Infraserv Höchst investiert in Klärschlammverbrennung

12.11.2015 Infraserv Höchst plant Umbaumaßnahmen an der Klärschlammverbrennungsanlage im Industriepark Höchst, um die Geruchsemissionen deutlich zu reduzieren. Die Betreibergesellschaft des Industrieparks will rund 750.000 Euro in die Maßnahme investieren, die bis Ende März realisiert werden kann. Das Projekt wird heute Abend beim Gesprächskreis der Nachbarn des Industrieparks Höchst vorgestellt.

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In der Klärschlammverbrennungsanlage, die sich ebenso wie die Abwasserreinigungsanlage des Industrieparks Höchst im Westen des 4,6 Quadratkilometer großen Standortes befindet, werden pro Jahr bis zu 225.000 Tonnen Klärschlamm umweltgerecht entsorgt. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme wird für die Versorgung der Industriepark-Unternehmen mit Prozessdampf genutzt – so reduziert Infraserv Höchst den Verbrauch fossiler Brennstoffe und den damit verbundenen CO2-Ausstoß.

Bestandteil der Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) ist die Abwurfhalle, die mit dem Bau der Anlage 1994 errichtet wurde. Von hier aus gelangen die Klärschlämme direkt in die Verbrennungsöfen. Die Abluft aus dieser Halle – rund 37.000 Kubikmeter pro Stunde – wird direkt in die KVA geleitet und als Verbrennungsluft genutzt. Diese Abluft gelangt nicht ins Freie.

Anders ist dies aktuell mit der Abluft aus der Anlieferhalle, die 2005 errichtet wurde. Zwar wird die Luft gefiltert und über einen 60 Meter hohen Kamin abgeleitet, doch bei bestimmten Wetterlagen sind dennoch in Bodennähe Geruchsemissionen wahrnehmbar.

Abluft geht künftig direkt in die Verbrennung

Die Lösung: Künftig wird der Großteil der Luft aus der Abwurfhalle nicht mehr direkt der Verbrennung zugeführt, sondern als Zuluft in die Anlieferhalle umgeleitet. Dafür wird die Abluft dieser Halle nicht mehr über den Kamin geführt, sondern als Verbrennungsluft in die Öfen geleitet. Über den Kamin würde dann künftig im Regelbetrieb keine Abluft mehr ins Freie gelangen, nur für Notfälle soll die Möglichkeit dieser Abluftführung erhalten bleiben. Das ursprüngliche Konzept für die Abluftführung wurde gewählt, weil davon auszugehen war, dass in der Anlieferhalle weitaus mehr Abluft anfällt als der Verbrennung zugeführt werden kann. In der Praxis hat sich gezeigt, dass ein geringerer Luftwechsel ausreicht.

„Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dieser technischen Maßnahme für eine deutliche Reduzierung der Geruchsemissionen in den Straßenzügen von Sindlingen sorgen können, die unmittelbar an den Industriepark angrenzen“, erklärt Infraserv-Geschäftsführer Dr. Joachim Kreysing.

Das Projekt wird beim Gesprächskreis der Nachbarn des Industrieparks Höchst am Donnerstag, 12. November, ab 18 Uhr im Bolongaropalast in Höchst vorgestellt.

(as)

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