Geschäftsbericht

„Goldgräberstimmung“ bei Turck

20.10.2017 Der Automatisierungsspezialist Turck rechnet nach einem außerordentlich guten Geschäftsjahr 2017 mit zweistelligem Umsatzwachstum. Gleichzeitig zeichnet sich ein Wandel in der Geschäftsführung ab: Ulrich Turck kündigte seinen Ruhestand an.

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Geschäftsführer Christian Wolf präsentiert das Umsatzwachstum der Turck-Gruppe. (Bild: Redaktion)

Geschäftsführer Christian Wolf präsentiert das Umsatzwachstum der Turck-Gruppe. (Bild: Redaktion)

Im erfolgreichsten Jahr seiner Geschichte wird das Unternehmen die Marke von 600 Mio. Euro konsolidiertem Gruppenumsatz übertreffen. Mit 15 % Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr wächst Turck damit zum ersten Mal seit 2011 wieder zweistellig. Das erfolgreiche Wachstum fand in nahezu allen Geschäftsregionen des international tätigen Unternehmens statt, Geschäftsführer Christian Wolf sprach auf der Jahrespressekonferenz am 19.10.2017 von „Goldgräberstimmung“ am Markt. Besonders hebt sich laut Wolf die Region Nordamerika ab, mit 22 %  Wachstum in den USA, 25 % in Kanada und 30 % in Mexiko. Grund ist unter anderem der vorteilhafte Dollarkurs. In Deutschland nahm der Umsatz um 11 % zu.

Spitzenreiter ist die Region China mit 34 %, nach mehreren Jahren des Rückgangs in denen das Unternehmen dort „ordentliche Probleme zu bewältigen“ hatte.  Rückgang verzeichnet Turck auch in Südamerika, für den Umsatzrückgang von 16 % sei hier vor allem Brasilien verantwortlich, erläuterte Wolf. in der Region „Middle East, Indien, Afrika“ ging der Umsatz sogar um 23 % zurück.

RFID ist „eins der wichtigsten Merkmale“

Unter den Geschäftsbereichen des Unternehmens hebt sich die Business Unit Automation Systems mit 23 % Wachstum hervor. In diesem Bereich vertreibt Turck vor allem Feldbus- und Anschlusstechnik. Die Business Unit Automation Products erzielte 12 % Umsatzwachstum, die Sparte RFID 11 %. Besonders letztere vertrete „strategisch eins der wichtigsten Merkmale für die Zukunft“, so Wolf.

Um sich im RFID-Bereich zu verstärken hat Turck das finnische Unternehmen Vilant in die Unternehmensgruppe übernommen. Der Spezialist für Turnkey-RFID-Lösungen produziert vor allem Software und gewinnt durch die Übernahme Zugang zum Vertrieb der Turck-Hardware. Die Übernahme sei im Hinblick auf Industrie 4.0 und das Internet der Dinge von großer strategischer Bedeutung, betonte Wolf. In diesem Bereich will der Automatisierer künftig nicht nur organisch wachsen, sondern auch durch Akquisitionen und Beteiligungen. Dabei kämen auch Minderheitsbeteiligungen in Frage, verdeutlicht Wolf die geänderte Unternehmensstrategie. Die Übernahme von Vilant ist die erste echte Akquisition in 52 Unternehmensgeschichte.

Ulrich Turck geht in den Ruhestand

Christian Pauli, Guido Frohnhaus und Christian Wolf (v.l.) bilden ab März die Geschäftsführung der Turck Holding. (Bild: Turck)

Christian Pauli, Guido Frohnhaus und Christian Wolf (v.l.) bilden ab März die Geschäftsführung der Turck Holding. (Bild: Turck)

Geschäftsführer Ulrich Turck verkündete unterdessen seinen geplanten Eintritt in den Ruhestand: Nach Vollendung seines 67sten Lebensjahrs wird sich Ulrich Turck zum 1. März 2018 aus der Geschäftsführung zurückziehen. Nach seinem Einstieg ins Unternehmen im Jahr 1985 war der Sohn des Unternehmensmitbegründers Hans Turck zunächst für die Gründung von Auslandstöchtern verantwortlich, insbesondere in Osteuropa und China. Seit 1998 ist Ulrich Turck geschäftsführender Gesellschafter der Hans Turck GmbH & Co. KG und der Turck Holding.

Sein Nachfolger in der dreiköpfigen Geschäftsführing wird Christian Pauli, der seit 2000 im Unternehmen und seit 2005 Mitglied der Geschäftsleitung Finanzen der Turck Holding ist. Neben Christian Wolf ist außerdem Guido Frohnhaus weiterhin Teil der Geschäftsführung. Im Zuge der Nachfolgeregelung werden die Verantwortlichkeiten in der Holding auf die drei Geschäftsführer umgelegt: Frohnhaus ist für die Bereiche Fertigung und Entwicklung zuständig, Wolf verantwortet Vertrieb und Marketing und Pauli Finanzen, Personal und IT. Mit dem Ruhestand von Ulrich Turck wird zum ersten Mal kein Familiangesellschafter in der Geschäftsführung sitzen.

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