsbereiche Performance Polymers und Advanced Intermediates.

Der Umsatz lag in den ersten neun Monaten 2013 mit 3.430 Mio. Euro um 8 % unter dem Vorjahreswert von 3,720 Mrd. Euro. Neben der Abgabe des chinesischen Cyanurchlorid-Geschäfts im Dezember 2012 ist dies maßgeblich auf deutlich geringere Verkaufspreise zurückzuführen, insbesondere für Butadien, während sich die Absatzmengen leicht erhöhten. Erfreulich verlief das Geschäft mit Wasserstoffperoxid, das eine höhere Nachfrage vor allem aus Anwendungen nach dem von Evonik und Thyssenkrupp Uhde entwickelten HPPO-Verfahren verzeichnete.

Die operativen Ergebnisse waren insbesondere durch die rückläufigen Verkaufspreise sowie eine planmäßige Anlagenrevision eines Produktionsverbundes belastet: Das bereinigte Ebitda ging um 33 % auf 457 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 679 Mio. Euro) und das bereinigte Ebit um 39 % auf 342 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 565 Mio. Euro) zurück. Die bereinigte Ebitda-Marge betrug 13,3 % gegenüber 18,3 % im Vorjahreszeitraum.

Segment Services
Das Segment Services umfasst im Wesentlichen die Site Services und die Evonik Business Services. Es erbringt seine Dienstleistungen vor allem für die operativen Spezialchemie-Geschäfte und das Corporate Center von Evonik sowie für Dritte.

Der Gesamtumsatz lag in den ersten neun Monaten 2013 bei 1,962 Mrd. Euro, hiervon entfielen 1,284 Mrd. Euro auf Innenumsätze. Der Außenumsatz ging nachfragebedingt insbesondere aufgrund der Stilllegung einer Produktionsanlage eines Kunden am Standort Marl um 7 % auf 678 Mio. Euro zurück. Die operativen Ergebnisse erhöhten sich im Wesentlichen dank verbesserter Kostenstrukturen bei den Site Services: Das bereinigte Ebitda nahm um 3 % auf 157 Mio. Euro und das bereinigte Ebit um 7 % auf 88 Mio. Euro zu.

Kostensenkung wird mit Nachdruck fortgesetzt
Die Realisierung des Effizienzsteigerungsprogramms On Track 2.0, zu dem im Wesentlichen die weitere Optimierung der weltweiten Produktion und produktionsnaher Abläufe einen Beitrag leisten soll, kommt gut voran. Nach nur 21 Monaten Laufzeit sind inzwischen Maßnahmen mit einem jährlichen Einsparpotenzial von rund 230 Mio. Euro der bis Ende 2016 geplanten 500 Mio. Euro in Umsetzung begriffen. Auch das zur Jahresmitte gestartete Kostenmanagementprojekt mit dem Ziel, schwerpunktmäßig in den nicht-operativen Einheiten kurzfristige Einsparpotenziale in Höhe von etwa 40 Mio. Euro bis Ende 2013 zu realisieren, macht gute Fortschritte.

Nach dem Unternehmensumbau vom integrierten Mischkonzern zum börsennotierten Spezialchemieunternehmen will Evonik auch seine Führungs- und Verwaltungsprozesse darauf ausrichten und konzernweit straffen sowie effizienter machen. Ziel ist eine weltweite Verwaltung aus einem Guss – ohne Doppelzuständigkeiten und kostenintensive Schnittstellen. Bis Ende 2016 soll dies Einsparungen von jährlich bis zu 250 Mio. Euro ermöglichen.

(dw)

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