1. Halbjahr 2017

Linde: Engineering trägt zu Wachstum bei

28.07.2017 Der Technologiekonzern The Linde Group hat im Zeitraum Januar bis Juni 2017 sowohl den Konzernumsatz als auch das operative Konzernergebnis gesteigert: Im ersten Halbjahr 2017 wuchs der Konzernumsatz aus fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 % auf 8,65 Mrd. Euro (Vj. 8,26 Mrd. Euro).

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Linde Logo an Fassade

Linde blickt auf ein erfolgreiches 1. Halbjahr 2017 zurück. (Bild: Linde)

„Wir sind mit der Performance zufrieden und werden die Prognose für das Gesamtjahr erfüllen“, erklärt Prof. Dr. Aldo Belloni, Vorsitzender des Vorstands bei Linde. Zu dem Anstieg haben vor allem eine weiterhin stabile Entwicklung in den Segmenten Emea und Asien/Pazifik sowie ein höherer Umsatz der Engineering Division beigetragen. Das operative Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg um 4,3 % auf 2,12 Mrd. Euro (Vj. 2,04 Mrd. Euro). Bereinigt um Währungseffekte lag der Konzernumsatz 2,8 % über dem Vorjahr. Das operative Konzernergebnis erhöhte sich währungsbereinigt um 2,4 %. Die operative Konzernmarge lag mit 24,5 % auf dem Niveau des Vorjahres (Vj. 24,6 %).

Mit den Programmen „Focus“ und „LIFT“ verfolgt Linde auch im Jahr 2017 konzernweit nachhaltige Maßnahmen zur Steigerung seiner Effizienz. Für Lift sollen bis Ende 2017 voraussichtlich insgesamt Aufwendungen in Höhe von rund 400 Mio. Euro anfallen und als Sondereinflüsse klassifiziert. Für das Gesamtjahr 2016 wurden davon bereits 116 Mio. Euro erfasst; im ersten Halbjahr 2017 weitere 134 Mio. Euro. Zudem sind in Verbindung mit dem geplanten Zusammenschluss mit Praxair Aufwendungen in Höhe von rund 27 Mio. Euro als Sondereinflüsse angefallen. Im ersten Halbjahr 2017 betrugen die Sondereinflüsse somit insgesamt 161 Mio. Euro (Vj. 39 Mio. Euro).

Gases Division legt weiter zu

In der Gases Division erwirtschaftete Linde im ersten Halbjahr 2017 einen Umsatz von 7,57 Mrd. Euro und lag damit um 3,3 % über dem Vorjahr (Vj. 7,33 Mrd. Euro). Bereinigt um Währungs- und Erdgaspreiseffekte betrug das Umsatzplus 0,3 %. Das operative Ergebnis lag mit 2,17 Mrd. Euro um 3,5 % über dem Vorjahr (Vj. 2,093 Mrd. Euro). Der währungsbereinigte Anstieg betrug 1,8 %. Die operative Marge lag mit 28,6 % auf Vorjahresniveau (Vj. 28,6 %).

Im Segment Emea (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) lag der Umsatz in den ersten sechs Monaten 2017 mit 2,95 Mrd. Euro um 3 % über dem Vorjahresniveau (Vj. 2,861 Mrd. Euro). Auf vergleichbarer Basis entsprach dies einem Umsatzanstieg von 2,9 %. Das operative Ergebnis erreichte 924 Mio. Euro und lag damit auf Vorjahresniveau
(Vj. 928 Mio. Euro). Die operative Marge reduzierte sich auf 31,4 %
(Vj. 32,4 %). Im Vorjahr waren allerdings Erträge aus Pensionsplanänderungen sowie Erträge aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von insgesamt 39 Mio. Euro enthalten.

Im Segment Emea haben sich nahezu alle Produktbereiche positiv entwickelt. Im On-site-Geschäft – also bei der Vor-Ort-Versorgung von Großkunden – konnte Linde in Nord-Europa und im Mittleren Osten & Ost-Europa aufgrund von Anlagenhochläufen Umsatzzuwächse erreichen. In den Produktbereichen Flüssig-und Flaschengasen konnte Linde in nahezu allen Regionen Umsatzsteigerungen erzielen.

Im Segment Asien/Pazifik hat Linde per Ende Juni 2017 einen Umsatz von 2,172 Mrd. Euro erzielt. Dieser Wert lag um 9,9 % über dem Vorjahreswert (Vj. 1,98 Mrd. Euro). Auf vergleichbarer Basis erhöhte sich der Umsatz um 5,3 %. Das operative Ergebnis lag mit 615 Mio. Euro um 19,9 % über dem Vorjahr (Vj. 513 Mio. Euro). Dies entspricht einer operativen Marge von 28,3 % (Vj. 26 %). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass sich Einmaleffekte aus dem Verkauf von Vermögenswerten in Höhe von 70 Mio. Euro positiv auf die operative Marge ausgewirkt haben.

