Ölpreis weiter unter Druck – Überproduktion wächst mit „halsbrecherischer Geschwindigkeit“

12.08.2015 Die Ölproduzenten fördern, was das Zeug hält: „Die Ölversorgung wächst mit halsbrecherischer Geschwindigkeit“ sagt die Internationale Energieagentur IEA. Im zweiten Quartal des Jahres wurden täglich 3 Mio. Barrel mehr produziert, als die Verbraucher abgenommen haben. Die Abwertung der chinesischen Währung setzt den Ölpreis zusätzlich unter Druck.

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Die Überversorgung des Ölmarkts hält an (Bild: iofoto – Fotolia)

Die Analysten in Paris rechnen damit, dass die Überversorgung auch noch bis deutlich in das nächste Jahr anhalten wird. „Die Re-Balancierung hat bereits begonnen, aber es wird noch dauern, bis Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht kommen“, heißt es im aktuellen Monatsbericht der IEA. Im Juli ist die Produktion um 600.000 Barrel / Tag auf aktuell 96,6 Mio. Fass zurückgegangen. 

In den USA ist die Produktion von Schieferöl unvermindert hoch – hier kommen laut IEA in den vergangenen Jahren getätigte Investitionen zum Tragen. Die Energieagentur rechnet damit, dass der globale Bedarf bis Jahresende um 1,6 Mio. Fass pro Tag anwachsen wird – damit korrigieren die Analysten in Paris ihre Erwartungen nun um 200.000 Fass nach oben. In der zweiten Hälfte 2015 soll die Überproduktion von derzeit 3 Mio. Bpd auf 1,6 Mio. b/d sinken. In 2016 rechnet die IEA mit einem weiteren Rückgang. Dennoch wird die Überproduktion auch 2015 noch bei 850.000 Bpd liegen.

Erst gestern hatte die Weltbank davor gewarnt, dass mit einem Wiedereintritt des Iran in den internationalen Ölmarkt der Ölpreis um weitere 10 Dollar pro Fass sinken könnte. Weitere Risiken stecken in den Währungsmärkten: Die Abwertung des Yan durch die chinesische Staatsbank hat den Ölpreis am 11. August 2015 auf ein 6-Jahres-Tief gedrückt. Der Preis für eine Fass der Nordseesorte Brent war um 2,4 Prozent auf 49 USD/Barrel gefallen. Die Entwertung des Yuan macht Öl für chinesische Importeure teurer und schürt die Sorge, dass diese ihre Importmengen zurückfahren werden.

Die Energieagentur warnt in ihrem aktuellen Bericht allerdings bereits vor einer sich auf mittlere Sicht abzeichnende Unterversorgung, weil die Ölindustrie im vergangenen Jahr mehrere hundert Milliarden Dollar an Investitionen in der Erschließung neuer Vorkommen gekürzt hat.

Hier finden Sie den aktuellen Oil Market Report der EIA.

(as)

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