Kolonnen ade

Neues Reaktor-Konzept für katalytische Gasphasenreaktion

19.11.2015 Es könnte für die Chemieindustrie eine Revolution einleiten: Gemeinsam mit acht Partnern hat der Chemiekonzern Evonik ein Forschungsprojekt gestartet, mit dem der Energiebedarf in katalytischen Gasphasenreaktionen deutlich gesenkt werden soll. Das „Romeo“ genannte Vorhaben sieht vor, bis zu 80 Prozent Energie und bis zu 90 Prozent Emissionen einzusparen.

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Entscheider-Facts Für Betreiber


  • Bei der Reaktoroptimierung durch membranbasierte Prozessführung (Romeo) erfolgt Synthese und Aufarbeitung von Gasphasenreaktionen in einem einzigen Prozessschritt.
  • In einem Forschungsprojekt wird die Machbarkeit des Verfahrens untersucht. Ziel ist es, 80 Prozent Energie und bis zu 90 Prozent Emissionen einzusparen.
  • An dem Projekt arbeiten Evonik, Linde, die Unis Erlangen-Nürnberg, RWTH Aachen, die Technical University of Denmark sowie weitere mit.

Die katalytische Gasphasenreaktion ist eines der wichtigsten Produktionsverfahren in modernen Chemieanlagen. Die „Reactor Optimisation by Membrane Enhanced Operation – Romeo“ (Reaktoroptimierung durch membranbasierte Prozessführung) beinhaltet dafür ein neues Reaktorkonzept, das Herstellung und Aufarbeitung durch den Einsatz von Membranen in einem Schritt erledigen soll – eine Art 2-in-1-Reaktor, bei dem sich bildendes Produkt kontinuierlich aus dem Reaktionsgemisch ausgeschleust wird.

Das Projekt wird von der EU im Rahmen des Forschungsprogramms Horizon 2020 mit sechs Millionen Euro gefördert. In den kommenden vier Jahren wollen die neun Partner anhand von zwei industriellen Prozessen in der Gasphase – der Hydroformylierung und der Wassergas-Shift-Reaktion – die technische Machbarkeit des Reaktorkonzepts in entsprechenden Anlagen demonstrieren. „Wenn uns das gelingt, ist es eine kleine Revolution für die chemische Verfahrenstechnik und ein großer Schritt hin zu nachhaltigeren Prozessen“, sagt Prof. Robert Franke, bei Evonik im Segment Performance Materials verantwortlich für das Innovationsmanagement Hydroformylierung. „Dementsprechend schaffte das Projekt es auf Anhieb unter die Top 15 Prozent aller eingereichten Projekte“, so Dr. Frank Stenger vom Evonik-Geschäftsgebiet Verfahrenstechnik, das die Arbeiten auf Seiten Evonik durchführen wird.

Üblicherweise erfolgt die chemische Produktion in zwei Schritten: Auf die Herstellung in einem Reaktor folgt die Aufarbeitung des Produkts zum Beispiel in einer Destillationskolonne. Dieser Schritt ist in der Regel sehr energieintensiv. Weil er beim 2-in-1-Reaktor entfallen würde, ließen sich Energieverbrauch und die damit verbundenen Emissionen drastisch senken.

Heftausgabe: Dezember 2015
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Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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