Industrie 4.0

Mangelnde Zusammenarbeit kostet Umsatz

04.11.2016 Eine Studie zur sogenannten Industrie 4.0 zeigt, dass sich immer mehr Führungskräfte damit beschäftigen. Bei der Abstimmung zwischen den Abteilungen hapert es allerdings.

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In einer Studie zur Industrie 4.0 des Marktforschungsunternehmens IDC gaben die Befragten an, deutlich mehr Projekte in der Planungs- und Pilotphase zu haben, als noch 2015 (eine Steigerung von 5 beziehungsweise 7 Prozentpunkten), bei der Umsetzung aber nur wenig voranzukommen. 55 Prozent sagen, es gehe durch

Mangelnde Zusammenarbeit kostet Umsatz

Die Zahl der Fach- und Führungskräfte, die sich mit Industrie 4.0 auseinandersetzen, ist seit 2014 von 31 Prozent auf 53 Prozent gestiegen. (Bild: IDC)

interne Abstimmungsprozesse zu viel Zeit verloren. 44 Prozent gaben an, deswegen sogar Umsatz zu verlieren. Oft stehen etablierte Strukturen und ein mangelnder Veränderungswille einem breiten Roll-out im Weg. Bei den meisten Unternehmen ist das Thema vorwiegend in der IT-Abteilung angesiedelt. 81 Prozent der Führungskräfte dort beschäftigen sich mit Industrie 4.0. Im Engineering, in der Produktion oder der Logistik sind es hingegen im Durchschnitt nur 45 Prozent. Lediglich 5 Prozent der befragten Industrieunternehmen besitzen derzeit eine zentrale Datenplattform, die sämtliche Fachbereiche im Wertschöpfungsprozess verknüpft.
70 Prozent der befragten Unternehmen arbeiten an einer solchen einheitlichen Datenbasis, um den Informationsaustausch entlang der Wertschöpfungskette zu forcieren.

Die Zahl der Fach- und Führungskräfte, die sich mit Industrie 4.0 auseinandersetzen, ist seit 2014 von 31 Prozent auf 53 Prozent gestiegen. Dennoch gelingt vielen deutschen Unternehmen noch nicht die Umsetzung ihrer Industrie-4.0-Initiativen. Mark Alexander Schulte, Senior Consultant bei IDC Central Europe und Autor der Studie, sieht diese Entwicklung kritisch: „Wir prognostizieren, dass bis 2019 bereits 75 Prozent der Industriebetriebe ihre Wertschöpfungskette durch digital vernetzte Prozesse und Objekte transformieren und somit ihre Reaktionsschnelligkeit und Produktivität um 15 Prozent steigern werden. Wer jetzt nicht die Weichen stellt, wird von seinen Wettbewerbern abgehängt.“

Fünf Empfehlungen für eine sinnvolle Vernetzung

Flexibel und agil zu sein, die richtigen Talente an Bord zu holen, Budget zur Verfügung zu stellen, gleichzeitig aber auch die Sicherheit der Daten zu gewährleisten – das sind wichtige Erfolgsfaktoren für Digitalisierungsprojekte. Die folgenden fünf Empfehlungen sollten außerdem beachtet werden:

  1. Industrie 4.0 muss in der Organisation verankert werden. Unternehmen sollten Verantwortung dafür abteilungsübergreifend verteilen.
  2. Es gilt Handlungsfelder zu definieren, in denen Industrie 4.0 einen messbaren Mehrwert leisten kann.
  3. Das Management muss Datensilos in den Fachbereichen aufbrechen.
  4. Die Förderung von Digitalisierungs-Know-how in der Belegschaft durch gezielte Entwicklungsmaßnahmen stärkt Wettbewerbsfähigkeit.
  5. Maßnahmen zur Datensicherheit von Beginn an in Industrie 4.0-Projekten einplanen.

Die Studie wurde von Dassault Systèmes in Auftrag gegeben, um den Status-quo von Industrie 4.0-Initiativen in Deutschland zu beschreiben und Empfehlungen zu erarbeiten.

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