Nicht ein Knacks

Füllstandmessung bei Erdgas: Bullaugen-Anzeiger widerstehen dem Extremdruck

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28.10.2015 Erdgas gilt als ein Energieträger der Zukunft, weltweit werden Erschließung und Abbau von Lagerstätten vorangetrieben. Selbst bei der Erdölförderung spielt das Erdgas eine Rolle. Die lokalen Förderbedingungen verlangen nach einer robusten Technik, auch bei den Messgeräten. Eine besondere Herausforderung ist die Füllstandskontrolle in den Gastanks, in denen ein extremer Druck und eine niedrige Mediumsdichte gleichzeitig auftreten.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Statt über eine durchgehende Glasfront verfügt der Bullaugen-Niveaustandanzeiger über metallverschmolzene Schaugläser. Für die Bullaugen des Füllstandanzeigers werden statt üblicher Borosilikatgläser Sichtscheiben aus AR-Glas, einer alkaliresistenten Faser, verwendet.
  • Sie sind mit einem Ring aus hochbeständigem Hastelloy verschmolzen. Alle Bullaugen-Schaugläser haben einen Durchmesser von 22 mm und eine Dicke von 39 mm. Sie sind in einen Anzeigekörper aus Super-Duplex-Edelstahl (Vollmaterial) eingeschraubt, gegenüberliegende Paare dabei um 90° versetzt angeordnet.

Das Messgerät muss eine immense Festigkeit aufweisen.Dafür wurde jetzt eine Spezialkonstruktion entwickelt: ein Niveaustandanzeiger mit Bullaugen aus metallverschmolzenem Glas.

500 km vor der Nordwestküste Australiens, in der Timorsee, erstrecken sich die beiden Erdölfelder Laminaria und Corallina. Beide waren Mitte der 1990er Jahre entdeckt worden. Ihr Rohstoff-Vorkommen wird über eine FPSO (Floating Production, Storage and Off-loading Unit) abgebaut, Betreiber ist ein australisches Firmenkonsortium. Solch schwimmende Bohrplattformen werden vor allem zur Ausbeutung kleinerer Fundstätten eingesetzt und anschließend zum nächsten Einsatzort geschleppt.

Herausforderung
Füllstandüberwachung

Im Fördergebiet von Laminaria und Corallina liegt die „Northern Endeavour“ vor Anker. Die 273 m lange Plattform in Doppelrumpf-Konstruktion nimmt über Sammelleitungen Öl und Gas aus mehreren Bohrlöchern auf. Sie hat eine Tageskapazität von 180.000 Barrel und ein Lagervolumen von 1,4 Mio. Barrel. Das gebunkerte Öl wird später auf Tanker gepumpt und zur Weiterverarbeitung verschifft.

Die Füllstandüberwachung der Tanks auf einer FPSO birgt angesichts der rauen Bedingungen einige Herausforderungen. KSR Kuebler, ein Unternehmen der Wika Gruppe, erhielt den Auftrag, die Northern Endeavour mit dem entsprechenden Instrumentarium auszurüsten. Dabei handelt es sich um Bypass-Niveaustandanzeiger aus Edelstahl DIN 1.4529 (6 Mo), der zur Familie der Super-Duplex-Stähle zählt. Dieser rostfreie Werkstoff zeichnet sich durch eine besondere Seewasserbeständigkeit aus und gewährleistet eine Einsatzdauer von bis zu 20 Jahren. Diese Spanne entspricht dem Betriebszyklus einer FPSO.

Heftausgabe: November 2015
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Dieter Hägele, Produktmanagement, KSR Kuebler Niveau-Messtechnik

Über den Autor

Dieter Hägele, Produktmanagement, KSR Kuebler Niveau-Messtechnik

Dieter Hägele, Produktmanagement, KSR Kuebler Niveau-Messtechnik

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