Mobile Gasmesstechnik

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29.06.2011 Anlagen der petrochemischen Industrie verlangen zuverlässige Sicherheitskonzepte. Tragbare Gasmessgeräte bilden dabei einen wichtigen Baustein, um Mensch, Umwelt und Technik zu schützen. Der Bereichsüberwacher X-Zone 5000 kann sicherheitstechnische Prozesse deutlich vereinfachen.

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Entscheider-Facts Für Anwender

  • Das Gasmesssystem X-Zone 5000 erweitert die mobile Gasmesstechnologie zu einem System mit vielen flexiblen Einsatzmöglichkeiten.
  • Es eröffnet Sicherheitsingenieuren neue Möglichkeiten zur Absicherung von industriellen Prozessen und kann die Betriebs- und Prozesskosten reduzieren – bei erhöhter Sicherheit.

Juli 2011

Der Bereichsüberwacher X-Zone 5000 sorgt für eine kontinuierliche Überwachung – dort, wo mit einer Gasgefahr zu rechnen ist (Bild: Dräger)

 

 

Ein Gaswarnsystem ist bei vielen Baustellen in industriellen Bereichen oder der Öl- und Gasförderung zu installieren, um den Schutz von Mitarbeitern, Anwohnern und der Umwelt zu gewährleisten. Während dieser kurzzeitigen Einsätze ist es meist nicht möglich, ein stationäres Gaswarnsystem aufzubauen – somit ein ideales Einsatzgebiet für das mobile Gasmessgerät X-Zone 5000. Das System wird dort platziert, wo mit einer Gasgefahr zu rechnen ist. Tritt Gas aus, alarmiert es zuverlässig mit einem Alarmton (akustisch 360°; > 108 dB bei einer Entfernung von 1 m, 120 dB bei einer Entfernung von 30 cm). Üblicherweise tragen die im Baustellenbereich tätigen Mitarbeiter ein persönliches Gaswarngerät, allerdings halten sie sich nicht immer dort auf, wo mit einer Gasgefahr zu rechnen ist. Somit kann ein Bereichsüberwacher eine ideale sicherheitstechnische Ergänzung sein.

Gase direkt an der Gefahrenstelle messen

Besonderen Schutz verlangen die regelmäßig anfallenden Wartungsarbeiten in Ex-Zonen industrieller Anlagen. Werden diese „Heißarbeiten“ mit nicht Ex-geschützten Werkzeugen durchgeführt, ist der entsprechende Bereich freizumessen. Nur so kann sichergestellt werden, dass diese Werkzeuge – etwa bei einem Gasleck – keine Explosion auslösen. Der Gasanalyst hat die Freimessungen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung regelmäßig zu wiederholen.

Das X-Zone 5000 sorgt für eine kontinuierliche Überwachung – dort, wo mit einer Gasgefahr zu rechnen ist. Das kann direkt vor Ort geschehen oder durch aktives Ansaugen des Gases, etwa aus einem geschlossenen Tank. Das gut sichtbare grüne OK-Signal signalisiert, dass keine Gasgefahr vorhanden ist. Somit kann das erneute Freimessen des Arbeitsbereiches durch den Gasanalysten entfallen, beispielsweise nach Arbeitspausen, und so zu deutlichen Einsparungen bei den Prozesskosten führen.
Muss in industriellen Baustellenbereichen oder Unfallszenarien mit Gasgefahren gerechnet werden, benötigen Sicherheitskräfte belastbare Informationen darüber, ob eine Gefahr für umgebende Anlagenbereiche besteht und welche persönliche Schutzausrüstung gegebenenfalls zu tragen ist.
Ein sicheres Gaswarnsystem zu installieren – das muss nicht aufwendig sein. Die X-Zone-Geräte lassen sich innerhalb von nur wenigen Minuten um gefährdete Bereiche herum verteilen. Zusätzlich können sie an besonderen Gefahrenpunkten positioniert und automatisch drahtlos zusammengeschaltet werden. Erkennt ein Gerät einen Gasaustritt, warnt die Alarmkette lautstark – und gewährleistet auf diese Weise eine schnelle Evakuierung des Bereichs. Der „Mutteralarm“ stammt von dem Gerät, das den Gasaustritt detektiert hat. Sein optisches Signal leuchtet dann rot, während die anderen Geräte der Alarmkette als „Tochteralarme“ rot/grün leuchten.

