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KPMG-Analyse: Übernahmefieber in Chemie und Pharma geht weiter

29.06.2015 Weltweit haben Chemie- und Pharmaunternehmen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 bereits mehr Geld in Fusionen und Übernahmen investiert als im gesamten Vorjahr. Umgerechnet betrug der Wert aller abgeschlossenen Transaktionen in diesem Zeitraum über 230 Mrd. US-Dollar. Im Vergleich: 2014 hatten Firmen insgesamt 2014 Mrd. US-Dollar für Zukäufe ausgegeben. Den Trend zeigt eine KPMG-Analyse auf Basis von Thomson-Reuters-Zahlen.

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In der Chemiebranche hat unter anderem Dow mit seiner angekündigten Abspaltung des Chlor-Alkali-Geschäfts zur M&A-Summe beigetragen (Bild: Dow)

Ursache für diesen Anstieg seien hauptsächlich einige Deals der Pharmabranche, die im zweistelligen Mrd.-Bereich liegen. Sie sorgten dafür, dass sich der Gesamtwert der im Pharmabereich abgeschlossenen M&A-Deals im ersten Halbjahr gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 fast verdreifachte, von 69 Mrd. auf 210 Mrd. US-Dollar. Damit machte die Pharmabranche den Großteil aller Übernahmen möglich.

Das M&A-Niveau in der Chemiebranche blieb nahezu unverändert: Im ersten Halbjahr 2015 verzeichnete die Chemieindustrie Deals im Wert von 16 Mrd. US-Dollar, nach 17 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Mit 1,8 Mrd. US-Dollar konnte dabei der US-Konzern FMC Corporation mit der Übernahme des dänischen Unternehmens Cheminova die größte Transaktion verbuchen. „Wie bereits Anfang des Jahres erwartet, befindet sich die Chemiebranche weiterhin in einer Konsolidierungsphase“, erläutert Lakshman. „Unternehmen verfolgen unterschiedliche Strategien, um ihr Portfolio zu schärfen.“ BASF forciert ihr Kerngeschäft beispielsweise durch den im zweiten Quartal angekündigten Verkauf des globalen Paper Hydrous Kaolin Geschäfts. Dow verfolgt die gleiche Strategie mit dem angekündigten Spin-Off des Chlor-Alkali-Geschäfts für 5 Mrd. US-Dollar an Olin. Dow und Henkel lösen bestehende Joint Ventures durch den Erwerb ausstehender Anteile auf.

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