Kunststoff-zu-Öl-Recycling-Verfahren hat eine positive Ökobilanz

17.07.2014 Das Hamburger Institut EPEA Internationale Umweltforschung hat die Syntrol-Verfahrenstechnik der ersten deutschen Kunststoff-zu-Öl-Recycling-Anlage des Bremer Öko Energie Umweltfonds 1 nach Cradle-to-Cradle-Kriterien evaluiert und dessen ökologische Sinnhaftigkeit und Effizienz festgestellt. Eine entsprechende Anlage wird derzeit in Mannheim gebaut.

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Kunststoff-zu-Öl-Recycling-Verfahren hat eine positive Ökobilanz

So ist die Syntrol-Anlage in Mannheim geplant: Je nach dem Fondsvolumen sollen ein bis vier Prozessanlagen gebaut werden (Bild: Ventafonds)

Mit einem Cradle-to-Cradle-Evaluierung wird nun die Verwendung von umweltsicheren, gesunden und wiederverwertbaren Materialien (technische Wiederverwertung oder Kompostierung) beurkundet, der Einsatz von Sonnenenergie beziehungsweise anderen regenerativen Energieformen, der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser sowie die Strategien zu sozialen Verpflichtungen des Unternehmens.

In dieser Thermolyse-Anlage des Beteiligungsfonds, der von dem Bremer Emissionshaus Ventafonds ausgegeben wird, wird aus Kunststoffabfall mit einem Wirkungsgrad von rund 90 % (Heiz-)Öl hergestellt, also rohstofflich recycelt. Aus rund 1.000 kg Plastikmüll werden so etwa 850 l leichtes Heizöl gewonnen. Nach den Kalkulationen des Fonds soll das Vorhaben bei einem angenommenen Verkaufspreis von 0,65 Euro je l rentabel sein.

Oskar Edler von Schickh, Geschäftsführer des Emissionshauses, sagte dazu: „Die ökologischen und ökonomischen Ergebnisse können an Hand der nun vorliegenden Bestätigung durch die EPEA und der funktionierenden Pilotanlage nachvollzogen werden. Da die aktualisierte, an die derzeitigen technischen Möglichkeiten angepasste Planung der Anlage mit eigener Sortier- und Schredder-Einheit vom ursprünglichen Konzept des Fonds abweicht, ist es sinnvoll, eine weitere ‚dritte Expertenmeinung‘ zum Konzept vorzulegen.“

Expertenmeinung beziehungsweise Funktionsbeschreibung des Syntrol-Verfahrens, die letztlich eine Art Gutachten ist, wird derzeit durch Prof. Dr. Walter Kaminsky, den ehemaligen Leiter des Instituts für Technische und Makromolekulare Chemie der Uni Hamburg, erstellt. Sie soll erklären, warum diese Technik – anders als bei vielen Versuchsanlagen zuvor – im Dauerbetrieb arbeiten kann. Für zwei der derzeit interessierten Lead-Investoren, die sich ebenfalls an dem Fonds beteiligen wollen, ist „dieses Gutachten die Voraussetzung für ein größeres Engagement“, sagt von Schickh

Der Bau der Thermolyse-Anlage begann am 30. März in Mannheim. Generalplaner ist Gerd Paul Koch, Mannheim. Der Anlagenbau obliegt der Firma Nill-Tech aus Holzgerlingen, für die Elektroplanung ist das Udo Rehm Planungsbüro für Elektrotechnik in Walsheim zuständig.

(dw)

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