Beidseitig ausziehbare Zellenradschleuse erleichtert Reinigung

Kein Act, zweiter Auszug

11.05.2007 Produktreste aus Zellenradschleusen zu entfernen, ist keine einfache Aufgabe. Mit Hilfe eines stabilen Stangensystems hat sich Jaudt dem Problem angenommen und auf der Powtech eine pfiffige Lösung vorgestellt, welche die Reinigung deutlich vereinfacht.

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Chargenwechsel im Batch-Betrieb haben es in sich: Einerseits muss die Prozesssteuerung alle notwendigen Schritte sauber führen und unterstützen, andererseits dürfen beim Wiederanfahren keine Reste der vorherigen Produktion in der Anlage verbleiben. Und gerade der Reinigungsaspekt wird im Hinblick auf immer teurere Produkte und der Forderung nach einer reproduzierbaren, gleich bleibend hohen Produktqualität immer wichtiger. Dazu kommt noch ein weiterer Aspekt: Je nach der Größe der Anlage und der zu reinigenden Komponenten kann die körperliche Belastung für das Anlagenpersonal hoch sein und es steigt die Gefahr von Beschädigungen, wenn schwere Komponenten der Anlagen demontiert werden müssen.

Diese Aspekte hatte der Schüttgut-Komponentenhersteller Jaudt bereits vor drei Jahren mit seiner Zellenradschleuse Easy Clean aufgenommen (wir berichteten in CT10/2004, abrufbar unter www.chemietechnik.de, Stichwort: Jaudt) und eine Konstruktion vorgestellt, bei der das Zellenrad mit Hilfe eines Stangensystems komplett aus dem Gehäuse herausgefahren werden kann.
Mit der zur Powtech 2007 vorgestellten Zellenradschleuse Easy Clean Twice geht der Anbieter nun noch einen Schritt weiter: „Unsere Kunden forderten zum einen eine weitere Servicemöglichkeit und zum anderen die CIP-Fähigkeit der Zellenradschleuse“, beschreibt Robert Roßkopf, Verkaufsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung bei Jaudt, die erweiterten Bedürfnisse der Betreiber und ergänzt: „Da wir unsere Schleuse in den Branchen Bauchemie, Chemie und Lebensmittelindustrie einsetzen, haben wir diesen Wunsch sehr ernst genommen.“

3-fach-Auszug erleichtert die Reinigung

Bei der neuen Schleuse werden Reinigung und Wartung durch eine 3-fach Ausziehvorrichtung unterstützt. Grundlage dafür ist ein präzises Stangensystem, mit dem auch bei den Nennweiten 250 und 300 ein stabiles und genaues Einfahren des Zellenrads erreicht wird. Beim ersten Auszug wird das Lagerschild und Zellenrad aus dem Gehäuse heraus gezogen, anschließend wird die Lagerung des Zellenrades im Lagerschild gelöst und das Zellenrad kann mit Hilfe von Servicehalterungen heraus gehoben werden. Dann kann das gegenüberliegende Lagerschild mit dem Flachgetriebemotor heraus gezogen werden, worauf das Gehäuse mit oder ohne Blindflanschen inline gereinigt wird. Lagerschilde und Zellenrad werden dann außerhalb gereinigt.

„Für das zweite Kundenspektrum werden wir die Zellenradschleuse CIP-fähig ausführen, d.h. wir werden die EHEDG-Guidelines berücksichtigen und unter anderem die Wellenabdichtung mit ständig gespülten Wellenddichtringen bzw. mit Gleitringsdichtungen ausführen“, erläutert Roßkopf den nächsten Entwicklungsschritt. Auch eine EHEDG- Zertifizierung strebt der Hersteller an.

In der Standardausführung wird die Schleuse in verschiedenen Werkstoffvarianten in Oberflächen bis zu Ra0,5µm angeboten. Auch FDA-zugelassene Dichtungen gehören zum Standard. Die Zellenradschleuse kann in den Nennweiten DN150 bis DN300 bezogen werden und ist mit ExZü-Zertifikat für Schutzsysteme nach RL 94/9/EG für Kst-Werte von 0bis <300 verfügbar.

„Die Kunden fordern weitere Servicemöglichkeiten“
Robert Roßkopf ist Mitglied der Geschäftsleitung bei Jaudt

Heftausgabe: Mai 2007

Über den Autor

Armin Scheuermann , Redaktion
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