Extremen gewachsen

Neues Automatisierungssystem

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24.03.2014 Wenn die Steuerung ausfällt, steht die Produktion. Damit dies nicht passiert, hat sich der Automatisierungsspezialist Wago Gedanken gemacht und zu seinem I/O-System 750 eine Variante entwickelt, die auch extremen Umgebungsbedingungen gewachsen ist. Und solche können auch in Anlagen der Chemie auftreten, wenn zum Beispiel anlaufende Motoren oder pulsierende Pumpen Vibrationen und „Schockwellen“ durch Apparate und Schaltschränke senden. Dazu kommen immer anspruchsvollere klimatische Verhältnisse, wenn Prozessanlagen in Polarregionen oder aber der arabischen Wüste errichtet werden.

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Entscheider-Facts Für Planer und Betreiber


  • Von der Zuverlässigkeit einer Steuerung hängt die Produktivität einer Anlage ab.
  • Eine neue Steuerungsbaureihe erlaubt den Einsatz unter widrigen Umgebungsbedingungen wie extremen Temperaturschwankungen oder aber starken Vibrationen.
  • Einsatzschwerpunkte sind anspruchsvolle Anwendungen wie der Anlagenbau, die On- bzw. Offshore-Industrie, der Schiffbau und andere.

Unempfindlich gegenüber Vibrationen
Um die Anlagenverfügbarkeit hoch zu halten und dadurch die Produktivität zu steigern, zeigt der Hersteller deshalb zur Hannover Messe die  neue Automatisierungslösung 750 XTR. „XTR steht für extreme Anforderungen“, löst Dr.  Thomas Albers, Leiter Technik des Wago-Bereichs Automation, das Kürzel auf. Konkret heißt das: ein zulässiger Temperaturbereich von -40 bis  70 °C bei Betriebshöhen bis 5.000 m, 5 G Vibrationsfestigkeit sowie eine Schockresistenz bis 25 G. Ein weiterer Aspekt ist die Spannungsfestigkeit. Die Elektronik der Steuerung hält Stoßspannungen aufgrund von Schaltvorgängen und Blitzen bis 1,0 kV (24 V-Module) sowie 5 kV (230 V-Module) stand. Laut Hersteller ein wichtiger Aspekt, insbesondere für Fernwirkanwendungen mit erhöhten Hardware-Anforderungen. Dazu kommt die Festigkeit gegenüber Störimpulsen: Die Unempfindlichkeit gegenüber Störeinstrahlung durch Fremdkomponenten sowie eine geringere EMV-Störaussendung sorgen für einen reibungslosen Betrieb.
Diese inneren Werte schlagen mit Mehrkosten von etwa 30 % zu Buche. „Die 750-XTR-Module sind zwar kompatibel mit dem grauen 750er-System, eine Kombination würde in der Praxis aber wenig Sinn machen“, erklärte Albers mit Blick auf die Zuverlässigkeit. Deshalb kennzeichnet Wago die neue Baureihe durch dunkelgraue Gehäuse. Aufgrund des erweiterten Temperaturbereichs können laut Hersteller Klimatisierungskomponenten wie Heizung und Kühlung entfallen – und damit die Energie- und Wartungskosten für diese Komponenten. Die Vibrationsfestigkeit ermöglicht den Einsatz in unmittelbarer Nähe zu stark schwingenden oder schockerzeugenden Anlagenteilen.
Die Geräte lassen sich über diverse Feldbusse und Protokolle an die Umgebung anbinden: Neben Canopen, Profibus DP und Modbus ist in Fernwirk-Applikationen die Kommunikation über GPRS, Ethernet oder Festnetz mit verschiedenen Protokollen möglich. Im Falle eines Verbindungsabbruchs lassen sich alle relevanten Daten speichern und zu einem späteren Zeitpunkt an das Leitsystem übermitteln.
Einsatzschwerpunkte sind anspruchsvolle Anwendungen wie der Anlagenbau, die On- bzw. Offshore-Industrie, der Schiffbau und andere. In solchen Anwendungen ist Schaltschrankplatz kostbar. Deshalb wurden die Steuerungsmodule so kompakt konstruiert, dass bis  zu 16 Kanäle in ein12 mm breites Modul passt. Bis Ende 2014 sollen alle 30 Module und Controller in der 750-XTR-Ausführung verfügbar sein. „25 Module liegen bereits auf Lager und ab April 2014 können alle 30 Varianten der Serie bestellt werden“, so Dr. Albers.[sk/as]

Zum Unternehmen
Wago Kontakttechnik

Während die Konzerne etwas schwächeln, behaupten sich Mittelständer wie Wago in ihren Märkten, wenn man bei über 600 Millionen Euro Umsatz noch von Mittelstand sprechen kann. Konkret waren es 606 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2013. „Wir sind ordentlich gewachsen“, ­betonte Geschäftsführer Sven Hohorst, der das Familienunternehmen in dritter Generation leitet. Rund zwei Drittel ­davon entfallen auf Europa. Parallel dazu entwickelten sich auch Asien und die USA positiv. Bei dieser Ausgangslage ist klar, wie es in 2014 weitergehen soll. „Für 2014 haben wir uns 7 % Wachstum vorgenommen“, gibt Hohorst das Ziel für die rund 6.300 Mitarbeiter vor. Das macht 650 Millionen Euro Umsatz in 2014.

Hannover Messe 2014 Halle 11 – C64

Weitere Informationen zum neuen Automatisierungssystem auf den Webseiten des Herstellers finden Sie hier.

Heftausgabe: April 2014

Über den Autor

Stefan Kuppinger, Reaktion IEE / Armin Scheuermann, Redaktion CT
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