Lanxess: Konzernumsatz gesunken, Ergebnis eingebrochen

15.11.2013 Der Konzernumsatz von Lanxess, Köln, ist im 3. Quartal 2013 gegenüber dem Vorjahresquartal um 5 % auf 2,1 Mrd. gesunken. Das Ebitda vor Sondereinflüssen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 26 % auf 187 Mio. Euro. Die Schwierigkeiten sind vor allem auf das Kautschuk-Geschäft zurück zu führen.

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Lanxess: Konzernumsatz gesunken, Ergebnis eingebrochen

Nach den Worten des Lanxess-Vorstandsvorsitzenden Axel C. Heitmann ist es „immer noch zu früh, von einer grundsätzlichen Erholung der Geschäfte zu sprechen“ (Bild: Lanxess)

Das Unternehmen verzeichnete im 3. Quartal 2013 gegenüber dem Vorjahr in allen Segmenten Absatzzuwächse von konzernweit 9 %. Dieser Anstieg konnte den Preisverfall von 11 % jedoch nicht völlig ausgleichen. Von Preisrückgängen betroffen waren insbesondere die Kautschukgeschäfte im Segment Performance Polymers. Auch die negative Entwicklung der Wechselkurse, insbesondere aufgrund des schwachen US-Dollar, wirkte belastend. Bereits im 2. Quartal dieses Jahres hatte Lanxess einen Umsatzrückgang im Vergleich zum starken Vorjahresquartal um rund 12 % auf 2,1 Mrd. Euro hinnehmen müssen.

Stabilisierend wirkten, neben den segmentübergreifend wieder steigenden Absatzmengen, die unverändert gute Nachfrage nach Agrochemikalien sowie die positive Umsatzentwicklung in der Region Asien/Pazifik.

Um der herausfordernden wirtschaftlichen Lage zu begegnen, hat der Konzern mit der Umsetzung des im September angekündigten Effizienzsteigerungsprogramms „Advance“ begonnen. Es umfasst neben Kosteneinsparungen den weltweiten Abbau von rund 1.000 Stellen sowie Portfolio-Optimierungen. Insgesamt fallen für das Programm in den Jahren 2013 und 2014 Sonderaufwendungen von rund 150 Mio. Euro an, davon etwa 80 Mio. Euro im laufenden Geschäftsjahr. Mit „Advance“ plant Lanxess, ab dem Jahr 2015 jährliche Einsparungen von rund 100 Mio. Euro zu erreichen.

„Einige unserer Kunden haben wieder damit begonnen, ihre Lagerbestände aufzubauen. Dies zeigt sich in den sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum Vorquartal gestiegenen Absatzmengen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann. „Dennoch ist es aus unserer Sicht immer noch zu früh, von einer grundsätzlichen Erholung der Geschäfte zu sprechen.“

Das verringerte Ebitda vor Sondereinflüssen in Höhe von 187 Mio. Euro ist vor allem auf die niedrigeren Verkaufspreise und Lagerabbau zurückzuführen. Zudem belastete eine Wertberichtigung auf Vorräte in Höhe von etwa 10 Mio. Euro. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen fiel von 11,8 auf 9,1 %. Beeinflusst durch höhere Abschreibungen sowie Sonderaufwendungen in Höhe von etwa 20 Mio. Euro für das Effizienzsteigerungsprogramm „Advance“ ging das Konzernergebnis um 88 % auf 11 Mio. Euro zurück.

Geschäftsentwicklung nach Segmenten
Im Segment Performance Polymers lagen die Absatzmengen im 3. Quartal mit 14 % deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere in Asien legten die Volumen signifikant zu. Ein anhaltend schwieriges Marktumfeld sowie geringere Einstandspreise für Rohstoffe, insbesondere für Butadien, führten zu einer Senkung der Verkaufspreise um 19 %. Negative Währungseffekte belasteten den Umsatz zusätzlich. Er sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8 % auf 1,1 Mrd. Euro.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen verringerte sich um 45 % auf 84 Mio. Euro. Zurückzuführen war dies unter anderem auf die Wertberichtigung auf Vorräte in Höhe von rund 10 Mio. Euro sowie den gezielten Abbau von Lagerbeständen.

Die Umsätze im Segment Advanced Intermediates lagen mit 403 Mio. Euro auf Vorjahresniveau. Beide Geschäftsbereiche Advanced Industrial Intermediates und Saltigo profitierten von der unverändert guten Nachfrage nach Produkten für die Agrochemie sowie für die Duft- und Geschmacksstoffindustrie. Die Absatzmengen stiegen um knapp 5 %, während die Verkaufspreise aufgrund gesunkener Rohstoffpreise um etwa 3 % reduziert wurden. Darüber hinaus wirkte die negative Entwicklung der Wechselkurse umsatzmindernd.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 5 % auf 71 Mio. Euro, auch aufgrund von Währungseffekten sowie einigen Anlaufkosten für die Erweiterung der Kresol-Anlage in Leverkusen.

Im Segment Performance Chemicals sanken die Umsätze im Berichtsquartal leicht um rund 2 % auf 546 Mio. Euro. Die Verkaufspreise lagen auf Vorjahresniveau. Die Absatzmengen stiegen um 3 %, konnten jedoch die negativen Wechselkurseffekte von etwa 5 % nicht ausgleichen. Positiv entwickelten sich die Geschäfte mit Produkten zur Wasseraufbereitung, mit Kautschukchemikalien sowie mit Materialschutzprodukten für die Lack- und Farbenindustrie.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen lag mit 72 Mio. Euro um 4 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Wirtschaftlicher Ausblick
Lanxess geht auch für das 4. Quartal von einer verhaltenen wirtschaftlichen Dynamik aus. In den aufstrebenden Volkswirtschaften sieht der Konzern weiterhin nur schwächere Impulse und in Europa trotz der erwarteten wirtschaftlichen Entspannung noch keine nachhaltige Stabilität. Das Wachstum in den USA dürfte durch die anhaltende Unsicherheit bezüglich des US-Haushaltsbudgets weiter moderat sein.

Insbesondere für die Automobil- und Reifenbranche erwartet das Unternehmen, dass das Marktumfeld schwierig bleibt. Die Produktion von Automobilen soll sich in den verbleibenden Monaten des Jahres 2013 nur leicht erhöhen, vor allem durch die Nachfrage in den USA und China. Für die Entwicklung in der Reifenindustrie ist besonders in Europa weiterhin nur von einer leichten Erholung auszugehen.

Für die Bauindustrie sieht der Konzern im 4. Quartal nur in den USA und China eine bessere Entwicklung, während in Europa die Talsohle erreicht werden sollte. Für das Geschäft mit Agrochemikalien wird mit einer weiterhin guten Nachfrage gerechnet.

In einem weiterhin von Unsicherheiten geprägten wirtschaftlichen Umfeld hat das Unternehmen seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2013 präzisiert: Das Ebitda vor Sondereinflüssen soll im Rahmen der ursprünglich angegebenen Bandbreite von 700 bis 800 Mio. Euro nun zwischen 710 und 760 Mio. Euro liegen.

(dw)

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