Markt

Großanlagenbau: Neuer Rekord in 2008 / Auftragsrückgang in 2009 erwartet?

24.03.2009

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Mit Aufträgen im Wert von 32,8 Milliarden Euro hat die Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im VDMA auch in 2008 wieder ein Allzeit-Hoch erreicht. Doch für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einer deutlichen Nachfrageberuhigung. Mancher Auftraggeber wartet bereits auf sinkende Preise für Equipment und Bauleistungen – so der Verband auf der gestrigen Pressekonferenz. Der Finanzmarktkrise zum Trotz haben die in der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (AGAB) zusammengeschlossenen Unternehmen im Auftragseingang die Rekordmarke von 2007 (32,2 Mrd. Euro) erneut getoppt: Und zwar um satte 400 Mio. Euro. Damit einher ging die Schaffung von 3500 Arbeitsplätzen in 2008. Insgesamt beschäftigten die AGAB-Unternehmen im Dezember 58?400 Mitarbeiter. Und nicht nur das Ausland trug zum Wachstum bei: 6,4 Mrd. Euro kamen aus Deutschland – der höchste Wert seit 1993. Nach wie vor treibt die Kraftwerksnachtfrage den Auftragseingang ?– im Inland lag der Anteil bei 55 %. Doch je nach Branche ist das Bild unterschiedlich: Im Chemieanlagenbau und der Elektrotechnik sank die Nachfrage jeweils um knapp ein Fünftel – „was allerdings eine Beruhigung auf sehr hohem Niveau bedeutet“, so Rosenthal.

Dem Verband zufolge gibt es dafür mehrere Gründe: Einerseits haben zahlreiche Anlagenbetreiber in den letzten Monaten ihre Investitionen in Folge des gesunkenen Absatzes zum Teil drastisch reduziert oder sogar gestoppt. Außerdem ist es für die Auftraggeber schwieriger geworden, die Finanzierung der Projekte zu sichern. „Selbst weiterhin finanzstarke Abnehmer halten sich mit Investitionen zurück und hoffen auf sinkende Anlagenpreise“, erklärte Rosenthal einen weiteren Grund für den Rückgang. Eine Sicht, die auch Helmut Knauthe, Mitglied der Geschäftsführung bei Uhde, bestätigte: „Es gibt Projekte, bei denen die Kunden die Krise nutzen, um bessere Preise zu erzielen.“ In manchen Fällen kommen die Auftraggeber, so Knauthe, zum Schluss, dass es im Moment günstiger ist, angefangene Projekte zu halten, weil man in sechs Monaten deutlich günstigere Preise im Beschaffungsmarkt und bei Bau und Montage erwartet. Knauthe: „Die Projekte werden stärker umkämpft sein, als in der Vergangenheit.

Für das laufende Jahr rechnen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft beim Auftragseingang sogar im Schnitt mit einem Minus von 30 bis 50 %. Dennoch soll die Zahl der Beschäftigten konstant bleiben. „Als Puffer für einen längeren Nachfrageeinbruch dient uns der Abbau von Überstunden und Gleitzeitkonten. Außerdem werden wir die Zahl der Fremdvergaben deutlich reduzieren“, so Rosenthal. „Die aktuelle Auftragslage ist nicht schlecht und auch der Auftragsbestand ist nach wie vor gut“, so Rosenthal. „Im Branchenschnitt sichert der Auftragsbestand die Auslastung der Kapazitäten bis Ende 2009.“

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