Namur sucht Wege zur flexibleren Anlagenautomatisierung

30.07.2014 Die 77. Hauptsitzung der Namur, Leverkusen, in Bad Neuenahr vom 6. bis 7. November 2014 steht unter dem Motto „Dezentrale Intelligenz - Neue Wege in der Prozessautomatisierung“. Der Sponsor Wago Kontakttechnik wird dort ein neues Konzept zur modularen, skalierbaren Prozessautomatisierung vorstellen.

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Namur sucht Wege zur flexibleren Anlagenautomatisierung

Die 77. Namur-Hauptsitzung vom 6. bis 7. November 2014 in Bad Neuenahr steht unter dem Motto „Dezentrale Intelligenz – Neue Wege in der Prozessautomatisierung“. (Bild: @snapfoto105-Fotolia.com)

Bei verfahrentechnischen Anlagen werden in der klassischen Prozessführung gesamte Anlagen mit Hilfe von Prozessleitsysteme automatisiert. Die Kommunikation innerhalb der Prozessleitsysteme zwischen der Bedienebene, den Controllern und den prozessnahen Komponenten erfolgt über systemspezifische Busprotokolle. Diese basieren zwar auf Standardkommunikationsprotokollen, haben aber herstellerspezifische Definitionen für die Applikationsebene und verhindern daher eine Offenheit der Kommunikation.

Vor dem Hintergrund steigender Volatilitäten der Absatzmärkte und immer kürzerer Produktlebenszyklen offenbart das Konzept der starren Prozessanlagen zunehmend Schwächen. Die Zeit von der Planung über die Installation bis hin zur eigentlichen Inbetriebnahme wie auch die Kostenreduktion bei der Anpassung auf individuelle Produktionsmengen und -arten werden für Anlagenbetreiber zu kritischen Faktoren.

Um den Marktanforderungen nach Schnelligkeit, Flexibilität und wirtschaftlicher Größenanpassung gerecht zu werden, bedarf es modularer Automatisierungssysteme mit offenen, standardisierten Schnittstellen. Nur so kann die Automatisierung der steigenden Flexibilität von zunehmend modular aufgebauten Prozessanlagen gerecht werden.

Der Sponsor der Hauptsitzung der Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie (Namur), Wago Kontakttechnik aus Minden (ein Anbieter von Automatisierungssystemen), wird am ersten Tag der Veranstaltung in einem Plenarvortrag und weiteren fünf Workshops in enger Abstimmung mit der Namur und der von der Namur erstellten Empfehlung NE 148 ein neues Konzept zur modularen, skalierbaren Prozessautomatisierung vorstellen. Bestandteile sind das Engineering, die digitale Beschreibung von Prozessmodulen sowie eine offene, herstellerunabhängige Systemkommunikation und Schnittstellenarchitektur zur Automatisierung von Prozessanlagen mit dezentraler Automatisierung und/oder Package Units. Wago gibt damit auch einen deutlichen Fingerzeig an die Anforderungen von Industrie 4.0 zur wirtschaftlicheren Produktion individueller Mengen und Arten mit untereinander vernetzten Teilmodulen.

Dem Plenarvortrag des Sponsors werden wie immer interessante Beiträge der Namur folgen, die neue Anforderungen sowie aktuelle Entwicklungen aufgreifen und die Ergebnisse zur seit der letzten Hauptsitzung gestarteten Initiative zum Namur-Datencontainer nach NE 150 (Standardisierung eines hersteller- und systemunabhängigen Datenaustausches zwischen CAE und PLS) darstellen.

In den vielen Workshops der Namur am Nachmittag des ersten Tages werden dann aktuelle Themen der Arbeitskreise wie beispielsweise Security, Assistenzsysteme, Sensorik und Antriebstechnik diskutiert. Hier haben sich in diesem Jahr neben Kooperationspartnern auch Kollegen aus China mit ihren Beiträgen angemeldet.

(dw)

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