Wifi im Ex-Bereich

Mobilgeräte in der Instandhaltung

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12.07.2016 Industrie-Smartphones, mobile Computer und Tablets machen die Instandhaltung einfacher, effizienter und sicherer. Doch welche Lösung eignet sich für welchen Zweck? Der Beitrag liefert Betreibern die nötigen Antworten.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Industrie-Smartphones, mobile Computer und Tablets machen die Instandhaltung einfacher, effizienter und sicherer. Doch welche Lösung eignet sich für welchen Zweck?
  • Mit einer Enterprise-Mobility-Strategie lassen sich Routine- und Ad-hoc-Inspektionen nachhaltig optimieren, aber auch Wartungs-, Reparaturarbeiten und Schulungen im Ex-Bereich effizienter und sicherer gestalten.
  • So kann es unterm Strich gelingen, nicht nur die Fehlerquote bei verstärktem Fachkräftemangel zu senken, sondern vielmehr die Sicherheit, Prozessqualität und Effizienz weiter zu erhöhen.

Wartung ist Vertrauenssache – insbesondere wenn es um Arbeiten im Ex-Bereich geht. Doch es fehlt zunehmend an erfahrenen Fachkräften, die bei Unregelmäßigkeiten schnell und kompetent entscheiden können. Ungeachtet dessen steigen die Anforderungen an Qualität und Produktivität in der Prozessindustrie weiter an. Ohne digitale Helfer, die das Personal Schritt für Schritt durch die Abläufe führen und neue Kommunikations- und Servicemöglichkeiten im Feld eröffnen, lässt sich dieser Spagat kaum meistern.

Tablets und mobile Computer für den Ex-Bereich
Die für künftige Instandhaltungsszenarien entscheidenden Anforderungen verdeutlichen die Industrie-Tablets und mobile Computer der neuen Bartec-Reihe Lumen X. Die in Schutzklasse IP65 ausgeführten Android-Geräte mit 4- oder 7-Zoll-Display sind sogar nach Militärstandard (MIL-STD-810G) zertifiziert und eignen sich für besonders extreme Einsatzszenarien – etwa für Temperaturen zwischen -20 und 50 °C. Die kapazitiven, sonnenlichttauglichen Displays lassen sich auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen ablesen und mit Arbeitshandschuhen bedienen. Ebenfalls integriert für den Einsatz in der Instandhaltung sind ein Barcode- oder RFID/NFC-Scanner und die Drahtlosanbindung per Bluetooth, WLAN, Mobilfunk.

Kollaboration und Navigation im Feld
Zugunsten eines möglichst breiten Einsatzspektrums beinhalten das Lumen X4 und X7 neben einem Quad-Core-Prozessor eine front- und rückseitige Kamera für Videokonferenzen und Fotodokumentationen. Im Rahmen des sogenannten Remote Service kann der Servicemitarbeiter so den Leitstand oder einen örtlich entfernten Experten live hinzuschalten. Zur Orientierung und Navigation in großen Industrieanlagen und Chemieparks ist ferner ein GPS enthalten. Ein Lithium-Polymer-Akku, der sich ohne Werkzeug austauschen lässt, bringt es im Mischbetrieb auf über 20 h, im Standby auf bis zu 800 h.

Die papierlose Wartung
Einer der wesentlichen Unterschiede zu konventionellen mobilen Computern für die Wartung besteht in der aus dem Consumer-Umfeld bekannten Fülle an Apps, die nun auch im professionellen Umfeld zur Verfügung stehen; allen voran der Webbrowser, aber auch E-Mail-, Kalender- und Kamera-Anwendungen. Hierdurch lassen sich Wartungsvorgänge verkürzen, verbessern und papierlos dokumentieren. Allerdings bedarf es auch einer geeigneten Lösung für das Auftragsmanagement. Diesbezüglich unterstützen die Geräte etwa die Smart Business Plattform Simplifier von Itizzimo, die das Personal mithilfe mobiler Endgeräte Schritt für Schritt durch den kompletten Instandhaltungsprozess führt und bei Bedarf eine Videoverbindung zum Remote Service aufbaut.

