Neues von der Jobmaschine: ZVEI-Automatisierer rechnen mit Wachstum

08.04.2014 Nach einem Jahr stagnierender Umsätze rechnen die Hersteller elektrischer Automatisierungstechnik für 2014 wieder mit steigenden Geschäftszahlen. Allen voran soll das Branchensegment Prozessautomatisierung mit 2,8 Prozent wachsen. Vor allem in China und den USA laufen die Geschäfte glänzend.

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Die deutsche Automatisierungsindustrie geht von einer Rückkehr zu leichtem Wachstum im laufenden Jahr aus, nachdem man für 2013 von einer klaren Seitwärtsbewegung spricht. Das berichtete der ZVEI auf der Hannover Messe 2014. Den Optimismus nährt der gewachsene Auftragseingang im 4. Quartal 2013. „Die gesamte Elektroindustrie erwartet 2014 etwa zwei Prozent Wachstum. Von der Automation glauben wir, dass sie noch eine Schippe drauflegen kann“, gab sich Dr.-Ing. Gunther Kegel, Vorstandsvorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation, vorsichtig optimistisch. Die eher schwachen Auftragseingänge des zweiten Halbjahrs 2012 hatten zu einer Delle in den ersten Quartalen 2013 geführt.

Der Umsatz mit elektrischer Automatisierungstechnik ist im gesamten Jahr 2013 um 0,3 Prozent auf 47,5 Milliarden Euro zurückgegangen. 

Der Export konnte 2013 um 2,2 Prozent auf 33,1 Milliarden Euro zulegen nach plus 3,8 Prozent im Jahr zuvor. Die Exportquote der deutschen Automatisierungsindustrie liegt damit weiterhin über 80 Prozent.  „Die stärksten Exportmärkte waren China mit 13 Prozent und die USA mit 11 Prozent Anteil. Beide kamen auf ein Wachstum von jeweils sechs Prozent“, so Kegel. Rückläufig waren Exporte nach Südostasien außerhalb Chinas. 

Die Importe von elektrischer Automatisierungstechnik sind um 3,8 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro gewachsen. Das Wachstum der Einfuhren aus China betrug 8,4 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Kegel: „Von diesen Importen sind der überwiegende Teil ‚Inter-Company-Importe‘ deutscher Unternehmen. Immer noch weit mehr als von China nach Deutschland kommt, wird von uns dorthin geliefert. Wir lieferten 2013 Produkte für 4,3 Milliarden Euro nach China.“

Die Wirtschaft im Euro-Raum kann seit zwei Quartalen wieder leichtes Wachstum aufweisen. Allerdings sei die Divergenz zwischen den Kern- und Peripherieländern noch groß, so Kegel. Für China wird moderates Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen erwartet. Dort findet derzeit ein Wandel zu mehr Binnenkonsum und Dienstleistungen statt. 

Risiken für die Automatisierungskonjunktur sieht Kegel im Konflikt um die Ukraine. Bereits jetzt verschieben oder stornieren russische Unternehmen Investitionen. Handelsbeschränkungen könnten auf beiden Seiten zusätzliche Probleme verursachen. 2013 exportierte die Automationsbranche Produkte für eine Milliarde Euro nach Russland und der Bestand an Direktinvestitionen liegt bei 1,2 Milliarden Euro. 

Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland blieb mit über 250.000 konstant. Kegel sprach von der „Jobmaschine Automation“. Große Aufmerksamkeit lege die Branche deshalb auf die Sicherung des Fachkräftenachwuchses.

Prozessautomatisierung mit mehr Wachstum

Die Prozessautomatisierung konnte gegenüber den anderen Branchensegmenten mit 2,8 Prozent etwas mehr Wachstum aufweisen. Daniel Huber, im Vorstand des ZVEI-Fachverbands Automation für diese Technologie zuständig, berichtet: „Nach dem starken Wachstum in den USA durch die Fracking-Technologie in den zurückliegenden Jahren, betrug der Umsatz-Zuwachs 2013 dort nur noch 0,5 Prozent. Nur das Geschäft mit China konnte 3,7 Prozent Wachstum generieren.“ 

Der technologische Trend zum ‚Internet der Dinge‘ bleibt auf der Hannover Messe ungebrochen. Angesicht der Diskussionen um Abhören und Ausspionieren von Daten über die weltweiten Netze, sei allerdings das Bewusstsein für Cyber Sicherheit gewachsen. „Nur wenn der Anwender Vertrauen in die Sicherheit der Daten hat, wird das Internet der Dinge und Industrie 4.0 Akzeptanz finden“, betonte Kegel. 

(as)

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