CT-Produktfokus Drucklufttechnik

Ganz schön unter Druck

04.04.2007 Nicht nur zuverlässig, sondern auch energieeffizient: Die Anforderungen an Druckluft für Anwendungen in der Prozessindustrie steigen kontinuierlich. Druckluftsysteme wie Kompressoren oder Aufbereitungsanlagen müssen nicht nur hohen Qualitätsansprüchen genügen, sondern zudem flexibel einsetzbar sein. Der Produktfokus fasst jüngste Neu- und Weiterentwicklungen zusammen.

Anzeige

Schraubenkompressor mit Drehzahlregulierung Wo Druckluft en gros verbraucht wird, ist wirtschaftliche und anpassungsfähige Erzeugung gefragt. Mit dem Schraubenkompressor FSD 571 SFC bietet Kaeser einen Druckluft-Systembaustein an, der genau auf diese Anforderung abgestimmt ist: Bis zu einer Liefermenge von 54 m³/min kann die Drehzahlregelung genutzt werden. Die Basis der FSD-Anlagen bilden Schraubenkompressorblöcke mit dem Sigma Profil. Die Kompressorblöcke werden über 1:1-Antrieb ohne die Übertragungsverluste eines Getriebes von einem energiesparenden EU-eff1-Motor mit materialschonend niedriger Drehzahl von 1490min-1 angetrieben. Der 1:1-Antrieb senkt den Energie- und den Wartungsbedarf sowie den Geräuschpegel. Letzterer wird durch das besondere Kühlsystem mit Luftführung und Radiallüfter verringert. Obwohl der Lüfter weniger Energie verbraucht als herkömmliche Axiallüfter, übertrifft seine Restpressung für Abluftkanäle die konventioneller Anlagen um den Faktor vier. Die FSD-Modelle sind auch mit Wasserkühlung lieferbar.

Verdichten mit gleichem Wirkungsgrad Mit den drehzahlgeregelten Nirvana-Verdichtern hat Ingersoll Rand ein neues Antriebskonzept eingeführt, das zu Energieeinsparungen führen soll, da die Verdichter über 95% des gesamten Drehzahlbereichs einen gleichbleibend hohen Wirkungsgrad aufweisen. Zudem kann über das elektronische Getriebe der Druckbereich an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Dieses Prinzip wurde jetzt auch auf den Leistungsbereich von 15 bis 30 kW übertragen. Die kleineren Kompressoren aus der Serie sind mit frequenzgeregelten Drehstrommotoren ausgestattet, die in einem großen Regelbereich mit gleichbleibend hohem Wirkungsgrad arbeiten. Die neue Baureihe wird als kompakte Komplettstation mit Druckbehälter, Kältetrockner und Vor-/Feinstfilter-Kombination geliefert.

Boxer mit kompaktem Design Mit neuen Boxer-Modellen der Baureihe KK40 erweitert Dürr Technik seine Palette an ölfreien Kompressoren um neue Varianten. Durch die direkt ineinander steckbaren Kurbelgehäuse weisen die Kolbenkompressoren eine geringe Bauhöhe auf. So lassen sie sich genau dort einsetzen, wo eine vom Druckluftnetz unabhängige Luftversorgung benötigt wird. Die Kompressorenmodelle haben eine Liefermenge von 132 l/min bis 170 l/min im freien Durchgang. Ihr Nenndruck liegt bei 7 bar, der maximal zulässige Sicherheitsdruck beträgt 10 bar. Die Motoren gibt es mit einer Leistung von 900 W bis 1400 W. Sie sind als 1~ 230 V, 115 V und 3~ 400 V sowie in Gleichstrom-Ausführungen, die auf die spezifischen Anforderungen abgestimmt werden, verfügbar. Sie stehen sowohl in Schutzart IP 00 als auch in IP54 zur Verfügung. Die Kompressoren zeichnen sich durch niedrige Gasaustrittstemperaturen aus, die durch eine entsprechende Gestaltung des Zylinderkopfes erreicht werden. Dadurch kann in vielen Fällen auf eine zusätzliche Kühlung der Druckluft verzichtet werden.

Wassereingespritzt und ölfrei verdichtend Die Schraubenkompressoren der Baureihe AQ 30 bis 55 VSD von Atlas Copco sind komplette Arbeitsplatzkompressoren mit Antriebsmotor, Kühlern, Kondensatabscheidern, Umkehrosmosesystem und Filtern. Durch das in der Anlage enthaltene Regelsystem arbeiten die Kompressoren zuverlässig und wirtschaftlich. Ein Frequenzumwandler verändert die Drehzahl des Antriebsmotors je nach Druckluftbedarf. Der Energieverbrauch wird dadurch so weit gesenkt, dass sich die Zusatzinvestition rasch amortisiert. Die Kompressoren können innerhalb des Drehzahlbereichs stufenlos geregelt werden. Bei den Voll-Versionen sind zudem Kältetrockner integriert.

