Ölpreis

Opec will reduzieren, Fracker geben Gas

16.01.2017 Wenn die Opec es tatsächlich schaffen sollte, die verabredeten Förderkürzungen durchzuhalten, könnte der Ölpreis in den kommenden Monaten wieder steigen. Allerdings ist wenig Luft nach oben, weil der Markt inzwischen anders tickt als vor einem Jahrzehnt.

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Shell baut mit Partnern LNG-Projekt in Kanada

Zuletzt ist die Zahl der Bohrstellen in USA und vor allem Kanada wieder gestiegen. Im Bild: Der Energiekonzern Shell fördert in British Columbien / Kanada Erdgas (Bild: Shell)

Schuld am Ölpreis-Verfall und den begrenzten Aussichten auf Erholung sind unter anderen die amerikanischen Fracker – darunter insbesondere die kleinen Unternehmen. Denn während große Energiekonzerne auch in diesem Jahr ihre Investitionen in neue Explorationsvorhaben weiter kürzen wollen, rechnen Beobachter – darunter die Marktforscher von Wood Mackenzie – damit, dass Fracker bei einem Ölpreis von 55 Dollar pro Fass wieder investieren werden. Zum Teil sogar schon früher – der Öl-Dienstleister Baker Hughes hat in den USA und insbesondere in Kanada zuletzt eine deutlich gestiegene Zahl an Bohrstellen verzeichnet – am vergangenen Freitag zählte Baker Hughes in Kanada gegenüber dem Vorjahr 88 zusätzliche „Rigs“, in den USA stieg die Zahl der Förderstellen um 9.

Opec beschließt Förderkürzung im ersten Halbjahr 2017

Die Konkurrenz aus den USA war es schließlich auch, welche das Opec-Mitglied Saudi Arabien in den vergangenen zwei Jahren dazu bewegt hatte, die Fördermenge auszuweiten statt zu kürzen – es ging darum, Marktanteile zurückzugewinnen. Seit 1. Januar gilt nun ein Opec-Beschluss vom November. Demnach wollen die Opec-Staaten in den kommenden sechs Monaten täglich 1,2 Mio. Barrel Öl weniger fördern. Das tägliche Volumen soll bei maximal 32,5 Mio. Barrel liegen.

Marktbeobachter halten diese Ankündigung allerdings auch für eine medienwirksame Maßnahme zur Kurspflege, die sich weitgehend durch saisonale Schwankungen erreichen lasse. Zudem lässt die Opec in diesem Zeitraum die Mitgliedschaft Indonesiens teilweise ruhen, so dass die indonesische Förderung nicht mehr mitgezählt wird.

Öl-Förderdisziplin bleibt fraglich

Offen ist zudem, ob sich die Mitgliedsländer Irak und Venezuela an die nicht sanktionierten Absprachen halten werden. Außerdem will der Iran seine seit Ende der Sanktionen im vergangenen Jahr wieder gesteigerten Ölexporte weiter erhöhen.

Zuletzt hatte sich am vergangenen Freitag die Internationale Energieagentur IEA in einem Reuters-Bericht zu Wort gemeldet. Deren Chef Fatih Birol rechnet mit einer Balancierung der Ölmärkte im ersten Halbjahr 2017, allerdings auch mit einer wachsenden Volatilität (siehe CT-Bericht vom November).

Der Ölpreis war am Freitag im Wochenvergleich gefallen, nachdem in Folge des Opec-Treffens in Abu Dhabi, bei dem die Einhaltung der seit Januar geltenden Förderkürzungen, kontrolliert werden sollte, Zweifel an deren Durchsetzung laut geworden waren. Aktuell liegt der Preis für ein Barrel (159 l) WTI bei rund 52 US-Dollar.

(as)

Ölpreisprognosen der Marktanalysten 2017:

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