"Ich schaffe das schon“

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08.04.2013 Die meisten Menschen denken, früher sei alles besser gewesen. Aber war es wirklich besser oder nur anders? An die Mitarbeiter von Unternehmen werden heute immer häufiger neue Anforderungen gestellt. Deshalb brauchen gute Mitarbeiter heute auch teils andere Fähigkeiten als früher.

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Was unterscheidet einen sehr guten Mitarbeiter von einem durchschnittlichen? Klar ist: Wer in seinem Beruf Spitze sein möchte, braucht das nötige Fachwissen. Doch dieses genügt in der Regel nicht, um beruflich erfolgreich zu sein. Denn Berufstätige müssen mit anderen Menschen kooperieren und harmonieren. Und dies setzt ebenfalls gewisse Fähigkeiten voraus.
Das hängt unter anderem von der Struktur der Betriebe ab. So waren in den sehr hierarchisch strukturierten Betrieben, die bis vor knapp 20 Jahren die Unternehmenslandschaft prägten, primär die klassischen Sekundärtugenden – auch preußische Tugenden genannt – gefragt. Die Mitarbeiter sollten pünktlich und fleißig sein sowie zuverlässig ihre Aufgaben erfüllen. Und ansonsten ihren Mund halten.

Anforderungen ändern sich schnell
Doch dann, vor circa 20 Jahren setzte der Siegeszug der Team- und Projektarbeit ein. Das heißt, statt einzelnen Mitarbeitern Teilaufgaben zu übertragen, wurden nun an Mitarbeitergruppen ganze Aufgabenkomplexe delegiert. Dies wirkte sich auf die Anforderungen aus. „Teamfähig soll unser Mitarbeiter sein“, lautete fortan eine Standardanforderung in Stellenanzeigen. Und zudem sollten die Neuen „kommunikativ“ und „konfliktfähig“ sein. Denn wenn mehrere Mitarbeiter gemeinsam eine Aufgabe erfüllen, besteht ein größerer Abstimmungsbedarf. Zudem gibt es mehr Reibungspunkte.
Und heute? Heute ist die Team- und Projektarbeit in den meisten Betrieben „gängige Praxis“. Dafür gewinnen neue Themen an Bedeutung. Denn aufgrund der Globalisierung und des rasanten technischen Fortschritts stehen die Unternehmen unter einem enormen Veränderungsdruck. Also müssen ihre Mitarbeiter immer häufiger ihre Denk- und Verhaltensmuster den veränderten Rahmenbedingungen anpassen.

Mitarbeiter müssen „Selbstentwickler“ werden
Hieraus resultiert ein immenser Lernbedarf – ein Bedarf, der mit zentral von der Personalabteilung organisierten Qualifizierungsmaßnahmen allein meist nicht mehr gedeckt werden kann. Dafür ist der Lernbedarf in der Regel zu individuell und in den Fachbereichen zu verschieden. Deshalb muss das Lernen ein Teil des Arbeitsalltags werden. Und: Die Mitarbeiter müssen ihre Entwicklung selbst in die Hand nehmen. Sie müssen sozusagen „Selbstentwickler“ werden, um begehrte Arbeitskräfte zu bleiben.
Das setzt mehrere Fähigkeiten voraus. Die Mitarbeiter müssen zum Beispiel lernen, eigene Lernprozesse zu organisieren; darüber hinaus müssen sie sich zum Lernen motivieren. Diese Fähigkeit zur Selbstmotivation wird in der modernen Arbeitswelt zu einer Schlüsselkompetenz. Denn je eigenständiger und eigenverantwortlicher die Mitarbeiter arbeiten, umso öfter geraten sie an einen Punkt, bei dem sie zunächst das Gefühl haben: Das kann ich nicht. Dann wird von Arbeitnehmern heute erwartet, dass sie nicht unmittelbar die Flinte ins Korn werfen, sondern sich fragen „Unter welchen Voraussetzungen könnte ich die Aufgabe doch lösen?“ und einen Versuch wagen.
Das setzt voraus, dass Mitarbeiter die erforderliche Grundzuversicht „Irgendwie schaffe ich das schon“ entwickeln, um neue Aufgaben beherzt anzugehen.  Diese Fähigkeit, sich in eine positive, zuversichtliche Stimmung zu versetzen, fehlt vielen Arbeitnehmern noch. Die Folge: Sie verfallen bei neuen Herausforderungen oft in eine Art Schockstarre und fühlen sich schnell überfordert. Ein Indiz hierfür ist die wachsende Zahl psychischer Erkrankungen. Über diesen Zusammenhang sollten die Betriebe einmal nachdenken. Dann ließen sich auch Präventionsmaßnahmen organisieren.    

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Heftausgabe: April 2013
Julia Voss,  Geschäftsführerin Voss+Partner

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