Milliarden-Übernahme

US-Generika und Merck-Biosimilars: Großeinkauf bei Fresenius

25.04.2017 Der Gesundheitskonzern Fresenius kauft weiter fleißig zu: Für 4,75 Mrd. US-Dollar übernimmt das Unternehmen den US-amerikanischen Generikahersteller Akorn. Außerdem nimmt Fresenius dem Darmstädter Pharmakonzern Merck dessen Biosimilars-Sparte ab.

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Fresenius baut aus: Zum nächsten Milliardendeal, der Akquisition des Generikaherstellers Akorn, kommt die Übernahme der Biosimilars-Sparte von Merck. (Bild: Fresenius)

Stürmisches Vorgehen: Erst Ende des vergangenen Jahres hatte Fresenius unter dem neuen Chef Stephan Sturm die größte Akquisition der Firmengeschichte gestemmt. Für fast 5,8 Mrd. Euro kaufte das Unternehmen den spanischen Klinikbetreiber Quironsalud. Nun baut der Konzern mit der Übernahme von Akorn sein Generikageschäft auf dem amerikanischen Markt aus – mit 4,75 Mrd. Dollar (ca. 4,4 Mrd. Euro) die zweitgrößte Übernahme der Firmengeschichte.

Großzügiges Milliarden-Angebot

Der Preis setzt sich zusammen aus einem Angebot von 34 US-Dollar pro Akorn-Aktie (insgesamt 4,3 Mrd. Dollar) und übernommenen Verbindlichkeiten von 450 Mio. Dollar. Ein großzügiges Angebot, der Börsenwert von Akorn beträgt laut Börsenportal der ARD rund 3,7 Mrd. US-Dollar. Fresenius erwartet mittelfristige Synergieeffekte im Wert von 100 Mio. Dollar vor Steuern. Akorn erwartet für das laufende Jahr einen Umsatz von rund 1 Mrd. US-Dollar bei einem Gewinn von gut 400 Mio. Dollar.

Zu dem Milliardendeal kommt die angekündigte Übernahme des Biosimilar-Geschäfts von Merck. Der Kaufpreis beträgt zunächst eine Vorauszahlung von 170 Mio. Euro. Hinzu kommen Meilensteinzahlungen bis 500 Mio. Euro unter Vorbehalt von Fortschritten in der Biosimilars-Pipeline sowie Lizenzzahlungen auf potenzielle Produktumsätze. Die Transaktion soll im zweiten Halbjahr 2017 abgeschlossen sein.

Merck teilte mit, die Veräußerung sei ein wichtiger Schritt für die strategische Zuordnung von F&E-Ressourcen zu Prioritäten des Unternehmensbereichs Healthcare. „Die Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte und Dienstleistungen steht im Mittelpunkt unserer Konzern- und aller Geschäftsstrategien“, erläuterte Merck-CEO Stefan Oschmann. „Der heutige Schritt unterstreicht unser Ziel, die Transformation von Merck zu einem Wissenschafts- und Technologieunternehmen weiterhin konsequent voranzutreiben.“

Patentverluste als Grundlage für weiteres Wachstum

„Biosimilars sind ein schnell wachsendes Segment des Pharma-Markts“, betonte Mats Henriksson, Vorstand für den Unternehmensbereich Fresenius Kabi. „In den nächsten Jahren werden einige der größten Marken-Biopharmazeutika ihren Patentschutz verlieren. Diese Übernahme erweitert unser Produktangebot und stärkt damit die führende Position von Fresenius Kabi bei injizierbaren Arzneimitteln. Wir schaffen so eine sehr gute Grundlage für weiteres Wachstum.“

Fresenius will für die Übernahmen auf eine Kapitalerhöhung verzichten und beide Akquisitionen fremdfinanzieren, berichtet Reuters. Der Konzern rechnet damit, dass sich die Zukäufe ab 2021 positiv auswirken, und bestätigte sein Gewinnziel von 2,4 bis 2,7 Mrd. Euro.

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