Jahresbilanz des VCI

Gute Konjunktur treibt Beschäftigtenzahl in der Chemie

06.12.2017 Ein sattes Umsatzplus und Produktionszuwachs haben in der Chemie zum höchsten Beschäftigungsstand seit 13 Jahren geführt. Diese Bilanz zieht die Chemiebranche für das laufende Jahr. Und auch die Aussichten für 2018 sind positiv.

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Auf der Jahrespressekonferenz des Chemieverbandes VCI hatten die Verbandsfunktionäre positive Zahlen zu vermelden. (Bild: VCI, Fuest)

Laut Branchenverband VCI steigt die Produktion in 2017 um 2,5 %, der Umsatz legt sogar um 5,5 % zu. „2017 war ein ausgesprochen gutes Jahr für die chemisch-pharmazeutische Industrie“ resümierte der Verband auf einer Pressekonferenz zur Konjunktur am 6. Dezember. Grund sei die starke Industriekonjunktur in Europa, die im Jahresverlauf noch Fahrt aufgenommen hat. „Nach eher durchwachsenen Ergebnissen in den drei vorherigen Jahren hat 2017 das Prädikat ‚gut‘ ohne Einschränkung verdient“, sagte VCI-Präsident Kurt Bock. Die Zahl der Mitarbeiter in der Branche stieg um 1 Prozent auf 451.500 Personen.

Auch für 2018 geht der VCI von einem weiteren Wachstum der Branche aus: Der Verband erwartet eine Zunahme der Produktion von 2 Prozent. Bei leicht steigenden Preisen (+1 Prozent) sollte der Umsatz um 3 Prozent zulegen. Das Jahresergebnis der Branche könnte 2018 damit erstmals die Schwelle von 200 Milliarden Euro erreichen. Für das Auslands- und das Inlandsgeschäft prognostiziert der VCI annähernd gleich hohe Wachstumsraten.

Forderungen an die Politik

Im Rahmen der Pressekonferenz äußerten sich die VCI-Funktionäre auch zum politischen Rahmen der Chemie in Deutschland. Hier wird eine steuerliche Förderung von Forschungsaktivitäten angemahnt. Außerdem wendet sich der VCI gegen eine nationale CO2-Steuer und einen überhasteten Kohleausstieg. Daneben verfolgt die Branche die Brexitverhandlungen mit Großbritannien. Der Handelspartner nimmt jährlich Chemieprodukte im Wert von 12 Mrd. Euro aus Deutschland ab und liefert Chemieerzeugnisse im Wert von über 6,4 Mrd. Euro.

Sollte die britische Regierung Chemie- und Pharmazölle auf dem Niveau der heutigen EU-Außenzölle einführen, sind jährliche Zollzahlungen von 200 Mio. Euro möglich. Noch größere Belastungen seien zu erwarten, wenn sich für die Branche spezifische Regulierungen – wie zum Beispiel das Chemikalienrecht Reach oder die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden – in Zukunft unterschiedlich entwickeln, betonte Bock.

(as)

 

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