Markt

Neues Standortkonzept soll Wettbewerbsfähigkeit der BASF stärken

28.10.2002

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Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretung gaben nach 14 Monaten Projektarbeit jetzt auf der Basis einer Vereinbarung den Startschuss für die Umsetzung des Standortkonzepts. Ziel ist, die weltweite Wettbewerbsfähigkeit des Standortes nachhaltig zu sichern. Voscherau: „Der globale Wettbewerb zwingt uns zum Handeln. Gründe sind der Preisdruck auf den weltweiten Chemiemärkten insbesondere durch Unternehmen aus dem Mittleren Osten und Asien, ungünstige Rahmenbedingungen für die Chemieindustrie in Europa und die zunehmende Transparenz und Dynamik der Märkte.“


Neu ist der vom Vorstand eingesetzte Werksleiter an der Spitze des Produktionsstandortes zur Unterstützung des Standortleiters Voscherau. Dr. Albert Heuser, Leiter des Funktionsbereichs Werkstechnik, wird ab November als Werksleiter das Zusammenspiel der Einheiten am Produktionsstandort besser aufeinander abstimmen. Mit durchgängigen Marktprinzipien in internen Abläufen und verbesserten Planungsprozessen am Standort soll die Attraktivität Ludwigshafens für zukünftige Investitionen erhöht werden.


Alle vorgesehenen Veränderungen beruhen unmittelbar auf den Anforderungen einzelner Projekte und nicht auf pauschalen Vorgaben. Grundlage für die Projekte ist die intensive Analyse der Leistungen und Kostenströme von Produktion, Infrastruktur und Services, die Arbeitsgruppen im Rahmen des Standortkonzepts seit Sommer 2001 erhoben hatten.


Neue Produktivitätsfortschritte erschließen


Wir haben gute Voraussetzungen, auch in Zukunft erfolgreich zu sein, denn mit unserem Produktions- und Wissensverbund haben wir einen Wettbewerbsvorteil in der Hand, den wir konsequent nutzen müssen“, sagte Voscherau. „Wir wollen die BASF als erfolgreiches, eigenständiges Unternehmen der Chemie mit eigener Identität erhalten. Damit gehen wir bewusst einen anderen Weg als andere Chemieunternehmen“, so Voscherau weiter.


Die Werksleitung hat dabei eine zentrale Rolle. Sie identifiziert Maßnahmen zur Stabilisierung und zur Stärkung der Verbundstrukturen und bringt das Ergebnis in den strategischen Dialog im Unternehmen ein. Durch angemessene Erhaltung, Optimierung und zeitgerechten Ersatz von Produktionsanlagen werden stetig neue Produktivitätsfortschritte erschlossen. „Die BASF will auch in Zukunft in den Standort investieren“, sagte Heuser.


Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit erfordert auch, die Beschäftigtenzahl an die gegebenen Erfordernisse anzupassen. Allerdings wird der bisher bis Ende 2003 gesteckte Rahmen nicht ausgeschöpft. Die Personalplanung wurde neu konzipiert. Hierzu sind mit den Arbeitnehmervertretungen innovative Instrumente vereinbart und den Mitarbeitern bereits im September 2002 vorgestellt worden, um den Personalstand gezielt an die Bedürfnisse der einzelnen Einheiten anzupassen.


Die Veränderungen im einzelnen


Im Rahmen der Strategie für den Produktionsstandort soll Ludwigshafen langfristig besser an wichtige petrochemische Versorgungsnetzwerke für Rohstoffe angeschlossen werden. Der Verbund wird gezielt für Unternehmen geöffnet, deren Produktionen gut zur Produktionsstruktur der BASF passen. Bedingung ist, dass Wettbewerbsvorteile erzielt und der Verbund dadurch gestärkt wird. Für diesen Zweck wird ein Ansiedlungsmanagement eingerichtet.


Nach dem Grundprinzip „mehr Markt“ werden durchgängige Marktmechanismen in Zukunft das Zusammenspiel der Einheiten bestimmen. Zwischen internen Kunden und Dienstleistern wird deshalb ein klares Auftraggeber-/Auftragnehmerverhältnis geschaffen. Die Infrastruktur- und Serviceleistungen werden in Form von marktgängigen Serviceprodukten gebündelt. Zur Sicherstellung von Wettbewerbs- und Innovationskraft werden diese regelmäßig mit dem externen Markt verglichen. Es werden längerfristig nur solche Serviceleistungen intern erbracht, die sich mit dem externen Markt messen können.


Wettbewerbsfähige Service- und Infrastruktureinheiten sind bedeutsame Eckpfeiler des integrierten Verbundstandortes. Der Bezug von Infrastruktur- und Serviceleistungen wird in Vereinbarungen über Umfang, Qualität und Preis einer Lieferung oder Dienstleistung geregelt. Dazu zählen auch angemessene Vertragslaufzeiten und Regelungen für den Fall, dass vereinbarte Leistungen nicht in Anspruch genommen werden. Durch engere Verzahnung der Produktionsmengenplanung mit Service- und insbesondere Infrastruktureinheiten wird deren bedarfsgerechte Ressourcenplanung gestärkt.


Aus der Veränderung der Leistungsbeziehungen zwischen den Einheiten ergeben sich auch neue Aufgaben für die Betriebe. Die Wettbewerbsfähigkeit der Produktion wird gestärkt: Zukünftig sind die Betriebe ganzheitlich auch für die Instandhaltung verantwortlich. Das umfasst die Beurteilung und Beauftragung von Instandhaltungsleistungen und, wo sinnvoll, auch deren Durchführung. Die dafür erforderlichen Kompetenzen werden in den Betrieben aufgebaut.

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