Näher am Prozess

Modulare Automatisierung verkürzt Engineering und sorgt für Investitionssschutz

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Baustein für Industrie 4.0
Ganz unabhängig davon, wie Industrie 4.0 in Zukunft realisiert wird, wird sie die Nutzung von Cyber-Physical Systems (CPS) voraussetzen. Cyber-Physical Systems werden charakterisiert durch die Verknüpfung einer Komponente, wie einer Maschine, Steuerung, Achse oder eines Sensors, mit einem entsprechenden virtuellen Repräsentanten. Der virtuelle Repräsentant bildet die gegenständlichen Komponenten ab, verwaltet und organisiert sie als Ressource im Informationsnetz und ermöglicht so die Interaktionen zwischen verschiedenen CPS. Auf Dima projiziert, stellt das autarke Anlagenmodul den physischen Gegenstand dar, während das Module Type Package (MTP) der virtuelle Repräsentant im Informationsnetz ist. Das MTP repräsentiert die Funktionen des Anlagemoduls und verwaltet diese in der Architektur der gesamten Anlage.  Es ist somit Befähiger für Industrie 4.0 und Dima, damit ein erster realer Baustein, Industrie 4.0-Anforderungen zu erfüllen – in der Prozessindustrie ebenso wie in der Factory Automation.

Zur Technik
Neuer Controller und Automatisierungstechnik für raue Umgebungen

Der Controller PFC200 wird erstmalig zur Messe SPS IPC Drives in der XTR-Variante vorgestellt. Das Gerät ist sowohl offen für die Anbindung an die übergeordnete Leitebene mittels Profibus, Profinet oder Modbus als auch für die Anbindung unterschiedlicher Feldgeräte und Subsysteme. In der Feldebene kann der Controller nicht nur einzelne Geräte anbinden, sondern ebenso mehrere Geräte in Kette, die über unterschiedliche Protokolle, wie RS-232, RS-485, oder Hart  kommunizieren. Für die Anbindung von Feldgeräten, Datenbanksystemen oder die des Leitsystems stehen kostenlose Beispielbibliotheken oder Anwendungshinweise zur Verfügung. Die Bibliotheksbausteine dienen als Basis für kundenspezifische Lösungen und müssen lediglich individuell parametriert oder konfiguriert werden. Der Controller ist wartungsfrei, schockfest und besonders robust.
 
Der PFC200 ist kompatibel zu allen mehr als 500 Funktionsmodulen des Wago-I/O-Systems. So lassen sich maßgeschneiderte Knoten in skalierbarer Leistung aufbauen. Das Spektrum der Funktionsmodule reicht von analogen und digitalen Ein- und Ausgängen über technische Sonderfunktionen wie beispielsweise Condition-Monitoring, Energiemessklemmen und DC-Drive-Controller bis hin zu blauen eigensicheren Safety-Modulen für den Ex-Bereich oder Module zur Anbindung von Notausfunktionen bis SIL3. Die Analog-Eingangsklemme Hart kann bis zu vier Nebenvariablen des Hart-Signals auslesen, mitauswerten und weiterverarbeiten, wodurch der Anlagenbauer beispielsweise auf die Integration weiterer Sensoren verzichten kann. Standardmäßig ist der Einsatz des I/O-Systems in explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 2 möglich. Spezielle eigensichere digitale und analoge Busmodule ermöglichen auch den Anschluss der Peripherie in den Zonen 0 und 1. In der XTR-Variante verfügt das I/O-System über eine Temperaturbeständigkeit von -40 bis 70 °C, Spannungsfestigkeit bis 1 kV (< 60 V, Klasse VW1) und 5 kV (> =60 V, Klasse VW3), EMV-Störfestigkeit und Vibrationsfestigkeit bis 5 g. Es hat einen geringen Platzbedarf und zeichnet sich durch niedrigere Energie- und Wartungskosten aus.

Weil die Komponenten über ein Gros an Zulassungen für unterschiedlichste Klimazonen verfügen, können Package-Unit-Hersteller, ihre Anlagenmodule in Deutschland herstellen und weltweit vertreiben. Mit ihren Zulassungen für den Marinebereich eignen sich die Systeme auch für den Offshore-Einsatz. Zudem verfügen alle Komponenten des I/O-Systems über das gleiche Look and Feel sowie eine einheitliche Systemarchitektur. Dadurch sind sie frei miteinander zu kombinieren und vereinfachen dadurch die Lagerhaltung des Anlagenbauers. Das modulare Automatisierungssystem für die Prozessindustrie wird mit einem Portfolio für den Schaltschrank: Von Energiespeisegeräten, über Trenner, Verstärker und Messumformer bis hin zu einer Vielzahl an Reihenklemmen.

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SPS/IPC/Drives 2015 Halle 7 – 330

Heftausgabe: November 2015
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Über den Autor

Benjamin Böhm ist Global Industry Manager Chemie, Thomas Holm ist Global Key Account Manager Dima, Eva Banholzer ist Teamleiterin Fachpresse/Media, alle drei Autoren arbeiten bei Wago
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