Sieben statt Hüpfen

Kontrollsiebung von Kunststoffgranulaten

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21.05.2015 Das Prinzip ist eigentlich ganz simpel: Beim Absieben von Kunststoffgranulaten und insbesondere von Masterbatches geht es darum, die zu großen Partikel, beispielsweise die sogenannten „Longs“ (also ein zu langes Granulat) sowie die zu feinen Körner vom „guten“ Produkt zu trennen. Schlussendlich soll am Ende des Siebprozesses eine bessere Qualität stehen.

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Entscheider-Facts Für Betreiber


  • Das Sieben von Kunststoffgranulaten stellt Anwender vor besondere Herausforderungen, da sich diese nicht wie andere Schüttguter verhalten.
  • Daher sollte die Siebfläche der Siebleistung so genau wie möglich angepasst sein, um Fehler zu verhindern. Auch eine zu hohe Frequenz wirkt sich negativ aus.
  • Bei fortschreitendem Siebprozess sollte die Schichtdicke möglichst gleichbleiben, um ein Hüpfen der Granulate zu verhindern.

Damit kann der Hersteller das Granulat besser, respektive zu einem besseren Preis verkaufen. Das Absieben ist jedoch nicht ganz einfach und es bedarf einer detaillierten Analyse des Problems sowie vieler Versuche, bis die Theorie in die Praxis umgesetzt werden kann und somit das gewünschte Resultat einer optimalen Kontrollsiebung erreicht wird.

Die Problematik
Die Problematik besteht darin, dass sich Kunststoffgranulat beim Sieben nicht gleich verhält wie viele andere Güter. Darum arbeiten die meisten Siebmaschinen, die zum Absieben von Kunststoffgranulaten eingesetzt werden, nicht so wie gewünscht. Das eigentliche Problem dabei liegt darin, dass die zu langen Granulate, die Betreiber absieben wollten, in den meisten Fällen trotzdem beim guten Produkt landen, da entweder die Siebfläche zu groß oder die Siebtechnik falsch gewählt wurde. Meistens treffen gar beide Ursachen zu. Beim überwiegenden Teil der Siebgüter verbessert sich die Qualität respektive der Durchsatz des gesiebten Gutes, je größer die Siebfläche ist. Beim Absieben der zu langen Teile in Kunststoffgranulaten trifft dies jedoch nicht zu. Denn: Je größer die Siebfläche, desto größer die Chance, dass ein Long sich irgendwie aufstellt und durch eines ihm angebotenen Lochs hindurch fällt. Wenn nun noch die falsche Siebtechnik zum Einsatz kommt (beispielsweise Vibrationssieb), hüpfen die Granulate regelrecht und die Chance, dass dadurch ein zu langes Granulat in die senkrechte Lage gelangt und dabei durch ein Loch fällt, ist enorm.

Der Ansatz
Das Unternehmen Fuchs Maschinen untersuchte die beschriebene Problematik und leitete entsprechende Lösungsansätze ab. Wichtig ist es beispielsweise, dass die Schichtdicke am Anfang – und möglichst auf der ganzen Länge – des Siebes (in diesem Fall Lochblech) 2 bis 5 cm betragen sollte. Denn dies kann verhindern, dass sich ein zu langes Granulat aufstellt und dadurch durch ein Loch fällt. Ist diese Schichtdicke nicht gegeben, beispielsweise bei einer zu langen Siebfläche, haben die hierdurch vereinzelten Granulate die Tendenz, unkontrolliert über die verbleibende Siebfläche zu hüpfen. Dabei kommt es häufig vor, dass ein langes Granulat in eine senkrechte Lage gerät und durch ein Loch fällt.

Heftausgabe: Juni 2015
Seite:
Baumann, CEO Fuchs Maschinen

Über den Autor

Baumann, CEO Fuchs Maschinen

Daniel Baumann, CEO, Fuchs Maschinen

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