Markt

Ölpreis-Verfall: Förderunternehmen „schlachten“ Projekte für 200 Mrd. USD

28.07.2015 Bei den globalen Öl- und Gaskonzernen regiert der Rotstift. Angesichts des massiven Ölpreisverfalls haben die Unternehmen bis zur Jahresmitte die „finale Investitionsentscheidung“ für bereits 45 Großprojekte verschoben. Damit wurden insgesamt Investitionen in Höhe von rund 200 Mrd. US-Dollar eingemottet - berichtet das Marktforschungsunternehmen Wood Mackenzie.

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Ölpreis-Verfall: Förderunternehmen

Die großen Ölförderer fahren ihre Investitionen in neue Explorationsprojekte massiv zurück (Bild: sergey_p – Fotolia.com)

„Die Zahl der größeren Upstream-Projekte, für die bis Jahresende eine Investitionsentscheidung getroffen sein wird, lässt sich an einer Hand abzählen“, prognostiziert Angus Rodger, Analyst bei dem britischen Marktforschungsunternehmen. Die aktuellen Investitionskürzungen entsprechen einem Öläquivalent von 20 Mrd. Fässern. Vor allem teure Tiefsee-Förderprojekte sowie die Erschließung von Ölsanden werden dem Rotstift geopfert.

Dabei verfolgen die Energiekonzerne offenbar zwei Ziele: Einerseits reagieren diese mit den Kürzungen auf den Ölpreisverfall und sichern Kapital für Dividendenzahlungen an die gebeutelten Aktionäre. Andererseits solle der Aufschub für Kostenoptimierungen an den Projekten genutzt werden. Im Zuge der Kürzungen erwarten die Konzerne Preissenkungen im Anlagenbau und bei Engineering-Dienstleistungen. „In Anbetracht dessen, wo wir derzeit im Capex-Zyklus stehen, werden nur solche Anlagen gebaut werden, denen eine robuste Kalkulation zugrunde liegt. Projekte, die sich erst oberhalb von 50 Dollar/Fass rechnen, werden einer strengen Prüfung unterzogen. Wir gehen davon aus, dass die Mehrzahl dieser Projekte nun für einen Start zwischen 2019 und 2023 geplant werden. Sollten weitere Investitionskürzungen kommen, könnten sich diese Termine noch weiter nach hinten verschieben“, schätzt Rodger.

Hier finden Sie die komplette Einschätzung von Wood Mackenzie.

Einen CT-Beitrag zu den Folgen des Ölpreisverfalls für den Chemieanlagenbau finden Sie hier.

Die Folgen des Ölpreisverfalls für den europäischen Anlagenbau werden auch auf dem 4. Engineering Summit Thema sein. Programm und Referentenliste finden Sie hier.

(as)

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