Integration in das ERP
Aufgrund der Anbindung an das Warenwirtschaftssystem lassen sich auch Verschleißteile direkt im Feld und aus dem Bestand buchen. Die in gefordertem Umfang zu den einzelnen Wartungsschritten erstellten Fotos und Videos hängt das System automatisch an den Serviceauftrag an und legt sie im ERP-System ab. Auf Wunsch stößt die Plattform auch Folgeprozesse an, etwa ein Update der Angaben, einen Rechnungslauf oder eine erneute Inbetriebsetzung. Die hierfür nötigen Regeln und Instandhaltungsapplikationen stellt der Anwender einfach aus den vorkonfigurierten Bausteinen zusammen. Durch verschiedene integrierte Funktionen und Schnittstellen zu unterschiedlichen IT-Systemen lassen sich so spezifische Instandhaltungsanwendungen bis zu zehnmal schneller umsetzen als mit herkömmlicher Programmierarbeit.

Tablet-PC-Systeme: das Büro zum Mitnehmen
Um abhängig vom Einsatzzweck unterschiedliche Einsparpotenziale heben zu können, beinhaltet das Portfolio des Herstellers auch das ebenfalls androidbasierte Smartphone Impact X, die damit koppelbare Wifi-Helmkamera Orbit X sowie das windowsbasierte Tablet-PC-System Agile X. Letzteres ist für Atex-Zone 2 und UL Class 1 Div 2 zertifiziert und eignet sich mit seinen optionalen Sensoren, RFID- und Barcode-Scannern sowie 10,1-Zoll-Display nicht nur für besondere Instandhaltungsszenarien, sondern auch als mobiles Büro. So können etwa Ingenieure ihre Arbeitsumgebung jederzeit in den Ex-Bereich mitnehmen – inklusive Microsoft Outlook, Word, Excel oder Access – und dort Anlagen- und Schaltpläne visualisieren. Wieder zurück im Büro verwandelt sich das Tablet per optionaler Docking-Station und daran angeschlossener Peripherie wieder in einen vollwertigen Arbeitsplatz-PC.

Effizientes Feldgeräte-Management
Darüber hinaus lässt sich mit dem Tablet-PC-System das Feldgeräte-Management deutlich vereinfachen: In Verbindung mit einem speziell entwickelten Hart-Modem lassen sich Feldgeräte nun auch unabhängig vom Leitsystem auslesen und parametrieren. Weil das Add-on-Modul außerdem für den Mischbetrieb zugelassen ist, kann das Wartungspersonal ferner zwischen Ex- und Nicht-Ex-Bereich wechseln und beispielsweise während einer Tour hintereinander eine Durchflussmessung in der Benzinverladung einer Raffinerie und anschließend mit demselben Gerät eine Analyse in der Kläranlage vornehmen. Aufgrund des Windows-Betriebssystems stehen hierfür alle gängigen Softwarelösungen und Industriestandards wie etwa FDT/DTM zur Auswahl.

Mobile Device Management
Je mehr mobile Endgeräte aber letztlich im Feld unterwegs sind, desto wichtiger ist es für den Anwender, diese auch verwalten zu können. Um Geräte einheitlich implementieren und – inklusive Videokonferenz- und Kameraeinstellungen – effizient fernverwalten zu können, hat der Hersteller die skalierbare Mobile-Device-Management-Lösung Collaboration X entwickelt. Ergänzende Cloud-Storage-Dienste gestatten darüber hinaus das sichere und ortsunabhängige Speichern und Verwalten der Bild- und Videodateien. Als Komplettanbieter für Mobile-Enterprise-Lösungen offeriert das Unternehmen auch das zur Cloud- und Netzwerkanbindung nötige Wireless-Equipment, allen voran ex-geschützte Access-Points und Antennen.

Einführung in Schritten
Doch wieviel Neuerung vertragen Unternehmen und Mitarbeiter eigentlich? Puralube Germany, Hersteller hochwertiger Basisöl-Spezialitäten in Sachsen-Anhalt, betrachtet Enterprise Mobility als Weg zur vollständigen Prozesskontrolle und sieht dafür drei Optimierungswellen vor. Zunächst sollen Wifi-Helmkameras zum Einsatz kommen, um auch im Ex-Bereich mit Fotos und HD-Videos dokumentieren zu können. Anschließend will der Betreiber seine mobilen Workflows und die Kommunikation im Feld mithilfe ex-geschützter Smart­phones und Tablets verbessern und das ERP-System lückenlos anbinden. In der finalen Ausbaustufe sollen schließlich auch Videokonferenzen mit dem Leitstand oder externen Experten möglich sein, um schnell und präzise entscheiden und eingreifen zu können. 1607ct910, 1608ct907

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Heftausgabe: Juli 2016

Über den Autor

Benedikt Eckert, Produktmanager Mobile Computing, Bartec
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