BASF baut Kunststoff-Anlage in Shanghai

Neuanlagen vor allem in Asien

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16.07.2010 In allen Regionen der Welt wird der Kunststoffmarkt weiter wachsen. Ein Grund dafür sind Megatrends wie zunehmende Verstädterung, steigender Energiebedarf, Globalisierung und Klimaschutz. Diese Entwicklung ist mit Themen und Branchen verknüpft, bei denen Kunststoffe eine immer wichtigere Rolle spielen - beispielsweise Energie und Energieeffizienz sowie Bauen und Wohnen.

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Juli 2010

Cellasto-Elemente für den Automobilbau. Bild: BASF

„Kunststoffe sind heute bei der Bewältigung wichtiger Zukunftsfragen nicht mehr wegzudenken“, erläutert Dr. Martin Brudermüller, BASF-Vorstandsmitglied und zuständig für Kunststoffe sowie für die Region Asien, Pazifischer Raum. Die globale Nachfrage nach Kunststoffen werde sich mit einer Wachstumsrate von rund 5 % pro Jahr bis 2015 fortsetzen. Die größte Steigerung auch über 2015 hinaus erwartet die BASF in Asien, wo der Verbrauch bereits seit 2007 größer ist als die gesamte Nachfrage in Europa und Nordamerika zusammen. „Der Schwerpunkt der BASF-Investitionen in Neuanlagen wird daher in den nächsten Jahrzehnten in Asien liegen.“
Um der wachsenden Nachfrage nach Spezialitäten gerecht werden zu können, baut die BASF derzeit unter anderem eine Anlage für Cellasto in Shanghai, einem Polyurethan, das für Zusatzfedern im Automobilbereich zum Einsatz kommt. Shanghai ist nach Nansha (China) und Shinshiro (Japan) der dritte Produktions- und Entwicklungsstandort für die Autobauteile aus Polyurethan in Asien. Die neue Cellasto-Niederlassung, die in den bereits bestehenden BASF-Standort in Shanghai integriert ist, kann BASF-Angaben zufolge – wie auch der Standort Nansha – ihre Produktion bei kurzfristig deutlich erhöhen.
Im Oktober 2007 hat die BASF in Shanghai bereits ein Kundenzentrum für Automobiltechnologie eröffnet, in dem Innovationen für die Automobilindustrie präsentiert werden. Chemiker und Ingenieure der BASF optimieren und entwickeln in enger Zusammenarbeit mit Kunden neue Anwendungen und bieten Trainingsmöglichkeiten im Bereich der Prozesstechnik an.
Kunststoff – Beitrag zum Klimaschutz
Kunststoffe benötigen bei der Herstellung und der Verarbeitung weniger Energie als alternative Materialien, in vielen Anwendungen senken sie den Verbrauch an fossilen Energieträgern. „So reduziert der Einsatz von Kunststoffen CO2-Emissionen und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz“, so Brudermüller.
Gerade im Automobilbau werden Chemie-Produkte zunehmend wichtiger: Seit 1970 ist der Anteil von Kunststoffen in einem typischen westeuropäischen Auto von 6 % auf heute rund 15 % gestiegen. In China ist dieser Anteil noch um die Hälfte geringer und der Einsatz an hochwertigen technischen Kunststoffen viel niedriger als in Europa – dennoch sind auch im Wachstumsmarkt Asien inzwischen umweltschonende Technologien gefragt. „Hier in Asien liegt das Potenzial für Kunststoffhersteller auf der Hand, aber auch Europa bietet weiter viele Chancen“, so die Einschätzung von Brudermüller. Denn in Westeuropa könnte das Durchschnittsauto bis zum Jahr 2020 bereits 25 % Kunststoffe enthalten. Die Gewichtsersparnis durch den Einbau von mehr Kunststoff-Komponenten schlägt sich in einem niedrigeren Kraftstoffverbrauch und damit geringeren CO2-Emissionen nieder. Zudem stellt der Trend zur Elektromobilität neue Anforderungen und wird den Anteil an Kunststoffen im Auto weiter erhöhen.

Heftausgabe: Juli 2010

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Scherhag
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