Perpetuum Polymobile

CT-Spotlight – Geheimplan enthüllt: Wie Bayer-Monsanto die Kunststoffindustrie neu aufmischen will

07.10.2016 Es ist ein Skandal! In Europa wandern Jahr für Jahr rund acht Millionen Tonnen Kunststoffabfälle ungenutzt auf die Deponie. Weltweit im vergangenen Jahrzehnt hunderte Millionen Tonnen. Doch Hilfe naht: Mit Bayer-Monsanto steht nun ein gänzlich selbstloser Held mit Erfahrung am Feldrand – schließlich hat Bayer erst unlängst eine ganze Kunststoffsparte deponiert.

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Bild: pavelkubarkov und megastocker – Fotolia

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Die Spanier tun‘s, die Polen tun‘s auch, genauso wie die Rumänen und die Bulgaren. Und natürlich – wie soll‘s auch anders sein – die Griechen. Die Rede ist von der Beerdigung von Abfällen – und zwar nicht nur solchen, die aus überreifen Tomaten und ausgelutschten Bananenschalen bestehen, sondern Abfälle aus HDPE, LDPE, PP, PS und anderen wertigen Polymeren! Bei uns schaffen die Supermärkte die Plastiktüten ab, an der Ägäis und der Costa Blanca werden damit Schluchten eingeebnet und polymere Mittelgebirge aufgetürmt. Was für eine Verschwendung! Und was für ein Imageschaden!

Das dachte sich offenbar auch das obere Management beim Leverkusener Bayer-Konzern. Ein ­Whistleblower hat der CT-Redaktion nun den wahren Masterplan hinter Covestro-Spin-off und Monsanto-Kauf verraten. Und weil wir Sie, liebe CT-Leser, für so vertrauenswürdig halten, dass Sie Geheimnisse bestimmt nur solchen Leuten anvertrauen, von denen Sie wissen, dass diese Geheimnisse nur vertrauenswürdigen Personen anvertrauen, können wir‘s auch schreiben: Bayer plant das Perpetuum Polymobile!

Den uns vorliegenden „Bayer-Papers“ zufolge haben konzerneigene Tüftler eine Maispflanze gentechnisch derart verändert, dass diese in der Lage ist, auf Polymer­abfällen zu wurzeln, diese zu zersetzen und die Zersetzungsprodukte in Maisstärke umzuwandeln. Und diese wird wieder zu Polymeren umgewandelt. Genial, oder?

Eine eigene Kunststoffsparte auf Rohölbasis stört da natürlich – weshalb Bayer den Bereich in der Covestro AG deponiert hat. Aber wie wir fragen Sie sich jetzt: „Wenn das Know-how doch schon in Leverkusen vorhanden ist, wozu braucht‘s dann noch Monsanto?“  Na klar, Bayer fehlte es an einem windigen Geschäftsmodell:  Für den gaaanz unwahrscheinlichen Fall, dass der polymergenetischmonetomodifizierte Genmais anfällig gegen Unkraut ist und mit einem speziellen, patentgeschützten Herbizid behandelt werden muss, gibt es dieses für den Polymaisfarmer natürlich nur dann, wenn dieser auch das Polymaissaatgut bei Baymons gekauft hat. Helmut Kohl hatte recht: Uns blühen drohende Landschaften – oder drohten uns blühende Landschaften? Ich bin verwirrt…

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Heftausgabe: Oktober 2016

Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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