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Konzernumbau: Thyssenkrupp streicht Managementebene im Großanlagenbau

13.05.2016 Der Konzernumbau bei Thyssenkrupp geht weiter: Das Unternehmen hat am Freitag weitreichende Veränderungen im Führungsteam bekannt gegeben. Im Großanlagenbau entfällt eine Managementebene, das Servicegeschäft soll deutlich ausgeweitet werden.

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Januar/Februar 2016

Jens-Michael Wegmann, CEO von Thyssenkrupp Industrial Solutions, richtet den Geschäftsbereich im Rahmen des Transformationsprogramms „planets“ neu aus. Bild: Redaktion

Im Thyssenkrupp-Geschäftsbereich Industrial Solutions soll der Anteil der Services am Umsatz von derzeit rund 10 % auf über 20 % verdoppelt werden. Dazu wird neu eine Business Unit Services geschaffen. Im Anlagengeschäft werden dagegen die bisherigen Business Units „Ressource Technologies“ und „Process Technologies“ aufgelöst. Ab dem kommenden Geschäftsjahr im Oktober 2016 sollen Abwicklungs- und Projektmanagementfunktionen in einem als Cost Center arbeitenden „Network of Excellence“ zusammengeführt und damit unternehmensweit zentral gesteuert werden. Dadurch sollen Unterauslastungen abgefedert werden. Außerdem sollen Leistungen stärker lokal erbracht werden, um nicht nur Kosten zu sparen, sondern die Nähe zu den Kunden zu stärken. Jens Michael Wegmann, seit Oktober 2015 CEO des Geschäftsbereichs Industrial Solutions: „Wir bewegen uns in einem schwierigen Umfeld und wollen unsere Organisation schneller, flexibler und effizienter machen. Mit unserer neuen Netzwerk-Struktur und der Neuordnung unserer Geschäftseinheiten stellen wir den Kunden in den Mittelpunkt unseres Handelns.“

Großanlagenbau: neue Struktur und mehr Eigenverantwortung

Für den Großanlagenbau sind weitere Änderungen geplant: Die zuvor organisatorisch nachgeordneten sogenannten „Operating Units“ werden teils neu strukturiert und zu Business Units aufgewertet. Diese Einheiten sollen künftig die weltweite Verantwortung für die Weiterentwicklung  ihres  Geschäfts, die Abwicklung  von  Projekten  und  das  Ergebnis. Da sie  direkt an  den  Vorstand  der Business  Area  Industrial  Solutions berichten, sollen Entscheidungswege verkürzt und die  Eigenverantwortung  der Geschäftsfelder gestärkt werden.

Der Thyssenkrupp-Bereich Industrial Solutions hat sich nach eigenen Angaben im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015/16 gut behauptet. Auftragseingang, Umsatz und Ebit haben sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbessert. Allerdings geht der Zuwachs insbesondere auf einen Großauftrag im Bereich Zement aus Saudi-Arabien zurück, während die Nachfrage im Bereich Mining sowie im Chemieanlagenbau unter den volatilen Rohstoffpreisen leidet.

Cnossen neu im Führungsteam von TK IS, Regional CEO Thiemann geht in Ruhestand

Neben den Änderungen im Großanlagenbau sollen die Bereiche Marine Systems und System Engineering stärker integriert werden. Um den erweiterten Führungsaufgaben des Bereichsvorstandes gerecht zu werden, wird die Position des Chief Operating Officer im Bereichsvorstand des Geschäftsbereichs Industrial Solutions neu geschaffen. Darüber hinaus soll der Niederländer Johan P. Cnossen (56) das Führungsteam von Industrial Solutions verstärken und Leiter des so genannten Transformationsbüros für die Umsetzung von „planets“. Der Betriebswirt und Ingenieur war zuletzt CEO der KHD Humboldt Wedag International AG. Zuvor hatte Cnossen Führungspositionen in verschiedenen international tätigen Anlagenbauunternehmen wie Jacobs, AkerKvaerner oder Ruhrgas Industries inne.

Im Regional Headquarter in Indien folgt Ravi Kirpalani (57) zum 1. Juli als Regional CEO auf Dr. Michael Thiemann (69), der nach über 35 Jahren im Management in den Ruhestand geht. In China und Indien erwirtschaftete Thyssenkrupp im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro bzw. rund 560 Millionen Euro und beschäftigte dort rund 17.000 bzw. knapp 6.000 Mitarbeiter.

Auf einer Podiumsdiskussion der CHEMIE TECHNIK im Rahmen des Kongresses Engineering Summit hatte CEO Wegmann bereits im Dezember seine Ziele für Thyssenkrupp IS umrissen. Den CT-Beitrag finden Sie hier.

(as)

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