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Fusionen kommen Unternehmen teuer zu stehen

27.11.2002

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Der Studie zufolge sind folgende Faktoren für Integrationserfolg ausschlaggebend: Zu Beginn des Projekts wird die Aufmerksamkeit darauf verwendet, Unterstützer des Integrationsprojekts auf den drei Ebenen Geschäftsleitung, Projektleitung sowie Fachbereiche umfassend einzubinden. Der Einsatz von Promotoren liegt mit 48 % deutlich über dem Durchschnitt.


Durch Steuerungs- und Kontrollmechanismen wird die Funktionsfähigkeit der neuen Führungsorganisation sichergestellt. Die Entwicklung eines neuen Budgets und Mittelfristplans wird mit 47 % höherer Intensität verfolgt, die Einführung entsprechender Kennzahlen- und Berichtssysteme liegt 56 % über dem Durchschnitt. Johannes Gerds, Senior Manager Strategie bei Accenture: „Eindeutige Messgrößen und regelmäßige Kontrollen schaffen die Voraussetzungen, dass Synergieziele erreicht werden“.


Neben der Festlegung neuer Rollen und Stelleninhaber wird der Integrationsfortschritt durch den Transfer ausgewählter Führungskräfte über die alten Unternehmens- und Abteilungsgrenzen hinweg flankiert. Der 60 % stärkere Maßnahmeneinsatz ermöglicht so eine wechselseitige personelle Zusammenführung auf Leitungs- und Fachebene. Ferner werden Kernmitarbeiter durch immaterielle Anreize wie mittelfristige Karriereperspektiven an das Unternehmen gebunden.


Unternehmensvision als Integrationsmittel


Zentraler Motivations- und Orientierungspunkt ist eine passende Unternehmensvision, der erfolgreiche Fusionsmanager eine bis zu 33 % höhere Aufmerksamkeit widmen. Eine neue Vision wird aber nur durch entsprechende Schulungen und Anreize gelebte Wirklichkeit. Dies gilt sowohl für integrationsspezifische Aufgabenstellungen als auch für die Bewältigung neuer Anforderungen im operativen Tagesgeschäft. Überdurchschnittlich erfolgreiche Unternehmen setzen solche Maßnahmen mit mehr als doppelt so hoher Intensität ein (115 %). Darüber hinaus belohnen sie mit 81 % überdurchschnittlich stark integrationskonformes Verhalten.

„Bei der Integration zweier Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette müssen über 2000 Veränderungen und rund 10000 außerordentliche Entscheidungen bewältigt werden, deshalb ist systematisches Projektmanagement bei der Zusammenführung des operativen Tagesgeschäfts entscheidend“, so Johannes Gerds weiter. Neben einer 42 % höheren Intensität bei der strukturellen Zusammenführung der operativen Geschäftsprozesse steht eine schnelle und durchgängige Integration der unterstützenden IT-Systeme (34 %) im Vordergrund.

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