Durchwachsenes Quartal

Merck: Umsatz rauf, Gewinn runter – Rochade im Management

03.08.2017 Der Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern Merck hat für das zweite Quartal 2017 eine durchwachsene Bilanz vorgelegt: Der Umsatz ist zwar gestiegen, doch der Gewinn sank. Schuld sind Investitionen und der Verlust an Marktanteilen in einem wichtigen Geschäft.

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Merck steigert Gewinn und Umsatz

Stefan Oschmann sieht die Weichen für zukünftiges Wachstum gestellt. (Bild: Merck)

Merck konnte seinem Umsatz im zweiten Quartal um 2,3 % auf 3,9 Mrd. Euro steigern, das Ergebnis (Ebitda) sank um 5,6 %. Vor allem hohe Investitionen im Bereich Healthcare und das schwächere Flüssigkristallgeschäft drückten den Gewinn. Gegenüber dem Vorjahr sank die Marge von 30,4 % auf 28,1 %. Das Umsatzplus geht vor allem auf die Bereiche Life Science und Healthcare zurück. Allerdings hält das Merck-Management an seiner Gewinnprognose für 2017 fest.

„Wir haben die Weichen für zukünftiges Wachstum gestellt. Durch die Fokussierung auf innovative Arzneimittel haben wir im Healthcare-Bereich sehr wichtige Fortschritte erzielt. Auch die Integration von Sigma-Aldrich haben wir konsequent weiter vorangetrieben. Diesen Fortschritten steht die Normalisierung unserer ungewöhnlich hohen Marktanteile im Flüssigkristallgeschäft gegenüber. Wir bestätigen unsere Gewinn-Ziele für das Gesamtjahr“, sagte Stefan Oschmann, CEO und Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck.

Insbesondere im Geschäft mit etablierten Flüssigkristalltechnologien, in dem Merck hohe Marktanteile hat, sieht das Unternehmen einen anhaltenden Preisdruck und eine „einsetzende Normalisierung überdurchschnittlich hoher Marktanteil“. Der daraus resultierende Umsatzrückgang konnte durch die Zuwächse in den anderen Geschäftseinheiten nur teilweise ausgeglichen werden.

Neue Zuständigkeiten in der Merck-Geschäftsleitung

Kai Beckmann, Merck

Kai Beckmann übernimmt in der Merck-Geschäftsleitung die Zuständigkeit für den Bereich Performance Materials. Bild: Merck

Zeitgleich mit den Quartalszahlen gab Merck bekannt, dass die Ressortzuständigkeiten in der Geschäftsleitung verändert wurden: Der Unternehmensbereich Performance Materials wird künftig von Kai Beckmann (51) verantwortet, der bisherige Chef des Bereichs,Walter Galinat (61), leitet künftig den Standort Darmstadt und ist für Einkauf, Umwelt und Qualität verantwortlich. Belén Garijo (57), CEO Healthcare, übernimmt in der Merck-Geschäftsleitung zusätzlich das Personalressort von Kai Beckmann; Udit Batra (46), CEO Life Science, zusätzlich das Ressort Business Technology, zuständig für die IT-Landschaft des Konzerns. Marcus Kuhnert (48) übernimmt neben seiner Rolle als Finanzchef die Verantwortung für die neugegründeten Merck Business Services.

Walter Galinat

Walter Galinat zeichnet bei Merck künftig für den Standort Darmstadt, den Einkauf sowie den Bereich Umweltschutz, Qualität und Sicherheit verantwortlich. (Bild: Merck)

Die ausführlichen Zahlen finden Sie hier.

(as)

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