Starker Jahresauftakt

Fusionen und Übernahmen in der Chemiebranche

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05.06.2015 Fressen und gefressen werden – das M&A-Jahr in der Chemiebranche hat so stark begonnen wie seit 2012 nicht mehr. Im ersten Quartal 2015 konnte die Branche weltweit 36 Übernahmen, Fusionen und Beteiligungen (Mergers & Acquisitions, M&A) ab einem Volumen von 50 Mio. US-Dollar verzeichnen – im Gesamtwert von 15 Mrd. US-Dollar.

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Entscheider-Facts


Für Marktbeobachter

  • Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen in der Chemiebranche kann für 2015 den stärksten Jahresauftakt seit 2012 verzeichnen.
  • China steht erneut an erster Stelle, was die Zahl der Transaktionen betrifft: An 23 Deals war das Land beteiligt. Die größten Übernahmen liefen jedoch unter amerikanischer Beteiligung.
  • In der Eurozone waren dagegen keine großen Geschäfte über 50 Mio. US-Dollar zu verzeichnen.
Originalmeldung von Pricewaterhouse Coopers  

Sowohl mit Blick auf die Zahl als auch das Volumen hat die Branche laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhousecoopers den stärksten Jahresauftakt seit vier Jahren hingelegt. Im Vergleich zum sehr starken Vorquartal (4. Quartal 2014) sank der Gesamtwert der Transaktionen allerdings um 23 %.

Mega-Deals nur außerhalb Europas
Vier Übereinkünfte im ersten Quartal waren Mega-Deals mit einem Volumen von über 1 Mrd. US-Dollar und einem Gesamtwert von 9,4 Mrd. US-Dollar. Dabei stach besonders die dominante Rolle der USA hervor, die an allen vier großen Geschäften beteiligt waren. Demgegenüber fielen die M&A-Aktivitäten in Europa im ersten Quartal 2015 relativ gering aus: Keine der 63 angekündigten Transaktionen mit europäischen Akteuren lag oberhalb der Marke von 50 Mio. US-Dollar. Allerdings ist diese Zahl nur bedingt aussagekräftig, denn bei 56 haben die beteiligten Unternehmen keine Transaktionswerte angegeben. Die größte Transaktion in der europäischen Chemiebranche war die 43 Mio. US-Dollar teure Übernahme des schweizerischen Elastomer-Komponentenherstellers Lonstroff durch den japanischen Konzern Sumitomo Rubbers Industries. Der größte Deal in der Eurozone lag dagegen bei knapp 25 Mio. US-Dollar und betraf die Übernahme weiterer Anteile des russischen Methanol-Produzenten Metafrax durch die zyprische Lipanet. Das Fehlen großvolumiger Transaktionen in Europa sei jedoch nur eine Momentaufnahme, erklärt Dr. Volker Fitzner, Partner und Chemie-Experte bei PwC: „Wir rechnen im Verlauf des Jahres noch mit deutlich größeren Transaktionen, da sich viele europäische Akteure gerade in Position bringen.“

Nordamerika und Asien im Fokus
der Investoren

In Nordamerika und der asiatisch-pazifischen Region fanden die meisten Übernahmegeschäfte statt – darunter vor allem China mit 23 der dortigen insgesamt 31 Transaktionen. Hinsichtlich des Volumens lang Nordamerika mit neun Übernahmen und Fusionen im Gesamtwert von 10,7 Mrd. US-Dollar auf dem ersten Platz. Zunehmend mischen laut Studie auch Finanzinvestoren bei den Deals in der Chemiebranche mit: Ihre Beteiligungsrate stieg im ersten Quartal 2015 auf über 30 % von 25 % im Schlussquartal 2014. Vor allem seien Unternehmen der Spezial- und Rohstoffchemie in den Fokus der Investoren gerückt. [su]

Heftausgabe: Juni 2015

Über den Autor

Sonja Utsch, Redaktion
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