Alarm vor Ort spart wertvolle Zeit

Bei einer Gasgefahr muss unter allen Umständen sofort reagiert werden. Üblicherweise werden derartige Maßnahmen – leicht zeitversetzt – durch die zentrale Leitwarte gesteuert. In diesem Fall spart das System wertvolle Zeit. Sein potenzialfreier Alarmkontakt kann bei einem entsprechend definierten Szenario sofort Sicherheitsmaßnahmen einleiten. Externe Betriebsmittel, wie beispielsweise Lüfter, Tore, Hupen, Lampen oder Ampeln, können eingeschaltet, Betriebsmittel wie Umfüllpumpen, nicht ex-geschützte Betriebsmittel wie Schweißgeräte oder Trennschleifer ausgeschaltet werden. Diese direkte Reaktion auf Gasgefahren vor Ort macht Industrieanlagen deutlich sicherer.

Zahlreiche Anlagen, in denen mit Gefahrstoffen gearbeitet wird, sind mit einer stationären Gaswarnanlage ausgestattet. Was aber, wenn diese einmal ausfällt? Das kann einen Produktionsausfall bedeuten, sobald ein sicherer Betrieb nicht mehr gewährleistet ist. So sind beispielsweise Abfüllanlagen von Gefahrstoffen teilweise mit „Open-path-Systemen“ ausgestattet. Dabei werden explosible Kohlenwasserstoffe durch die Abschwächung eines Infrarotstrahls erkannt, der den gefährdeten Arbeitsbereich durchläuft. Die Open-path-Systeme arbeiten bei widrigen Witterungsbedingungen – zum Beispiel Nebel – nicht mehr. Dann können X-Zone-Alarmketten innerhalb weniger Minuten das ausgefallene stationäre System ersetzen.

Kosten für Training und Wartung reduzieren

Während eines Stillstands ist es üblich, mit Wartungsarbeiten beauftragte Kontraktoren mit persönlichen Gaswarngeräten auszustatten. Jeder Mitarbeiter muss dann eingewiesen und der richtige Umgang mit dem Gaswarngerät trainiert werden. Anstatt jeden Mitarbeiter mit einem persönlichen Gerät auszustatten, kann hier das X-Zone 5000 vom Sicherheitspersonal zur Bereichsüberwachung genutzt werden. So reduziert sich der Aufwand für Einweisung und Training. Falls halbjährliche Justagen durch einen externen Servicepartner erfolgen, braucht nur das kleine handliche Gasmessgerät und nicht das größere X-Zone-System versendet werden. Ein täglicher Funktionstest mit Gas ist nicht erforderlich. Wird ein X-Zone-System vor Ort installiert, hat es eine Betriebsdauer von maximal 120 h (24 Ah Akku). Ein Funktionstest mit Gas ist lediglich beim Aufstellen erforderlich. Der tägliche Funktionstest, wie er für „tragbare“ Gasmessgeräte vorgeschrieben ist, ist für die „transportablen“ Bereichsüberwacher nicht notwendig. Diese Geräte müssen lediglich durch eine Sichtkontrolle geprüft werden, beispielsweise auf die Funktion des grünen OK-Signals hin. Dieser erleichterte Prüfprozess bei der täglichen Wartung kann nochmals Betriebskosten sparen.

Das System lässt sich auf unterschiedliche Anwendungen anpassen. Der Alarmverstärker X-Zone 5000 wird in Kombination mit den tragbaren Gasmessgeräten X-Am 5000 (ein bis fünf Gas-Messgeräte) oder X-Am 5600 (ein bis sechs Gas-Messgeräte mit IR-Technologie) eingesetzt:

etwa als persönlich mitgeführtes Gasmessgerät zur Überwachung „am Mann“, in Kombination mit der automatischen externen Pumpe zur Freigabe von engen Räumen oder in Kombination mit dem X-Zone 5000 zur Überwachung oder Evakuierung von Bereichen.

 

Heftausgabe: Juli 2011

Über den Autor

Ulf Ostermann , Portfoliomanager Portable Instruments Dräger Safety
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