Merck führt Forschungskonsortium zur organischen Photovoltaik

13.11.2013 Das Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmen Merck hat den Start des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojektes Popup bekannt gegeben, das der organischen Photovoltaik (OPV) zum Durchbruch verhelfen soll.

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Merck führt Forschungskonsortium zur organischen Photovoltaik

Flexible Solarzellen eröffnen neue Perspektiven, Sonnenlicht zur Stromgewinnung zu nutzen. Das von Merck geführte Forschungskonsortium Popup soll der organischen Photovoltaik (OPV) zum Durchbruch verhelfen soll (Bild: Merck)

Das von Merck koordinierte Konsortium besteht aus insgesamt 10 technologisch führenden Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstituten aus verschiedenen Bereichen der OPV. Für das insgesamt 3 Jahre laufende Projekt beläuft sich das Gesamtbudget auf 16 Mio. Euro. Das BMBF stellt dem Konsortium einen Förderbetrag von 8,2 Mio. Euro zur Verfügung, der Rest wird durch die am Projekt teilnehmenden Unternehmen getragen.

Ziele von Popup sind die Entwicklung deutlich effizienterer und stabilerer OPV-Materialien für kostengünstige industriell anwendbare Druck- und Beschichtungsverfahren. Zudem sollen neue Device-Architekturen für flexible und starre, semitransparente und lichtundurchlässige Module entwickelt werden. Diese sollen mittel- bis langfristig in konkurrenzfähigen Massenproduktionsverfahren hergestellt werden, beispielsweise zur Integration in Fahrzeugen, um die Stromversorgung für die Bordelektronik zu gewährleisten; in Gebäuden und Glasfassaden, zur Energieversorgung für alleinstehende Gebäude und Geräte, Notfallsysteme, Verkehrs- und Navigationshilfen. Auch zur netzunabhängigen Stromversorgung im Freizeitbereich oder zum Laden mobiler Verbraucher-Geräte können die neuartigen Technologien eingesetzt werden.

Merck koordiniert das Gesamtvorhaben. Der – nach eigener Einschätzung – international führende Hersteller von halbleitenden Polymeren übernimmt die Entwicklung und Synthese der zukunftsweisenden Materialien sowie deren chemisch-physikalische Charakterisierung beziehungsweise Evaluierung in einfachen Device-Strukturen. Merck verfügt über Fachwissen und Infrastruktur, um die Materialien in druckfähige Formulierungen zu überführen und schrittweise hoch zu skalieren – vom Milligramm- in den Kilogrammbereich.

Der Verbund Popup umfasst 10 Partner, die langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet der organischen Photovoltaik besitzen und auf ihren Arbeitsgebieten technologisch führend sind:

Merck, Darmstadt; Zentrum für Angewandte Energiesysteme, Erlangen; Polyic, Fürth; Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe; Leonhard Kurz Stiftung, Fürth; Belectric OPV, Nürnberg; Webasto-Gruppe, Stockdorf; Siemens, Erlangen; Centrosolar Glas, Fürth; Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung, Stuttgart.

Das Forschungsprojekt Popup (Förderkennzeichen: 03EK3501) ist thematisch mit dem Förderprogramm „Grundlagenforschung Energie 2020+“ des BMBF verknüpft.

(dw)

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