In jeder Phase Reinstluft Im Gesundheitswesen, in der Lebensmittelherstellung und in anderen sensiblen Bereichen ist ölfreie Druckluft ein wichtiges Qualitätskriterium. Die Kolbenkompressoren der OK-Baureihe von Boge verdichten prinzipiell ölfrei nach einem Prinzip, das jeglichen Einsatz von Öl im Kompressor eliminiert. Ihre Kennzeichen sind eine konsequent ölfreie Auslegung durch Schubstangen-Antriebssystem mit abgedichteter Kurbelwelle und Pleuellager sowie hartbeschichtete Zylinderlaufbahnen und Kolbenhemd mit Spezial-Compoundbeschichtung. Der hohe Qualitätsanspruch an das Endprodukt ölfreie Druckluft macht eine turnusmäßige Wartung notwendig, doch hochwertige Materialien und präzise Fertigung reduzieren den Aufwand auf ein Minimum. Die OK-Reihe gibt es mit 4 und 5,5 kW-Antrieb für 10 bzw. 15 bar Höchstdruck. Die effektive Liefermenge liegt bei 448 bis 768 l/min.

Booster für die Druckerhöhung Die neue Serie der AirCom Druckerhöher ist zum Verdichten von Druckluft und neutralen Gasen geeignet. Mit den Geräten können die üblichen Werksdrücke von 4 bis 6 bar auf die gewünschten Enddrücke von bis zu 60 bar erhöht werden. Die Druckbooster arbeiten pneumatisch – ohne Einsatz von elektrischer Hilfsenergie. Die Standardversion besteht aus einer autarken Druckerhöhereinheit. Für größeren Luftverbrauch und sanfteren Druckaufbau eignen sich komplett montierte Anlagen. Die Anlagen bestehen aus Druckerhöhereinheit, Druckregler und Filter sowie einem Speichervolumen von bis zu 40 Litern.

Standardisierte Drucklufttrockner Beko hat neue warmregenerierenden Adsorptionstrockner Everdry für Volumenströme bis 20000 m³/h im Programm. Die Trockner gibt es in vier Grundvarianten: Der FRA Typ bezieht die Gebläseluft für die Kühlung unmittelbar aus der Umgebungsluft und verbraucht somit nach dem Zero-Purge-Prinzip keine Spülluft. Mit einem Drucktaupunkt von -40 °C ist FRA eine Lösung für Standardanwendungen ab 600 m³/h. FRC bietet einen Leistungsbereich von 600 bis 3400 m³/h, bei einem Drucktaupunkt von -40 °C. Er kühlt ebenfalls mit Gebläseluft aus der Umgebung. Der Typ FRP für den Leistungsbereich ab 600 m³/h kühlt dagegen mit einem Trockenluftteilstrom. Dabei liegt der Spülluftverbrauch bei zwei Prozent des Volumenstroms. Beim FRL Trockner mit einem Leistungsbereich ab 900 bis 20000m³/h und mit einem Drucktaupunkt von bis zu -70 °C erfolgt die Kühlung mittels Gebläseluft im geschlossenen Kreislauf. Damit eignet sich der Trockner auch für den Einsatz in tropischem Klima.

Management-System für Kompressoren Einen Einstieg in das Druckluft-Management und Energieeinsparungen verspricht der Sigma Air Manager Basic von Kaeser. Die Verbundsteuerung auf Industrie-PC-Basis stimmt den Betrieb von bis zu vier Kompressoren aufeinander ab. Die dabei eingesetzte Druckbandsteuerung erlaubt es, den Arbeitsdruck der Kompressoren abzusenken. Das führt zu Energie- und Kosteneinsparungen sowie zur Verringerung von Leckageverlusten: Bereits eine Druckreduzierung um 1 bar bedeutet sechs Prozent weniger Energieverbrauch und etwa vier Prozent weniger Leckageverluste. Einen weiteren Einspareffekt bringt die automatische Trenderkennung des Druckluftverbrauchs: Abhängig vom jeweiligen Verbrauch prognostiziert das System dessen weiteren Verlauf, vermeidet ein verfrühtes Zuschalten weiterer Kompressoren und damit unnötigen Energieverbrauch. In das System können nicht nur Kompressoren mit PC-basierter interner Steuerung eingebunden werden, sondern auch ältere Schrauben- oder Kolbenkompressoren.

Für die Öl-Wasser-Trennung Die neu entwickelten Öwamat Öl-Wasser-Trenner von Beko erfüllen die gesetzlichen Auflagen zur Einleitung des gereinigten Wassers in das kommunale Abwassersystem. In dem Apparat gelangt das ölhaltige Kondensat zunächst unter Druck in die Druckentlastungskammer. Dort wird der Überdruck abgebaut, ohne dass es zu Verwirbelungen im nachfolgenden Trennbehälter kommt. Mitgeführte grobe Schmutzpartikel werden in einem herausnehmbaren Auffang zurückgehalten. Im Trennbehälter setzt sich durch Schwerkrafttrennung das Öl an der Oberfläche ab. Es wird in den überlaufsicheren Ölauffangbehälter geleitet. Das so vorgereinigte Kondensat strömt nun durch einen oleophilen Vorfilter, der eine deutlich vergrößerte aktive Filterfläche als sein Vorgänger aufweist. Mit der neuen Generation wurde außerdem die Kartuschentechnik der Hauptfilter eingeführt. Mit wenigen Handgriffen lassen sich die Filter nun wechseln. Die Trenner gibt es in fünf Größen und Behältervolumen von zehn bis 228 l.

Heftausgabe: April 2007

Über den Autor

Röhl
Loader-Icon