Neue Finanzziele

Lanxess will schneller wachsen

06.09.2017 Der Spezialchemie-Konzern Lanxess will seine Stabilität und Profitabilität in den nächsten Jahren weiter zu verbessern und hat sich dafür neue mittelfristige Finanzziele gesetzt. Dies soll den profitablen Wachstumskurs des Unternehmens beschleunigen.

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Starkes erstes Quartal: Lanxess hebt Jahresprognose

Lanxess will sein Rekordwachstum mit neuen mittelfristigen Finanzzielen noch weiter beschleunigen. (Bild: Lanxess)

Ab 2021 soll sich die operative Ergebnismarge des Konzerns – gemessen am EBITDA vor Sondereinflüssen – in einem Korridor von 14 bis 18 % bewegen. Im Geschäftsjahr 2016 lag die Marge bei 12,9 %. Gleichzeitig soll der Konzern noch stabiler aufgestellt und die Schwankungsbreite des operativen Ergebnisses weiter verringert werden. Auf der Volumenseite will Lanxess konstant stärker wachsen als die globale Wirtschaftsleistung. „Lanxess steht heute wieder auf festen Beinen und ist zurück auf einem profitablen Wachstumspfad“, sagt Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert. „In den kommenden Jahren wollen wir unser volles Potenzial ausschöpfen und Lanxess zu einem noch stärkeren Unternehmen entwickeln: mit einer hochdiversifizierten, stabilen Plattform, mit einer gesteigerten Profitabilität und nicht zuletzt mit einer auf Engagement und Begeisterung basierenden Unternehmenskultur.“

Um die neuen Ziele zu erreichen, will der Konzern sein vorhandenes Portfolio nach klaren Kriterien weiterentwickeln. Künftig sollen nur noch solche Geschäfte betrieben bzw. ins Portfolio genommen werden, in denen der Konzern führende Marktpositionen erreichen und nachhaltig attraktive Margen erwirtschaften kann. Organische Investitionen – rund 400 Mio. Euro zwischen 2016 und 2020 – erfolgen in Projekte, die eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von durchschnittlich 20 % erbringen. Der ROCE des Gesamtkonzerns lag im Geschäftsjahr 2016 bei 6,9 %. Lanxess strebt zudem eine noch stärkere regionale und sektorale Diversifizierung an, um die Auswirkungen von Marktschwankungen weiter zu reduzieren. Dabei soll der Umsatzanteil der Wachstumsmärkte wie Asien und Nordamerika weiter steigen und die Präsenz in attraktiven Kundenindustrien wie Elektro/Elektronik oder Energie ausgebaut werden.

Chemtura-Synergien schon 2017

Ein wichtiger Faktor zum Erreichen der neuen Finanzziele sind die Synergien, die aus der Akquisition von Chemtura – dem größten Zukauf der Unternehmensgeschichte – resultieren. Rund 100 Mio. Euro an jährlichen Kosteneinsparungen plant der Konzern bis zum Jahr 2020 zu erreichen, davon rund 25 Mio. Euro bereits in diesem Jahr. Diesen stehen geschätzte Einmalkosten  von 140 Mio. Euro gegenüber. Etwa die Hälfte der geplanten Synergien von 100 Mio. Euro entfällt auf die Bereiche Produktion und Beschaffung. So weitet Lanxess seine „Manufacturing Excellence“-Initiative auf die ehemaligen Chemtura-Produktionsstandorte aus, um auch deren Prozesse und Technologien weiter zu optimieren. Auch das gebündelte Einkaufsvolumen beider Unternehmen für Rohstoffe von rund 2,5 Mrd. Euro kann durch harmonisierte Lieferverträge und eine stärkere Rückwärtsintegration reduziert werden. Weitere Sparpotenziale ergeben sich bei Transport und Logistik. Beispielsweise betreiben die kombinierten Geschäftsbereiche derzeit noch mehr als 200 Lager weltweit.

Rund 30 % der gesamten Synergien lassen sich im Verwaltungsbereich – vorwiegend in Nordamerika – erzielen. Die Kosten und Strukturen für den ehemaligen Chemtura-Vorstand, die ehemalige Konzernzentrale in Philadelphia und die Chemtura-Börsennotierung entfallen. Darüber hinaus werden benachbarte Verwaltungsstandorte zusammengelegt und Doppelfunktionen gestrichen. Insgesamt wurden rund 40 Projekte für die Vereinheitlichung der Administration in Nordamerika aufgesetzt. Weitere 20 % der Synergien sollen sich aus der Harmonisierung der weltweiten Marketing- und Vertriebsstrukturen ergeben.

Konzernweite Digitalisierungsinitiative

Lanxess wird seinen Wachstumskurs mit einer konzernweiten Digitalisierungsinitiative begleiten. Dafür hat das Unternehmen einen eigenen Bereich im Unternehmen mit zunächst 30 Experten gegründet. „Die Digitalisierung wird die Prozesse und Geschäftsmodelle in der Chemieindustrie und unseren Kundenindustrien nachhaltig verändern. Das bietet uns eine Vielzahl von Chancen, erfordert aber auch einen tiefgreifenden Wandel innerhalb des Unternehmens. Wir wollen die digitale Transformation bei Lanxess aktiv gestalten und Potenziale rechtzeitig nutzen“, erläutert Matthias Zachert. Zentrale Handlungsfelder der Initiative sind die Digitalisierung der Wertschöpfungskette, die Nutzung von Big Data, die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle sowie die Verankerung digitaler Kompetenzen bei den Mitarbeitern.

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