Maschinenbau vermindert Produktionsprognose von drei auf ein Prozent

05.08.2014 Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland liegt nach Angaben des Industrieverbands VDMA, Frankfurt, im 1. Halbjahr 2014 auf der Höhe des Vorjahres. Der Verband revidiert nun seine Produktionsprognose wegen zunehmender Geschäftsrisiken von +3 % auf ein Wachstum von etwa 1 % real.

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Maschinenbau vermindert Produktionsprognose von drei auf ein Prozent

Nachdem der Auftragseingang im Maschinenbau im 1. Halbjahr 2014 nicht höher als im Vorjahr ist, vermindert der VDMA seine Produktionsprognose vom Oktober letzten Jahres von +3 % auf +1 % real (Bild: VDMA)

Im Juni dieses Jahres nahmen die Bestellungen um real 8 % gegenüber Juni 2013 zu. Dabei ist das Inlandsgeschäft im Juni um 3 % gesunken und das Auslandsgeschäft hat 14 % gegenüber dem Vorjahresniveau zugelegt, teilte der Verband mit. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich April bis Juni 2014 stieg der Bestelleingang im Vorjahresvergleich um 2 %. Die Inlandsaufträge lagen bei +3 %, die Auslandsaufträge bei +1 %.

„Der Auftragseingang im deutschen Maschinenbau beschließt die erste Jahreshälfte 2014 dank eines späten Treffers im Juni mit einem Remis. Während das Inlandsgeschäft im Juni leicht schwächelte, konnte das Ausland – getragen von Großaufträgen – kräftig zulegen“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis. Dabei kamen, so Wiechers weiter, die Impulse erfreulicherweise sowohl aus den Euro-Partnerländern (+13 %) wie auch aus dem Nicht-Euro-Raum (+14 %). Der Auftragsbestand ist gegenüber dem Februar nur leicht zurückgegangen.

Trotz eines kräftigen Zuwachses der Bestellungen im Juni steht bei den deutschen Maschinenbauorders für die erste Jahreshälfte unterm Strich eine Null. Gleiches gilt für die Maschinenproduktion. Nach Schätzungen der VDMA-Volkswirte dürfte das Produktionsplus des 1. Quartals von rund 3 % real im zweiten Quartal durch einen Rückgang in der gleichen Größenordnung aufgezehrt worden sein. Es fehlt an positiven Impulsen von den Auslandsmärkten. Das Inlandsgeschäft konnte den Exportrückgang lediglich kompensieren.

Wiechers erläutert zudem die Verminderung der Produktionsprognose: „In einem wesentlichen Punkt hat sich das Bild seit der Aufstellung unserer Prognose im Oktober 2013 jedoch merklich verdüstert: Die Geschäftsrisiken und die damit einhergehende Unsicherheit der Investoren haben in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Ukraine-Krise. Der Konflikt mit Russland hinterlässt nicht nur im bilateralen Handel Spuren. Er behindert generell die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten unserer Industrie. Die Stimmung der Wirtschaft hat sich in vielen Ländern eingetrübt. Folgerichtig kann der Bestelleingang nicht ausreichend Fahrt aufnehmen, wie nötig wäre, um für die deutsche Maschinenproduktion im laufenden Jahr ein Wachstumsplus in der Größenordnung von drei Prozent zu realisieren. Wir revidieren daher unsere Produktionsprognose auf ein Wachstum in der Größenordnung von einem Prozent real. Mit einem Produktionswert von geschätzt 199 Milliarden Euro steuert die Branche damit trotz allem auf einen neuen Rekord zu“, sagte der VDMA-Chefvolkswirt.

(dw)

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