Hart an der Grenze getestet

Neue Pumpe für Leichtsieder im Forschungsprüffeld bei KSB

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04.06.2015 Leichtsiedende Flüssigkeiten an der Verdampfungsgrenze bedeuten für Pumpen häufig Stress. Heikel wird es besonders dann, wenn die Flüssigkeiten außerdem aggressiv, feuergefährlich, explosiv oder giftig sind. Für genau solche Anwendungen hat KSB gemeinsam mit Nikkiso eine neue Spaltrohrmotorpumpe – die Ecochem Non-Seal – entwickelt. Und damit es in der Praxis keine Überraschungen gibt, wurde die Pumpe im Prüffeld des Herstellers unter extremen Bedingungen auf Herz und Nieren getestet.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • KSB hat sein Programm an Chemiepumpen komplett überarbeitet. Den vorläufigen Schlusspunkt markiert eine Spaltrohrmotorpumpe für gefährliche Flüssigkeiten.
  • Die Pumpen werden im Prüffeld des Herstellers auf Herz und Nieren getestet. Wellendichtungslose Pumpen müssen insbesondere auf dem Heißwasserstand ihre Eignung beweisen.
  • Die Spaltrohrmotorpumpe kommt im Temperaturbereich bis 400 °C zum Einsatz.

Sollte eine Pumpe, eine Armatur oder ein Motor irgendwo noch eine unbekannte Seite haben  – spätestens an diesem Ort werden alle Geheimnisse aufgedeckt: Aufgeteilt auf zwei Hallen warten rund 26 Prüfstände auf dem KSB-Forschungsprüffeld darauf, alle Komponenten genau zu testen und zu vermessen, bevor diese für den Markt freigegeben werden. „Nahezu alle Baureihen von KSB sind hier auf irgendeine Art und Weise getestet worden“, berichtet Dr.-Ing. Kilian Kirst vom Team „Prüfstandentwicklung und Standardisierung“ und zeigt auf die über 2.600 m² großen Versuchsflächen, auf denen mehr als 15 Mitarbeiter jeden Versuchsaufbau akribisch planen. Dazu gehört neben der Versuchsdurchführung selbst die Positionierung und Fertigung von elektronischen und mechanischen Anschlüssen, die Befestigung von Messaufnehmern, die Anfertigung von Flanschen und Verbindungen, die Temperierung von Versuchskabinen sowie die Auswertung und Dokumentation aller Messwerte. „Dank unserer jahrzehntelangen Erfahrung wissen wir, welche Messungen nötig sind und wie wir einen Prüfstand auf unterschiedliche Messanforderungen anpassen müssen“, so Kirst.

Jede Pumpe hat ihre Besonderheiten. Der Fokus liegt immer wieder auf anderen Aspekten. Dabei haben die Pumpen oder Armaturen bereits vor Ankunft in der Versuchshalle eine Reihe an Tests hinter sich, etwa in der Werkstoffentwicklung in Pegnitz. Erst auf dem Prüffeld beginnen Validierung und Feinarbeit. „Nur wenn eine Pumpe hier alle Tests und Messungen gemeistert hat, ist sie wirklich für alle Eventualitäten draußen gerüstet“, so Kirst.

Von der Standardanwendung
bis zur Hochtemperatur

Für die Messungen stehen ganz unterschiedliche Prüfstände bereit. „Im Schnitt testen wir hier 1.200 Standardpumpen aus der Serienproduktion. Dazu kommen noch die Forschungs- und Erprobungsversuche“, erklärt Nikolai Rahn, im Team zuständig für den Versuchsaufbau. „Viele thermische Belastungsversuche begleiten wir mit der Wärmebildkamera.“ Zum Alltag gehört der Heißwasserprüfstand (Bild 1), der für eine maximale Betriebstemperatur von 180 °C und eine Druckbelastung bis zu 25 bar ausgelegt ist. Dieser verfügt über einen primären und sekundären Kreislauf. Eine speicherprogrammierbare Steuerung hält dabei die Temperaturen konstant (Bild 2). Auf diesem Prüfstand können die Techniker Pumpen bis zu einer Saugstutzen-Nennweite von 200 mm aufbauen. Durchflussmengen bis 240 m3/h sind möglich.

Heftausgabe: Juni 2015
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Christoph P. Pauly ist Pressereferent bei KSB

Über den Autor

Christoph P. Pauly ist Pressereferent bei KSB

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