Ferrostaal erhält Großauftrag aus Brasilien

31.08.2012 Die Ferrostaal GmbH hat im Konsortium mit der brasilianischen Tomé Engenharia S.A. einen Auftrag über die Ausstattung von sechs baugleichen Spezialschiffen für die Gas- und Ölgewinnung vor der brasilianischen Küste erhalten. Das Gesamtvolumen des Auftrags für das Konsortium beläuft sich auf einen Wert von rund 700 Millionen Euro.

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Ferrostaal erhält Großauftrag aus Brasilien

Ferrostaal baut für Petrobras FPSO-Schiffe zur Öl- und Gasförderung (Bild: Ferrostaal)

 Zusätzlich wurde eine Option auf die Ausstattung von zwei weiteren Spezialschiffen mit einem Gesamtwert von 200 Millionen Euro vereinbart. Die „Floating Production Storage and Offloading Vessels“ (FPSO), die in einer eigens eingerichteten Werft bei Maceio im Osten Brasiliens, hergestellt werden, sollen als Produktions- und Lagereinheiten bei der Offshore-Gewinnung im neuen Ölfeld „Tupi“ in der Nähe von Rio de Janeiro eingesetzt werden. Auftraggeber und zugleich Eigentümer der Schiffe sind die Guara BV und die Tupi BV, europäische Beteiligungsgesellschaften des brasilianischen Mineralölunternehmens Petrobras. Die Ferrostaal Industrieanlagen GmbH bringt in dem Konsortium ihr Verfahrens-Know-how sowie ihre Engineering- und  Projektmanagementkompetenz ein, während Tomé über große Erfahrung bei der Montage solcher Module verfügt. Der Einkauf erfolgt im Konsortium gemeinsam. 

„Entscheidend für den Zuschlag des Kunden war nicht nur unser umfassendes Engineering Know-how im Bereich der gas- und ölverarbeitenden Anlagen“, so Kay Hanns Ewaldsen, Geschäftsführer der Ferrostaal GmbH, „sondern auch die Lösung der besonderen Anforderungen an die lokale Wertschöpfung in Brasilien.“

Die Spezial-Schiffe bieten bei der Offshore-Förderung  enorme Vorteile. Als mobile Produktions- und Lagereinheiten sind sie schnell und flexibel einsetzbar und machen den Aufbau einer aufwändigen lokalen Pipeline-Infrastruktur überflüssig. Das geförderte Öl wird von den Bohrplattformen über Unterwasser-Rohrleitungen auf die Schiffe geleitet, wo es aufbereitet und bis zur Weiterverladung auf einen Öltanker gelagert wird. 

Der Auftrag ist Teil eines langfristigen Investitionsprogramms von Petrobras, mit dem die brasilianische Regierung plant, bis 2020 die Vorkommen des jungen Offshore Ölfeldes „Tupi“ vor der Küste bei Rio de Janeiro zu erschließen. Dafür stehen weitere Aufträge zur Ausstattung mobiler Produktions- und Lagereinheiten (FPSO) an. Strategisches Ziel der Regierung ist, die tägliche Öl- und Gas-Produktion von 3,8 Millionen Barrel im Jahr 2014 bis zum Ende des Jahrzehnts auf 5,4 Millionen Barrel zu erhöhen.


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