Im Segment Asien/Pazifik haben sich alle Produktbereiche gut entwickelt. Vor allem im Geschäft mit Flüssiggasen und im Bereich On-site konnte die Gruppe solide Volumen- und Umsatzsteigerungen erzielen.

Im Segment Amerika ging der Umsatz im ersten Halbjahr 2017 um 1,3 % auf 2,55 Mrd. Euro (Vj. 2,58 Mrd. Euro) zurück. Bereinigt um Währungs- und Erdgaspreiseffekte verringerte sich der Umsatz um 6,2 %. Das operative Ergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 % auf 627 Mio. Euro (Vj. 652 Mio. Euro). Die operative Marge lag bei 24,6 % (Vj. 25,3 %). Die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum niedrigere Marge ist auch auf höhere Erdgaspreise zurückzuführen.

Bei der Umsatz- und Ergebnisentwicklung sind gegenläufige Effekte zu berücksichtigen. Das On-site- und das Flüssiggas-Geschäft in Nordamerika entwickelten sich erneut positiv. Hingegen sind im Healthcare-Geschäft in Nordamerika die Auswirkungen der Preisreduzierungen des vergangenen Jahres aufgrund staatlicher Ausschreibungen deutlich spürbar. Auch der im 3. Quartal 2016 getätigte Verkauf zweier Tochtergesellschaften von Lincare beeinträchtigte erwartungsgemäß die Umsatzentwicklung.

In den einzelnen Ländern Südamerikas – insbesondere in Brasilien und Venezuela – haben sich die Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr 2017 nicht verbessert. Die wirtschaftliche Situation der Region ist von einer hohen Inflation und niedrigem Wachstum geprägt. Die Produktbereiche in Südamerika entwickelten sich positiv. Allerdings basieren die Zuwächse auf einem relativ niedrigen Vorjahresniveau.

Engineering Division steigert Marge

Der Umsatz der Engineering Division stieg im ersten Halbjahr 2017 um 11,7 % auf 1,21 Mrd. Euro (Vj. 1,09 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis erhöhte sich ebenfalls auf 97 Mio. Euro (Vj. 89 Mio. Euro). Die operative Marge betrug 8 % (Vj. 8,2 %) und entspricht damit der Zielmarke, die das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr anstrebt.

Trotz des weiterhin hohen Wettbewerbs und des anhaltend niedrigen Ölpreises und der damit verbundenen Nachfragezurückhaltung im Anlagenbau konnte Linde den Auftragseingang per Ende Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,17 Mrd. Euro (Vj. 718 Mio. Euro) steigern. Der Auftragsbestand der Engineering Division betrug per Ende Juni 4,22 Mrd. Euro (31. Dezember 2016: 4,39 Mrd. Euro) und lag damit weiterhin auf einem soliden Niveau.

Ausblick

Das Unternehmen rechnet für das Geschäftsjahr 2017 mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von 3 %, wenngleich das herausfordernde Marktumfeld auch zu einem Rückgang von bis zu 3 % führen könnte. Das währungsbereinigte operative Ergebnis soll 2017 auf dem Niveau des Vorjahres liegen und könnte um bis zu 7 % steigen. In der Gases Division strebt Linde für das Geschäftsjahr 2017 einen währungsbereinigten Umsatz an, der bis zu 3 % über dem Vorjahr liegt, wenngleich das herausfordernde Marktumfeld auch zu einem Rückgang von bis zu 2 % führen könnte. Die Veränderung des währungsbereinigten operativen Ergebnisses soll auf dem Niveau des Vorjahres liegen und könnte um bis zu 6 % steigen. Für die Engineering Division erwartet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz in der Bandbreite von 2 Mrd. bis 2,4 Mrd. Euro und eine operative Marge von rund 8 %.

The Linde Group hat im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 16,95 Mrd. Euro erzielt und ist damit eines der führenden Gase- und Engineeringunternehmen der Welt. Mit rund 60.000 Mitarbeitern ist Linde in mehr als 100 Ländern vertreten. Die Strategie der Linde Group ist auf ertragsorientiertes und nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Der gezielte Ausbau des internationalen Geschäfts mit zukunftsweisenden Produkten und Dienstleistungen steht dabei im Mittelpunkt. Linde handelt verantwortlich gegenüber Aktionären, Geschäftspartnern, Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt – weltweit, in jedem Geschäftsbereich, jeder Region und an jedem Standort. Linde entwickelt Technologien und Produkte, die Kundennutzen mit einem Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung verbinden.

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