Bauen statt liefern

Lösungen für den Behälter- und Fermenterbau

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24.05.2016 Das Unternehmen liefert keine vorgefertigten Behälter, sondern baut diese direkt vor Ort auf. Durch ein neu entwickeltes Schweißverfahren sind diese nun auch für den Hygienebereich zugelassen. Der Anwenderbericht stellt ein konkretes Projekt vor.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Die Behälter für das Lagern und Verwerten von flüssigen, festen und gasförmigen Stoffen zeichnen sich besonders durch die Anpassung an den jeweiligen Anwendungszweck aus.
  • Das Erweitern einer bereits bestehenden Anlage durch Einzelkomponenten ist genauso möglich wie der Bau einer schlüsselfertigen Komplettlösung.

Weil Lagern auch Vertrauenssache ist: Das auf den Bau von Sondermaschinen für den Behälter- und Siloanlagenbau spezialisierte Unternehmen Lipp bietet seinen Kunden mit dem Lipp-Doppelfalz-System ein weitestgehend automatisiertes Herstellungsverfahren, das Betreibern eine sichere Lagerung fester, flüssiger und gasförmiger Stoffe ermöglicht. Die Behälter-Innenseiten bestehen aus dem eigens entwickelten Material Verinox, welches eine maximale Dichtheit der Produkte sicherstellt und gleichzeitig verhindert, dass auch aggressive Flüssigkeiten die Innenseiten korrodieren. Zudem sind die Tanks und Behälter größen- sowie substratflexibel und passen sich durch einen flexiblen und effizienten Aufbau mit geringem Montageplatzbedarf den Gegebenheiten vor Ort an. Der Hersteller bietet seinen Kunden zudem individuelle System- und Komplettlösungen, bei denen er international auf das Expertenwissen erfolgreich agierender Partnerfirmen setzt.

Fermenter mit integriertem Gasspeicher
Das Fermenter-System Lipp Kom-Bio-Reaktor  bietet für kleine, mittlere und große Kläranlagen die Möglichkeit, den anfallenden Klärschlamm vor Ort anaerob zu stabilisieren und das gewonnene Klär- beziehungsweise Biogas beispielsweise in einem Blockheizkraftwerk zu nutzen. Bei dem automatisierten Verfahren errichtet der Hersteller den Reaktor vor Ort im laufenden Betrieb der Kläranlage – flexibel in Höhe und Durchmesser. Dazu werden Stahlcoils, Maschinen und Zubehör auf die Baustelle transportiert, wo eine Apparatur schließlich aus dem Stahlband ein Profil formt und in einem zweiten Schritt fügt – gleichzeitig dreht sich der Fermenter schraubenförmig in die Höhe. Die dichte und zugleich stabilitätsunterstützende Verbindung des Stahlbandes erfolgt durch einen Doppelfalz. Den oberen Abschluss des Fermenters bildet ein Stahldach, das den empfindlichen Gasspeicher vor Sonneneinstrahlung schützt und im Winter kritische Wärmeverluste reduziert. Die Faulung im Reaktor ist in kurzer Verweilzeit möglich, da durch das patentierte Fermenter-System und die zusätzliche 200 mm starke Isolierung optimale Prozessbedingungen hinsichtlich Durchmischung und Temperaturverteilung vorliegen. „Wir verwenden im Innern des Fermenters eine Rührtechnik, welche optimale Rührergebnisse verspricht. Optional lassen sich die Bauteile als eine Vorrichtung einsetzen, die es erlaubt, die Teile im laufenden Betrieb zu entnehmen und zu warten, ohne den Füllstand zu senken“, erklärt Manuel Lipp, Geschäftsführer des Familienunternehmens. „Außerdem bringen wir an der Außenwand des Fermenters Heizungsschläuche an, über die der innenliegende Schlamm zusätzlich erwärmt wird. Dies hat zur Folge, dass nur kleine Behältervolumina benötigt sind. Zudem verhindert die Beschaffenheit des Edelstahl-Fermenters das Entweichen wichtiger Wärme und senkt somit den Heizbedarf.“ Das bei der Faulung entstehende Gas fängt eine flexible Gewebefolie oberhalb der Schlammschicht auf, die über eine Wasservorlage abgedichtet ist. Somit ist kein externer Gasbehälter nötig, da dieser in einem sicheren und dichten System über dem Faulraum integriert ist. Die Kombination von Faulbehälter und Gasspeicher ist eine kompakte Lösung und erspart einen aufwendigen Rohrleitungsbau und extra Gasspeicher. Auf Wunsch ist es möglich, die Gasverwertung in Form eines BHKW in Containerbauweise zu liefern – optimiert auf die lokalen Platzverhältnisse.

Edelstahlbehälter zur hygienischen Speicherung von Trinkwasser
Beim lebensmittelgerechten Speichern von Trinkwasser müssen Anwender ein besonderes Augenmerk auf eine präzise Arbeit und eine hygienische Lagerung legen. Viele, derzeit noch verwendete Systeme der Trinkwasserspeicherung bestehen jedoch aus zementgebundenen Baustoffen, die Betreiber im Behälterinneren beschichten lassen müssen, um eine Korrosion und eine nachfolgende Verkeimung des Trinkwassers zu verhindern. Im Gegensatz zu diesen herkömmlichen Systemen bietet das Unternehmen eine Lösung aus hochlegiertem Edelstahl, der durch seine Beständigkeit keine weiteren Beschichtungen erfordert und somit eine Beeinträchtigung des Trinkwassers direkt verhindert.  In Kooperation mit dem Projektpartner Kurz Leitungsbau erhalten Kunden zusätzlich eine nach dem DVGW-Arbeitsblatt GW 301 zertifizierte Qualität im Leitungsbau. Bei dem Konstruktionsverfahren des Edelstahlbehälters handelt es sich um eine automatisierte, vom Hersteller entwickelte und hergestellte Schweißvorrichtung. Der maschinelle, automatisierte Endlosband-Prozess verschweißt kontinuierlich die Ränder der Lagen und ermöglicht somit neben einer geringeren Mitarbeiterzahl vor Ort einen schnellen und platzsparenden Aufbau inklusive einer kontinuierlichen Dokumentation der Schweißparameter. Das einmalige, umlaufende Stahlprofil der Edelstahlbehälter erhöht die Stabilität der Behälter, weswegen diese in einer Größe von 50 bis 2.000 m³ und in einem stufenlosen Durchmesser von 3,50 bis 20 m erhältlich sind. Weitere Größen sind nach Absprache ebenfalls möglich. Betreiber profitieren hier nicht nur von reduzierten Wartungskosten; auch die Investitions- und Werkstoffkosten fallen geringer aus als bei anderen Herstellungsverfahren. Die Behälter kann der Hersteller auf Kundenwunsch individuell durch ein breites Sortiment an peripherem Zubehör erweitern. Dazu gehören neben Behälterdach und -boden auch eine Dach- und Behälterisolierung.

Zur Firma Lipp

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Heftausgabe: Juni 2016

Über den Autor

Julia Adrian, freie Journalistin für Lipp
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