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Fassentleersystem für Ex-Bereiche

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04.06.2015 Statische Elektrizität lauert überall. In der Chemie ist sie eine der gefährlichsten Zündgefahren beim Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten, beispielsweise beim Entleeren von Behältern. Bei der Entwicklung eines neuen Fassentleerungssystems für viskose Medien stand deshalb der Schutz vor statischen Aufladungen an erster Stelle.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

   

  • Statische Elektrizität entsteht durch Ladungstrennung und kann beim Handhaben brennbarer Stoffe zur Zündgefahr werden.
  • Für die Entleerung von Fässern im Ex-Bereich wurde nun ein Fassentleerungssystem entwickelt, das statische Aufladungen vermeidet bzw. gezielt ableitet.
  • Für höher viskose, gerade noch fließfähige Medien kommen dabei Exzenterschneckenpumpen zum Einsatz. Am Ende verbleiben bis unter 1 % Restmenge im Fass.

Reibung erzeugt nicht nur Wärme, sondern durch Reibung entsteht auch Reibungselektrizität. Zu spüren ist das beispielweise, wenn sich diese beim Aussteigen aus einem Auto zwischen Finger und Karosserie entlädt. Was für den Menschen harmlos ist, kann beim Umgang mit brennbaren Stoffen zur echten Gefahr werden. Das bekannteste Unglück im Zusammenhang mit statischer Elektrizität ist wahrscheinlich die Brandkatastrophe bei der Landung des Zeppelins LZ129 (Hindenburg) im Mai 1937. Dort kam es beim Abwerfen der nassen Halteleinen zu einer Entladung, infolge derer sich der für den Auftrieb genutzte Wasserstoff in der Hülle des Zeppelins entzündete.

In der Chemie wird dem Phänomen beim Umgang mit brennbaren Stoffen große Beachtung geschenkt. Auch hier kann es – beispielsweise durch die beim Umfüllen nichtleitender Stoffe entstehende Reibung – zu Reibungselektrizität kommen. Deshalb werden vorzugsweise Apparate und Maschinen, aber auch Fässer und andere Behälter aus elektrisch ableitfähigem Material eingesetzt. Insbesondere dann, wenn Behälter mit brennbaren, elektrisch nicht leitenden Flüssigkeiten und Feststoffen umgefüllt und gehandhabt werden, müssen diese vor dem Einbringen in den explosionsgefährdeten Bereich sorgfältig geerdet werden. Für die Konstruktion von Geräten, die in diesen Bereichen genutzt werden, gelten besondere Anforderungen.
 
So auch für das Design eines Fassentleerungssystems, mit dem Fässer auf vergleichsweise einfache Art und Weise entleert werden. Vor zwei Jahren für den Einsatz im Nicht-Ex-Bereich entwickelt, erlaubt es das Viscoflux lite vom Hersteller Flux, Fässer bis zu einer Restmenge kleiner ein Prozent zu entleeren. Das lohnt sich insbesondere dort, wo teure Einsatzstoffe aus Fässern entnommen werden. Das Entleersystem ist relativ einfach aufgebaut – es besteht aus einer Pumpe mit Motor, einer Pumpenzentriertraverse sowie einer Nachfolgeplatte mit Prozessdichtung, die auf das Fördergut im Fass aufgelegt wird. Die Pumpe wird durch die Öffnung der Pumpenzentriertraverse und die Führung der Nachfolgeplatte bis auf den Fassboden geführt. Beim Fördern mit einer Exzenterschneckenpumpe entsteht ein Unterdruck, so dass sich die Nachfolgeplatte absenkt. Eine flexible Prozessdichtung zwischen Platte und Fasswand sorgt dafür, dass nahezu kein Produkt an der Fasswand zurück bleibt.

Heftausgabe: Juni 2015
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Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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