Global Bioenergies und Fraunhofer CBP bauen Isobuten-Pilotanlage

10.07.2014 Die französische Global Bioenergies in Evry und das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in München bauen eine zweite Pilotanlage zur fermentativen Herstellung von Isobuten in Leuna. Die Produktionskapazität ist auf bis zu 100 t/a des gasförmigen, ungesättigten Kohlenwasserstoffs ausgelegt.

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Global Bioenergies und Fraunhofer CBP bauen Isobuten-Pilotanlage

In der ersten der Pilotanlage am Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP stellen die Forscher bereits Erdöl-Ersatzstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen her (Bild: Gunter Binsack/Fraunhofer CBP)

Die zweite Pilotanlage umfasst zwei 5.000-l-Fermenter sowie ein komplettes Aufreinigungssystem, das ab Herbst 2014 im Technikum des CBP auf 600 m2 entstehen und nach einem Jahr Aufbau einsatzbereit sein soll. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einem Betrag von 5,7 Mio. Euro unterstützt.

Ein spezieller Mikroorganismus von Global Energies stellt dabei Isobuten aus Zucker her. Das so erhaltene Isobuten kann für die Herstellung von Kunststoffen und Elastomeren sowie den Treibstoff Isooktan verwendet werden. Das in der zweiten Pilotanlage in Leuna hergestellte Isobuten steht interessierten Industrieunternehmen zu Testzwecken zur Verfügung wie zum Beispiel Audi (im Rahmen der im Januar 2014 unterzeichneten Partnerschaft).

Der Vertrag von Global Energies und Fraunhofer CBP sieht außerdem vor, dass bis zu 13 Fraunhofer-Spezialisten bis September 2016 an der Weiterentwicklung des Herstellungsverfahrens von Global Bioenergies arbeiten werden. Weil Zucker beispielsweise aus Zuckerrüben der Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung stehen soll, sollen die Fraunhofer-Forscher einen anderen Zugang zum Rohstoff Zucker erschließen, der sich ebenfalls aus nachwachsenden Rohstoffen speist, aber nicht für Lebensmittel geeignet ist – nämlich aus Holz. Die technischen Grundlagen dafür sind in der Lignozellulose-Bioraffinerie des Fraunhofer CBP vorhanden. Hier spalten die Forscher Holz in seine Bestandteile Zellulose, also Zucker, Hemizellulosen und Lignin auf.

Thomas Buhl, Leiter Business Development bei Global Bioenergies erklärte dazu: „Das Team ist nun vollständig: Fraunhofer CBP ist neben Linde, welche das Engineering verantwortet, ein erstklassiger Partner für die Inbetriebsetzung und den Betrieb dieser Pilotanlage.“ Gerd Unkelbach, Leiter der Fraunhofer CBP, fügte hinzu: „Im Rahmen unserer Zusammenarbeit unterstützen wir Global Bioenergies mit unserem Know-how im Bereich der Weiterentwicklung von biotechnologischen und chemischen Verfahren.“

Im vergangenen Jahr hatte Global Bioenergies bereits bekannt gegeben, dass seine erste industrielle Pilotanlage Teil der Bioraffinerie von Bazancourt-Pomacle in der Nähe von Reims (Frankreich) sein wird. Diese erste Pilotanlage, die zusammen mit Arkema und dem nationalen französischen Forschungsinstitut CNRS betrieben wird, soll im Herbst dieses Jahres gestartet werden. Sie wird die Grundlage zur großindustriellen Nutzung des Isobutenprozesses bei der Herstellung von Methacrylsäurederivaten darstellen, die für Farben und organisches Glas verwendet werden können.

(dw)

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