Klimagipfel: Energieintensive Industrien fordern vergleichbare Minderungsbeiträge

30.11.2015 Vor dem heute beginnenden Weltklimagipfel in Paris haben die Energieintensiven Industrien in Deutschland (EID) ihre Erwartungen an ein Abkommen benannt: Alle entscheidenden Emittenten, vor allem die G20-Staaten, müssten sich zu vergleichbaren Minderungsbeiträgen verpflichten.

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Nötig seien einheitliche Berichtsstandards für Emissionen, und schließlich müsse ein Abkommen internationale Marktmechanismen anstreben, damit der europäische Emissionshandel international anschlussfähig werde. Die EID, zu denen auch die Chemieindustrie zählt, befürchten Wettbewerbsnachteile, wenn sich Wettbewerbsnationen weniger ambitionierte Klimaziele setzen, als die EU.

„Wir haben uns beim Klimaschutz seit 1990 stark engagiert. Seither haben die energieintensiven Branchen Baustoffe, Chemie, Glas, Nichteisenmetalle, Papier und Stahl ihren Ausstoß von Treibhausgasen um mehr als 30 Prozent reduziert. Wir brauchen aber auch Chancengleichheit für die europäische Industrie.“ Mit diesen Worten warb EID-Sprecher Utz Tillmann vor dem anstehenden Weltklimagipfel in Paris für ein ambitioniertes Klimaschutzabkommen. Tillmann sagte vor Journalisten in Berlin: „Die energieintensiven Branchen in Europa erfüllen ihre ehrgeizigen Reduktionsziele. Gleichzeitig macht die Politik der Industrie in vielen Weltregionen kaum Auflagen in punkto Klimaschutz. Dadurch kommt es zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen. Die europäische Politik sollte bei der Reform des Emissionshandels sicherstellen, dass Produktion nicht abwandert.“

Laut EID-Sprecher Utz Tillmann werden die Verhandlungen von Paris wohl ein neues Klimaschutzabkommen bringen. Es zeichne sich aber ab, dass die Zusagen der internationalen Staatengemeinschaft für eine CO2-Minderung nicht ausreichen, um das 2-Grad-Ziel einzulösen. Tillmann, auch Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie, nannte drei Voraussetzungen, damit ein Abkommen von Paris aus Industriesicht den richtigen Rahmen setzt: Alle entscheidenden Emittenten müssten sich zu vergleichbaren Minderungsbeiträgen verpflichten. Dazu gehörten vor allem die G20-Staaten. Auch müssten alle Nationen einheitliche Berichtstandards für Treibhausgasemissionen einführen. Und schließlich habe ein Abkommen auch internationale Marktmechanismen anzustreben, damit der europäische Emissionshandel international anschlussfähig werde.

Tillmann äußerte sich skeptisch dazu, dass der Klimagipfel diese Forderungen erfüllen wird. EID-Geschäftsführer Jörg Rothermel wies darauf hin, dass es weltweit kaum Regionen gibt, in denen die energieintensive Industrie tatsächlich konkrete Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen muss. Allein Europa habe ein Regelwerk für den Klimaschutz etabliert, das die gesamte produzierende Industrie abdeckt. Die Europäische Kommission arbeite derzeit an einer weiteren Verschärfung des Emissionshandels, die 2021 in Kraft treten soll.

(as)

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