Hightech-Kunststoffe

Lanxess erweitert globales Produktionsnetzwerk

23.11.2017 Der Spezialchemie-Konzern Lanxess stärkt seine Präsenz im Wachstumsmarkt China: In Changzhou baut das Kölner Unternehmen ein Werk für Hochleistungs-Kunststoffe im Wert von rund 20 Mio. Euro.

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In China erwartet Lanxess ein jährliches Wachstum von 9 %. (Bild: Lanxess)

Ab dem 2. Quartal 2019 soll die Compoundier-Anlage bis zu 25.000 t/a Hightech-Kunststoffe der Marken Durethan und Pocan für die Automobilbranche sowie die Elektro- und Elektronikindustrie produzieren. „China ist der größte Automarkt der Welt und Schrittmacher bei der Elektromobilität. Wir wollen das Wachstum in dieser wichtigen Region begleiten und bauen unsere Präsenz im Bereich der Hochleistungs-Kunststoffe aus“, erklärt Lanxess-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert auf einer Pressekonferenz in Shanghai. Lanxess betreibt bereits ein Werk für Hochleistungs-Kunststoffe in China am Standort Wuxi.

Hohe Wachstumserwartung

Von weltweit rund 85 Mio. Autos in diesem Jahr wird laut Studien etwa jedes vierte in China verkauft. 2025 soll es schon jedes dritte sein. Auch die Elektro- und Elektronikindustrie bietet in China viel Potenzial. Hier erwartet Lanxess bis 2021 ein jährliches Wachstum von rund 9 %. „Gleichzeitig bauen wir mit der neuen Produktionsstätte unser weltweites Netzwerk mit Compoundier-Anlagen aus und setzen die strategische Ausrichtung unseres Portfolios auf hochveredelte Kunststoffe weiter konsequent um“, kommentiert Michael Zobel, Leiter des Geschäftsbereichs High Performance Materials bei Lanxess.

Stärkung des Standortes Changzhou

Mit der Investition will Lanxess auch den Standort Changzhou deutlich stärken: Im dortigen Binjiang Chemical Park ist der Konzern bereits mit einer Anlage für Lederchemikalien und einem Werk für synthetischen Kautschuk präsent. Dort arbeiten derzeit 350 Mitarbeiter. Durch die Anlage für Hochleistungs-Kunststoffe entstehen 35 zusätzliche Arbeitsplätze.

Bis zu 50 % Gewicht einsparen

Die Automobilindustrie ist der wichtigste Abnehmer für die Hochleistungs-Kunststoffe von Lanxess. Die Materialien ermöglichen die Konstruktion von Bauteilen, die Metallteile in Kraftfahrzeugen ersetzen und so zum Verringern von Gewicht, Kraftstoffverbrauch und Emissionen beitragen. Lanxess-Kunststoffe kommen beispielsweise in Motoranwendungen, Türstrukturen, Pedalen, Frontends und Cockpitquerträgern zum Einsatz. Je nach Bauteil können Unternehmen durch die Leichtbauweise eine Gewichtseinsparung bis 50 % erzielen.

Potenzial für Elektromobilität

Auch bei Hybrid- und rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen gibt es für die Kunststoffe von Lanxess viele und teilweise schon serienbewährte Anwendungen. Dazu zählen Bauteile für Ladesysteme, Träger und Zellhalter für Batteriesysteme sowie Sensoren und Gehäuseteile für Elektromotoren. Großes Potenzial haben die Werkstoffe außerdem in der Infrastruktur der Elektromobilität wie etwa bei Gehäuseteilen, Schaltern und Anschlussklemmen für Ladesäulen. Beim autonomen Fahren bieten sich die Polyamide und Polyester beispielsweise für Konnektoren von Sensoren, Displays und Steuergeräten an.

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